WiV reagiert mit Skepsis

Frackinggesetz „nicht mehr als erster Schritt"

Die Verpressanlage in Grapenmühlen. - Foto: Wieters

Visselhövede - Mit Skepsis reagiert die Wählergemeinschaft Wir in Visselhövede (WiV) auf das vom Bundestag mehrheitlich beschlossene sogenannte Frackingverbotsgesetz. „Die Rechtslage ist durch das Gesetz zwar deutlicher geworden, aber es ist auch nicht mehr als ein erster Schritt“, teilt WiV-Sprecher Eckhard Langanke mit.

Die Frage nach einer Gesundheitsgefährdung für die Menschen durch die angewandte Technik bei der Gasförderung sei damit weiterhin nicht beantwortet. Der Bundestag habe diese Frage bei seiner Entscheidung weder berücksichtigt noch gewürdigt.

„Aus Sicht der WiV ist es bedauerlich, dass nicht ein komplettes Frackingverbot beschlossen wurde. Wir fordern nach wie vor die vorläufige Einstellung aller Arbeiten und Maßnahmen im Zuge der Erdgasförderung, die im Verdacht stehen, gesundheitsgefährdend zu sein“, so Langanke in der Verlautbarung. Der Ratsherr setzt jetzt seine ganze Hoffnung auf den Landkreis: „Der hat in seiner Funktion als untere Wasserbehörde ein Widerspruchsrecht. Da jedes mögliche Fracking im Wasserförderungsgebiet der Rotenburger Rinne erfolgt, kann er daher ein Verbot begründen.“

Die WiV will aber nicht nur einen Stopp der umstrittenen Erdgasförderung mittels hohem Druck und einem Chemiecocktail in rund 5.000 Meter Tiefe, sondern auch die Einstellung der Verpressung von Lagerstättenwasser, das bei der Erdgasförderung anfällt. „Denn die Verpressung könnte umgehend eingestellt werden, sofern ein anderer Ort dafür genehmigt wird. Der Grundsatz, Lagerstättenwasser dort zu belassen, wo es aufgekommen ist, wurde im Gesetz festgelegt“, so Langanke .

Der hat sich laut eigener Angabe bei Heinz Oberlach, Kommunikationsbeauftragter der DEA-Group und zuständig für die Verpressanlage in Grapenmühlen, schlau gemacht. „Die Verpressung dort könnte sofort beendet werden, sofern das Land Niedersachsen eine Alternative genehmigt. Es käme eine Anlage im Bereich Völkersen im Landkreis Verden in Betracht. Dort ist versuchsweise eine Verpressung bis in eine Tiefe von 5.000 Meter erprobt worden“, heißt es weiter in der WiV-Mitteilung. Das Land Niedersachsen sei also gefordert, schnellstmöglich die Genehmigung zu erarbeiten.

Für die Verpressanlage in der Gilkenheide bei Visselhövede-Delventhal, die vom Konzern „ExxonMobil“ betrieben werde, seien dem Gesetz entsprechend die gleichen Voraussetzungen gegeben. „Dort sollte bereits Mitte 2016, also jetzt, die Anlage stillgelegt werden. Bisher gibt es keine Anzeichen hierfür“, schreibt Langanke abschließend. - jw

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