BÜRGERMEISTERWAHL Lutz gewinnt Bürgermeisterwahl – und will nicht antreten

Neuwahlen in Visselhövede in einem halben Jahr

Sabine Schulz und Gerald Lutz
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Sabine Schulz ist zwar „enttäuscht, aber nicht traurig“ und gibt sich kämpferisch: „Ich weiß jetzt, wie es geht.“ Gerald Lutz hat zwar die Wahl gewonnen, bleibt aber bei seiner Entscheidung, das Amt nicht anzunehmen.

Gerald Lutz ist nach Auszählung der Visselhöveder Stimmen Bürgermeister, doch er bleibt dabei, das Amt nicht annehmen zu wollen. In sechs Monaten wird es daher Neuwahlen geben.

Visselhövede – Um 18.31 Uhr meldete Wehnsen aus dem Kartoffelhaus als erstes Wahllokal für die Bürgermeisterwahl 66,67 Prozent für Einzelbewerber Gerald Lutz und 33,33 Prozent der gültigen Stimmen für Sabine Schulz, die ebenfalls kein Parteibuch besitzt. Das war bereits ein Fingerzeig, dass die wahlberechtigten Visselhöveder Einwohner Neuwahlen wollen. Lutz holte am Ende 56,91 Prozent der gültigen Stimmen, auf Schulz entfielen 43,09 Prozent.

Am Sonntag gab es die Kuriosität, dass Lutz zwar auf dem Wahlvorschlag stand, aber im Vorfeld angekündigt hatte, die Wahl aus persönlichen Gründen nicht annehmen zu wollen. Weil er dennoch die Wahl gewonnen hat, gibt es in spätestens sechs Monaten Neuwahlen. Dann haben übrigens auch andere Kandidaten wieder die Möglichkeit, ihren Hut in den Ring zu werfen und Chef im Visselhöveder Rathaus zu werden.

Um 19.23 Uhr hatte Lutz zehn Prozentpunkte Vorsprung, wobei allerdings die großen Wahlbezirke aus dem Kernort noch nicht ausgezählt waren. Der erste kam fünf Minuten später mit einem knappen Gewinn für Schulz im Heimathaus bei einer Wahlbeteiligung von nur 28,58 (!) Prozent. Spätestens zu diesem Zeitpunkt musste Sabine Schulz, Chefin der Bäderbetriebe in Achim, ihre Hoffnungen begraben, den amtierenden Amtsinhaber Ralf Goebel zu beerben. „Scheinbar ist den Menschen auf den Dörfern wichtiger als denen in der Stadt, wer Bürgermeister der Gemeinde wird“, so Schulz. In den Dörfern wie zum Beispiel in Nindorf haben rund 73 Prozent ihre Kreuze gemacht. Insgesamt gab es bei der Bürgermeisterfrage eine Wahlbeteiligung von 57,58 Prozent.

Ergebnisse aus Jeddingen fehlen

Sie sei zwar „enttäuscht, aber nicht traurig“. Ob sie in sechs Monaten nochmal antreten werde, könne sie noch nicht mit Bestimmtheit sagen. Aber: „Jetzt weiß ich, wie es geht.“

Neuwahlen-Lutz baute seinen Vorsprung kontinuierlich aus und hatte um 19.38 Uhr bereits mit 17 Prozentpunkten die Nase vorn. In Jeddingen hakte es bei der Übermittlung von Daten komplett, denn auch drei Stunden nach der Schließung der Wahllokale war noch kein Ergebnis übermittelt.

Wahlsieger Lutz informiert, dass das „Ergebnis nichts an meiner Entscheidung ändern“ wird. „Ich bin aber von der Zustimmung so vieler Wähler tief beeindruckt. Viele Menschen haben für mich Unterschriften gesammelt und hunderte haben mein Vorhaben unterstützt, einige fanden mein Bestreben nicht gut und leider gab es auch miese anonyme Schreiben.“ Schulz habe sich ihm gegenüber „super fair verhalten.“ Im Vorfeld hätten einige Leute ihn beeinflussen wollen, seine Nicht-Antrittsentscheidung erst nach der Wahl bekannt zu geben. „Das wollte ich aber nicht. Mit der Annahme hätte ich den Beamtenstatus erlangt. Aber es geht nicht um mich, es geht um Visselhövede. Jetzt bleiben sechs Monate Zeit, neue Wahlen zu organisieren.“

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