Zollikoferstraße-Ost: Freiheiten bei Hausgestaltung, Auflagen für die Gärten

Neues Baugebiet mitten in der Stadt

Rund neun Hektar groß ist das neue Baugebiet zwischen Mühlen, Berg- und Zollikoferstraße.
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Rund neun Hektar groß ist das neue Baugebiet zwischen Mühlen, Berg- und Zollikoferstraße.

Visselhövede – Gut zwei Jahre hat es gedauert, aber jetzt sind die Stadt Visselhövede und ihr Partner, die Gesellschaft für Entwickeln und Bauen (ein Unternehmen der Volksbank Lüneburger Heide), die für die Erschließung und Vermarktung zuständig ist, auf der Zielgeraden für ein neues Baugebiet mitten in der Stadt. Damit dürfen sich Visselhöveder auf attraktive Grundstücke freuen. Der Ausschuss für Bauen und Stadtentwicklung und auch die Mitglieder des Verwaltungsausschusses haben dem Bebauungsplan Zollikoferstraße-Ost im vereinfachten Verfahren zugestimmt.

„Nachdem die komplizierte Entwässerung des Bereichs mit dem Landkreis durch den Bau eines Regenrückhaltebeckens abgestimmt ist, rechne ich mit einer Genehmigung des Bebauungsplans in wenigen Wochen, sodass die ersten Grundstücke nach dem Winter bebaut werden können“, informiert Bürgermeister Ralf Goebel.

Vorausgegangen waren langwierige Kaufverhandlungen mit den ehemaligen Eigentümern. „Wobei wir nicht alles erworben haben, sondern ein Teilstück des neun Hektar großen Areals wird noch weiter landwirtschaftlich genutzt.“

Insgesamt 20 Grundstücke können zwischen der Mühlenstraße im Süden, der Bergstraße im Norden und der Zollikoferstraße im Westen mit Einfamilienhäusern bebaut werden. Hinzu kommen noch Mehrfamilienhäuser entlang der Mühlenstraße mit mehreren Mietwohnungen. Und zwar in dem Bereich, wo jetzt noch die Gebäude der ehemaligen Mühle Hohensee stehen. Die werden ebenso abgerissen wie ein Nachbarhaus, das die Stadt vor einigen Monaten gekauft hatte. „Für die dort wohnenden Mieter haben wir eine Alternative gefunden“, so Goebel.

Mit der Bauleitplanung des neuen Gebiets ist das Büro Instara aus Bremen beauftragt. Dessen Vertreter Udo Lohreit machte den Ausschüssen hinsichtlich der Häuser bereits einige Gestaltungsvorschläge, die aber „nicht so eng gefasst werden sollten, um auch optisch eine Vielfalt zu erzeugen“. Dennoch wird die Maximalhöhe der Gebäude auf neun Meter begrenzt, wobei das stark abfallende Gelände in Richtung Westen beachtet werden muss. „Die Dachformen oder Neigungen sollten wir aber den Bauherren überlassen“, so Lohreit, der damit auf Zustimmung der Politiker stieß. Die wollen sich hingegen noch beraten, welche Farben die Dachpfannen haben dürfen. „Denn hellgrün oder gelb kann ich mir auch in einem modernen Baugebiet nicht vorstellen“, stellte Dominik Oldenburg (SPD) fest.

Einigkeit herrschte in den Ausschüssen aber bereits darüber, wie die Gärten der mindestens 550 Quadratmeter großen Grundstücke eingefasst werden sollen: „Keine scheußlichen, mannshohen Plastik- oder Aluminiumzäune, sondern höchstens 80-Zentimeter-Hecken oder gleich hohe Holzzäune.“

Während beim eigentlichen Haus dem Bauherrn noch viele Freiheiten gelassen werden, sieht es außerhalb der versiegelten Flächen der einzelnen Grundstücke ganz anders aus. „Denn die Niedersächsische Bauordnung sieht vor, dass Stein- oder Kiesgärten nicht zulässig sind“, merkte Lohreit an. Michael Meyer (CDU) schränkte während der Sitzung aber ein, dass „Steingärten kaum kontrolliert werden, es sei denn, es gibt eine Anzeige“. Aber auch er stimmte wie alle anderen dafür, dass in den Festsetzungen für das Gebiet vermerkt wird, dass „nur standortheimische Bäume, aber keine standortgerechten Bäume gepflanzt“ werden dürfen.

Die Zufahrt zum neuen Baugebiet erfolgt übrigens von der Mühlenstraße aus, die die nötige Breite aufweist. Die Bergstraße auf der anderen Seite sei zu schmal, so der Bürgermeister. Dort hatte die Stadt ebenfalls ein Grundstück, das mittlerweile aber von den Rotenburger Werken gekauft wurde, die „dort ein Wohnprojekt für Menschen mit und ohne Einschränkungen planen“, so Goebel.

Er ist auch sicher, dass sich die Eigentümer der bestehenden Häuser ringsherum schnell mit der neuen Bausituation anfreunden werden, denn „ihre Grundstücke werden enorm aufgewertet, da die weit nach hinten ragenden Gärten nun auch bebaut werden dürfen, weil der Bebauungsplan dieses Areal mit umfasst“. Die Zufahrten müssten aber über die eigenen Grundstücke erfolgen.  jw

Infos zum Baugebiet

Beim Bauamt der Stadt gibt es Informationen zum Baugebiet Zollikoferstraße-Ost. Ansprechpartnerin ist Angela Huschenbeth (Telefonnummer 04262 / 301168).

So nicht! Die Politiker wollen keine mannshohen Gartenzäune wie an anderen Plätzen der Stadt.
Die ehemalige Mühle der Familie Hohensee wird ebenso abgerissen wie zwei Nachbarhäuser.

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