Ausschuss guckt sich die Straße Im Winkel an

Wo neuerdings ein echter Wildbach rauscht

Der Bürgersteig und auch der Bordstein sind wahrlich keine Schmuckstücke. - Foto: Wieters

Visselhövede - Von Jens Wieters. „Wenn es mal stärker regnet, haben wir hier einen reißenden Bach vor der Tür“, sagt Kai-Olaf Häring und war fast ein wenig traurig, dass es am Donnerstagnachmittag nur ein bisschen nieselte.

Denn der Visselhöveder Ausschuss für Landwirtschaft, Umwelt und Energie war vor Ort, um sich die Zustände an und auf der Straße Im Winkel anzuschauen, und ein richtiger Regenguss hätte sicherlich Eindruck gemacht.

Dort gibt es offenbar zwei größere Probleme: Regenwasser und ein nicht mehr zu benutzender Fußweg. Allerdings stecken die Kommunalpolitiker in einem kleinen Dilemma, denn Befragungen im Vorfeld hatten ergeben, dass Anwohner im westlichen Teil der Straße mit einem kaputten Fußweg und einer holprigen Kopfsteinpflasterstraße zumindest halbwegs leben können. 

„Das ist aber auch kein großes Wunder“, wie Ausschussvorsitzender Charly Carstens (CDU) betonte, „schließlich sind die Anlieger bei einem möglichen Ausbau durch Beiträge finanziell erheblich mit im Boot“.

Bei starken Regenfällen verwandelt sich Parallelfahrbahn der Straße Im Winkel in einen reißenden Bach. - Foto: Häring

Im östlichen Bereich der Straße sind die Anwohner schon dafür, dass baulich etwas getan wird. „Es ist im Sommer eine ungeheure Staubentwicklung“, klagte Häring. Das Problem: Im Laufe der Jahre haben sich die Autofahrer neben dem Kopfsteinpflaster Stück für Stück eine zweite Fahrspur auf einer Mineralgemischfläche erobert. „Und die staubt im Sommer enorm und bei Regen wird es ein richtiger Bach“, so Häring.

Die immensen Wassermassen schießen mit Tempo Richtung Walsroder Straße und haben bereits mehrfach die Garage eines Anwohners auf der gegenüberliegenden Straßenseite geflutet, der natürlich alles andere als erfreut darüber ist.

„Bevor wir allerdings dort unten etwas bauen, dass das Wasser auffängt, sollten wir uns die Ursache anschauen“, schlug Bürgermeister Ralf Goebel vor. Und die könnte ein Durchstich am Bahndamm sein, der für mehr Wasser auf der Straße Im Winkel bei starken Regenfällen sorgt.

Bezüglich des Durchgangsverkehrs schlug Annegret Pralle (CDU) vor, „Begrenzungspfähle am Rand der Kopfsteinpflasterstraße zu platzieren, damit die Granulatfahrspur von Autos nicht mehr genutzt werden kann“. Anwohner Häring brachte die Idee ins Spiel, die Straße unmittelbar vor der Einmündung Danziger Straße mit Pollern dicht zu machen: „Dann hätten wir erheblich weniger Verkehr hier und auch die Anlieger könnten damit sicher leben.“

Solch eine Maßnahme sei sicher möglich, informierte die städtische Ingenieurin Gaby Behrens, da es sich um eine reine Wohnstraße handele. Bevor aber Poller den Weg versperren, kam der Ausschuss zu dem Entschluss, eine Art Verkehrszählung zu machen, um verlässliche Daten darüber zu bekommen, wie viele Autos überhaupt die Straße nutzen.

Auch die Frage einer Sanierung des Bürgersteigs wird den Ausschuss sicher noch einmal beschäftigen. „Da müssen wir mit den Anliegern das Gespräch suchen“, so Carstens.

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