Kernortausschuss verteilt 220000 Euro auf drei Maßnahmen

Neuer Look für die Visselhöveder Innenstadt

Dieser „städtebauliche Missstand“ an der Großen Straße wird abgerissen.
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Dieser „städtebauliche Missstand“ an der Großen Straße wird abgerissen.

Visselhövede – Corona zerrupft seit zwei Jahren das Leben in den Innenstädten: Kaum Kunden in den Geschäften, wenig Gäste in den Gaststätten und Restaurants, selbst der Friseurbesuch wird schwierig. Darum hatte die EU seinerzeit das Sofortprogramm „Perspektive Innenstadt“ aufgelegt. Und die Stadt Visselhövede hatte sich gemeinsam mit der Nachbargemeinde Neuenkirchen beworben.

345 000 Euro dürfen die beiden Kommunen nun in Maßnahmen investieren, die wieder Menschen in die Innenbereiche locken sollen. Für 220 000 Euro kann Visselhövede Projekte anschieben. „Wir bekommen den größeren Anteil, weil wir mehr Einwohner haben“, erläuterte Bürgermeister Ralf Goebel. Der forderte vom neuen Kernortausschuss, der die Maßnahmen politisch begleitet, aber auch ein bisschen Tempo, denn die Anträge müssen bis zum 31. März 2022 gestellt und exakt ein Jahr später auch abgerechnet sein. „Zehn Prozent der Projekte müssen wir mit Eigenmitteln finanzieren“, erläuterte Goebel. Die Schwelle für investive Maßnahmen liegt bei mindestens 50 000 Euro pro Einzelantrag.

Im Blick haben Verwaltung und Ausschuss drei Maßnahmen, die sofort angegangen werden können. So soll der Eingangsbereich zu den Visselwiesen links neben dem Hallenbad nicht nur optisch, sondern auch ökologisch aufgewertet werden, damit die Menschen Lust haben, den Bürgerpark Visselseen zu besuchen. Und zwar nicht nur die Einheimischen, sondern auch Urlauber, die per Wohnmobil unterwegs sind. So hat sich der Ausschuss einstimmig dafür ausgesprochen, die bestehende Wohnmobilstellfläche aufzuwerten. „Dazu gehört nicht nur eine Abwasserentsorgung, sondern auch eine Entnahmestelle für frisches Wasser und Strom, die allerdings gebührenpflichtig sind.“ So hatte es die Gruppe SPD/Grüne im Vorfeld beantragt und der Ausschuss folgte der Idee begeistert, denn „dort muss sich optisch etwas tun“, waren sich alle einig. „Nur die dort aktuell stehenden Altglas- und Altkleidercontainer wie vorgeschlagen, auf dem Platz am Majorsbruch zu deponieren, ist nicht so glücklich“, so Pamela Helmke (CDU). Sie würde die Wertstoffbehälter lieber im Sichtfeld von Einwohnern sehen, damit das Umfeld nicht unbemerkt verschmutzt werden kann.

Im Zuge der Umgestaltung soll auch eine barrierefreie öffentliche WC-Anlage eingerichtet werden. Die Klos sind bereits im Hallenbadgebäude vorhanden, sollen aber nach einer kleinen Umbaumaßnahme nur von außen zu betreten sein. Ein paar Meter weiter steht die Gestaltung des Außenbereichs des neuen Jugendtreffs in der ehemaligen Küche des Hallenbadrestaurants auf der Wunschliste des Ausschusses. „Eine Begrünung, Turn-, Spiel- und Freizeitgeräte, die auch der Allgemeinheit zur Verfügung stehen, möchten wir dort einrichten“, schlägt die Verwaltung vor und fand die Zustimmung des Ausschusses.

Und wenn schon im Hallenbad die Maurerkelle geschwungen wird, dann auch im ehemaligen Gastraum des Restaurants. Dort wird als zweites Projekt für die „Perspektive Innenstadt“ ein Multifunktionsraum entstehen, der Vereinen und anderen Organisationen zur Verfügung gestellt wird.

Der Eingang zum Bürgerpark Visselseen wird aufgewertet, die Container kommen weg.

Besonders ins Auge fallen werden aber schon bald die Arbeiten an der Großen Straße. Denn die Stadt ist bereits Eigentümer zweier sogenannter Schrottimmobilien, die schon lange Fußgänger und Radfahrern ein Dorn im Auge sind, weil sie so dicht an der Landesstraße stehen, dass ein Passieren nur hintereinander möglich ist.

„Um diesen städtebaulichen Missstand zu beseitigen, werden die beiden Häuser abgerissen“, erläuterte Goebel. Allerdings erfordere das Förderprogramm, dass eine Nachnutzung zwingend benannt werden müsse. „So sollen an dieser Stelle Parkplätze für den dort ansässigen Zahnarzt und ein Parkstreifen für drei Autos an der Straße entstehen.“

Lediglich auf die Anschaffung einer mobile Bühne für Veranstaltungen will der Ausschuss vorerst verzichten. „Ich glaube, wir geben die 220 000 Euro schon mit den anderen drei Maßnahmen komplett aus“, so Jan Husmann. „Und wir haben auch nicht so viele Veranstaltungen hier, dass sich die Anschaffung einer Bühne lohnt“, so Tam Ofori-Thomas (SPD).

Gelungener Start

Ein Kommentar von Jens Wieters

Klar, es fällt einem völlig neuen Gremium leicht, seine Arbeit aufzunehmen, wenn es gleich mal 220 000 Euro ausgeben darf. Auch wenn diese Summe dem Kernortausschuss, den es so noch nicht in der politischen Landschaft Visselhövedes gegeben hat, eher zufällig vor die Füße gefallen ist, merkt man den Mitgliedern doch an, dass sie Lust an ihrem Job haben – über die Partei- und Gruppengrenzen hinaus. Diese sieben Kommunalpolitiker samt beratenden Mitgliedern sprühen nicht nur vor Ideen, sondern fordern ihre Mitbürger auch direkt auf, Anregungen zu bringen und Forderungen zu stellen. „Wir werden uns kümmern“, verspricht Ausschussvorsitzender Mathias Ullrich. Und Jan Husmann betont, dass genau dieser Ausschuss für die kleinen und größeren Probleme der Bevölkerung aus dem Innenstadtbereich eingerichtet worden sei. Jetzt liegt es an den Visselhövedern selbst, ihre gewählten Volksvertreter anzusprechen, wenn hier mal eine Straße zu dunkel oder dort eine Schaukel auf dem Spielplatz kaputt oder die Visselquelle zu schmutzig ist. „Sprecht uns einfach an, schickt uns eine Mail oder schreibt einen Brief. Wir nehmen alles und jeden ernst und werden versuchen, Lösungen zu finden“, sagen die Ausschüssler. Wer es dennoch nicht tut und weiter nur meckert, dem ist wohl nicht mehr zu helfen.

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