DB Netz stellt Konzept zur Öffentlichkeitsbeteiligung bei der Alpha-Variante vor

Kommunikator Runder Tisch

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Die Alpha-Variante sieht eine Erweiterung der Amerikalinie auf zwei Schienen vor.

Visselhövede/Verden - Von Antje Haubrock-Kriedel. Die Y-Trasse ist Geschichte, nun heißt es Ausbau statt Neubau. Die sogenannte Alpha-Variante ging als Ergebnis des vom niedersächsischen Wirtschaftsministeriums organisierten Dialogforums „Schiene Nord“ hervor. Die DB Netz stellte am Freitag in Verden das Konzept vor, wie lokale Anrainer, Organisationen und Institutionen künftig an der Realisierung der Alpha-Variante beteiligt werden sollen.

Matthias Hudaff, Leiter des Großprojekts, äußerte sich vorab in einem Pressegespräch. Wesentliches Element des vorgestellten Beteiligungskonzeptes bilden demnach regionale Runde Tische. Entlang der einzelnen Ausbaumaßnahmen werden Vertreter aller betroffenen Gruppen und Personenkreise vor Ort zusammenkommen. Pro Rundem Tisch nimmt ein Mitglied des Projektbeirates aus der Region teil, um den Informationsfluss sicherzustellen.

Als Ergänzung zu den formellen Verfahren soll an den Runden Tischen eine vertiefte und für alle Betroffenen nachvollziehbare Auseinandersetzung und Bearbeitung der lokalen Themen – wie beispielsweise der Schallschutz in Visselhövede – entlang der einzelnen Streckenabschnitte erfolgen.

„Bei operativen Fragen der Durchführung, das heißt wo, wann und in welcher Regelmäßigkeit ein Runder Tisch idealerweise stattfindet, und wer von den jeweiligen regionalen Bürgerinitiativen, Verbänden und Kommunen daran als Multiplikator teilnimmt, stimmen wir uns eng mit den jeweiligen Betroffenen sowie mit Bund und Ländern ab, erklärt Hudaff. Die Umsetzung des Alpha-Konzeptes werde modular erfolgen. Das heißt, regionale Aktivitäten werden mitunter nicht zeitgleich auftreten.

„Eine maßgeschneiderte Beteiligung ist daher die beste Voraussetzung für einen effektiven Dialog, von dem wir uns auch wesentliche Impulse für unsere Planung erhoffen“, macht Hudaff deutlich. Bei wesentlichen Projektschritten biete die DB Netz darüber hinaus auch weiterhin Informationsveranstaltungen an.

Hudaff betont, dass das neue Konzept die Beteiligung der Öffentlichkeit im Gegensatz zu früher deutlich intensiviert. „Wir hoffen, dass das Konzept Anklang findet und dass sich an den Runden Tischen ein Kreis findet, in dem konstruktiv gearbeitet werden kann.“

Geplant sei, etwa alle zwei Monate in Dialog zu treten. Grundsätzlich bestehe seitens der DB Offenheit für Diskussionen, die das Finden bestmöglicher Detaillösungen ermöglichen. „Wir binden die Menschen vor Ort ein. Wenn man sich kennt und eine gemeinsame Wellenlänge hat, trifft man sich nicht mit Anwälten. Ob unser Konzept erfolgreich ist oder nicht, werden wir in ein paar Jahren sehen, aber wir sind optimistisch“, sagt Hudaff.

Der Leiter des Großprojekts bittet die Anrainer bezüglich der Planungen allerdings um Geduld, da die vom Forum erarbeitete Alpha-Variante erst noch in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen werden muss. „Dieser Prozess braucht bis Ende 2016. Wir können erst Planungsschritte durchführen, wenn wir den Auftrag des Bundes haben. Ich denke, dass die Anrainer der Strecke Rotenburg-Verden Ende des Jahres in die Vorplanung einsteigen können.“ Die ersten Bauarbeiten sollen dann Anfang des nächsten Jahrzehnts beginnen. „Wir wollen darauf hinarbeiten, bis 2030 fertig zu sein“, erklärt Hudaff.

Hermann Luttmann sitzt im Alpha-Beirat

Ein Projektbeirat zur Alpha-Variante, der die Umsetzung und die Durchführung des Schienenprojektes sicherstellt, wurde vor kurzem in Uelzen gegründet. Bekanntlich wurde das Dialogforum „Schiene Nord“ im November mit der Festlegung auf die Alpha-Variante erfolgreich beendet, nun geht es um die Umsetzung. Vertreter der Bürgerinitiativen, der Kommunen und von Verbänden haben damals eine Lösung für den zukünftigen Hafenhinterlandverkehr erarbeitet. Mit der Alpha-Variante hat das Dialogforum eine Lösung gefunden, die nicht nur die notwendigen Kapazitäten für die zukünftigen Güterverkehre auf der Schiene schafft, sondern sie ist auch eine Lösung, mit der zeitnah begonnen werden kann und die auf eine breite Akzeptanz in der Region trifft. Der neugegründete Projektbeirat sieht es als seine Aufgabe an, die Umsetzung der Alpha-Variante zu begleiten, zu fördern und sicherzustellen und dabei den im Abschlussdokument niedergelegten Bedingungen Geltung zu verschaffen. Hermann Luttmann (CDU) ist als Landrat des Landkreises Rotenburg einer der vier Landräte in diesem Gremium. Visselhövedes Bürgermeister Ralf Goebel ist sein Vertreter im Verhinderungsfall. Klaus-Dieter Streit hat den Sitz als Vertreter für die Bürgerinitiative „Bürger für Umwelt“, er wird im Verhinderungsfall von Evelyn Rathjen vertreten. Der Landkreis Rotenburg ist damit personell gut in diesem Gremium vertreten.

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