Verdener Behörde verspricht: Planungen für L171 ab Sommer

Nächster Schritt zum Radweg

Hakten die Pläne für den Radwegebau online ab: MdL Dörte Liebetruth (SPD) und Rick Graue, Chef der Straßenbaubehörde in Verden.
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Hakten die Pläne für den Radwegebau online ab: MdL Dörte Liebetruth (SPD) und Rick Graue, Chef der Straßenbaubehörde in Verden.

Jeddingen/Kirchlinteln – Seit vielen Jahren wird er kreisübergreifend von Anwohnern gefordert, jetzt kommt tatsächlich Bewegung in die Pläne für einen etwa zehn Kilometer langen Radweg entlang der Landesstraße 171 zwischen Jeddingen und Klein Linteln (Kirchlinteln). „Die Planungen für den Radweg starten im Sommer“, erklärt Rick Graue von der Straßenbaubehörde Verden.

Das sind einer Mitteilung zufolge die Ergebnisse eines Online-Gesprächs zwischen dem neuen Behördenleiter und der Landtagsabgeordneten Dörte Liebetruth (SPD).

Die Planungen sind die eine Seite, die Umsetzung eine ganz andere. Denn es gibt einen ganz großen Haken bei der Sache: Unklar ist nämlich, ob ab dem kommenden Jahr genügend Finanzmittel zum Verwirklichen der ehrgeizigen Pläne zur Verfügung stehen. Das bereite ihm Sorge, sagte Graue. Zumindest im laufenden Jahr sei man allerdings landesweit noch gut ausgestattet.

Liebetruth, sie gehört dem Finanzausschuss der Landes an, erinnerte an die beschlossenen mehr als 91 Millionen Euro für Landesstraßen und 20 Millionen für die dazugehörigen Radwege im Jahr 2021 sowie weiteren bis zu 20 Millionen Euro für den Radverkehr aus dem Corona-Sondervermögen.

So habe sich Liebetruth auch dafür eingesetzt, schneller das Radwegenetz an Landesstraßen zu vervollständigen. Dafür solle an jedem Standort von Straßenbaubehörden ein Mitarbeiter zusätzlich eingestellt werden. In Verden allerdings ist diese Verstärkung noch nicht angekommen, wie Graue bestätigte. Allerdings werde daran gearbeitet.

In den vergangenen Jahren war es an dem viel befahrenen und etwa zehn Kilometer langen Streckenabschnitt immer wieder zu Unfällen zwischen Autos und Radfahrern gekommen. Zweimal endeten die für die Radfahrer tödlich. Eine Reihe von weiteren Unfällen hatte das Fass zum Überlaufen gebracht und auf beiden Seiten der Landkreisgrenzen gründeten sich Interessengemeinschaften (IG), die Sternfahrten und andere Protestaktionen mit vielen hundert Teilnehmern organisierten. Seit zwei Jahren säumen auch großflächige Plakate mit der Radweg-Forderung die L171.

Die Initiativen hatten darum die Landtagabgeordneten Dörte Liebetruth und den Rotenburger Eike Holsten (CDU) um Hilfe gebeten und mit den beiden auch schon Termine im Niedersächsischen Verkehrsministerium wahrgenommen. Die Baukosten wurden vor gut einem Jahr auf rund 2,5 Millionen Euro geschätzt, die das Land übernehmen würde. Die Planungen würden bis zu 25 000 Euro pro Kilometer kosten.

Dabei würde der Löwenanteil wegen der längeren Strecke auf den Landkreis Verden mit bis 170 000 Euro entfallen, da die Strecke dort viel länger ist. Der Landkreis Rotenburg hätte mit bis zu 81 000 Euro zu rechnen, so die damalige Kalkulation.

Immer wieder war auch von den Politikern aus dem Kirchlintelner und Visselhöveder Raum darauf hingewiesen worden, dass neben dem Thema Sicherheit auch der touristische Aspekt ein Grund für den Radwegbau sei. Denn es würde einen Lückenschluss auf der Strecke von Bremen bis in die Lüneburger Heide bedeuten.

Trotz der eigentlich guten Nachricht aus der Verdener Amtsstube ist die Freude bei Mitgliedern der Interessengemeinschaft zunächst verhalten. „Ich glaube das alles erst, wenn sich wirklich ein Fachmann daran setzt und erste Kartierungsarbeiten macht“, sagt zum Beispiel Hartmut Wallin aus Schwitschen, der außer im tiefsten Winter die Strecke mehrmals pro Woche beruflich mit dem Rad nutzen muss. „Sollte es tatsächlich so sein, wäre das natürlich eine positive Überraschung.“ Dass das Projekt am Ende aufgrund einer fehlenden Finanzierung am Ende weiter nach hinten verschoben werden könnte, glaubt Wallin, der für die Grünen im Visselhöveder Stadtrat sitzt, indes nicht: „Das wäre politisch kaum durchsetzbar.“

Hannes Wilkens, im Hof Tadel direkter Anwohner der Landstraße und mehrfacher Familienvater, ist „sehr froh, dass es voran geht“. Er dankt auf diesem Wege auch den beiden Landespolitikern für ihren Einsatz, der in der Landeshauptstadt offenbar auch etwas bewirke. Jetzt müssten aber auch Taten folgen und nicht nur Treffen, so Wilkens. Die vom Verdener Behördenchef Graue angedeutete mögliche Finanzierungslücke könnte Wilkens nicht akzeptieren: „20 Jahre war kein Geld, dann gab es welches, aber keine Planer. Und jetzt wieder andersherum. Das darf nicht sein.“

Wilkens weist auch darauf hin, dass die IG „sobald es Corona zulässt“ wieder Fahrradaktionen plant, um der Radwegforderung Nachdruck zu verleihen: „Vielleicht schon im Mai.“

Von Jens Wieters

Der Schnee geht irgendwann, die Forderung bleibt. Plakat an der L 171.

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