Nachts werden die Theaterfiguren lebendig

Schauspielgruppe zu Gast beim Kultur-und Heimatverein Visselhövede

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Szene aus dem Stück „Twintig Johre Wellenbreker und keen Labskaus!“. 

Visselhövede - Von Angela Kirchfeld. Der Admiral, Christa, Humphrey, Robert, Tim Sabbelsnuut, Cassandra, Edda und Ovamba: Sie alle sind eigentlich Figuren aus längst vergangenen Theaterstücken. Nun harren sie starr und steif als Wachsfiguren im Museum. Aber nachts, da erwachen sie zum Leben.

Ein schönes, fantasievolles Theaterstück mit witzigen Charakteren, welches das Jugendtourneetheater „Wellenbreker“ aus Stade im Visselhöveder Heimathaus gekonnt auf die Bühne gebracht hat. Bereits zum 20. Mal haben 14 Jugendliche im Alter von 13 bis 19 Jahren aus dem Elbe-Weser-Raum innerhalb von vier Wochen in den Sommerferien unter professioneller Leitung von Nina Englisch-Peterschewski ein plattdeutsches Theaterstück einstudiert. Dieses Jahr stand „Twintig Johre Wellenbreker und keen Labskaus!“ auf dem Programm.

Nach der erfolgreichen Premiere Anfang August in Alfstedt, waren die jungen Wellenbrecher nun auch wieder Gast beim Kultur- und Heimatverein. Susanne Euhus, zweite Vorsitzende des Vereins, begrüßte die Gäste auf „Plattdütsch“. Leider fanden sich nicht so viele Zuschauer ein, wie beim letzten Mal. Das lag wohl am schönen Spätsommerwetter, mutmaßte der Vorstand. Doch die Zuschauer, die da waren, kamen voll auf ihre Kosten und genossen die amüsante Darbietung der jungen Darsteller.

Souverän und textsicher

Gleich zu Beginn erinnerten der Hausmeister und der Autor an die Figuren der vergangenen 20 Stücke wie aus „Humphrey Bogart op‘t Olendeel“, „Blootwust un Himbeermarmelade, „Gollen Deerns und diese Keerls“, oder „Hünersupp för de Maffia“. Normalerweise kann der Theaterautor gar nicht so schnell schreiben, wie er Einfälle hat, doch nun ist sein Kopf leer.

Wie kann er seine lähmende Schreibblockade überwinden und wo bekommt er die Hammeridee für das Jubiläumsstück „20 Jahre Wellenbreker“ her? Um endlich seine ausgetrocknete kreative Quelle wieder zum Sprudeln zu bringen, sucht er sich einen Ort der Inspiration und bezieht mit Unterstützung des Hausmeisters sein neues Quartier – das Wachsfigurenkabinett des Jugendtheaters Wellenbreker.

Allerdings hat er nicht die leiseste Ahnung davon, was und wer ihn da erwartet. Denn aus irgendeiner Laune heraus, beginnen die Figuren jeden Abend nach Sonnenuntergang zu leben und machen die Nacht zum Tag. Sie lieben sich, sie streiten sich, sie vertragen und sie necken sich und stellen dabei jedes Mal das Kabinett auf den Kopf. Aber vor allem fragen sie sich, ob es wohl eine andere Welt mit anderen Figuren außerhalb ihrer kleinen Museumswelt geben könnte.

Souverän und textsicher agierten die Wellenbrekers in dem Stück von Bodo Schirmer und machten so Lust auf das nächste Mal, wenn sie vielleicht wieder zu Gast in Visselhövede sind.

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