JBS plant nach Umzug die Zukunft der ehemaligen Kaserne Lehnsheide

„Es muss zweckdienlich sein“

Viele Büros in der ehemaligen Visselhöveder Kaserne Lehnsheide suchen noch einen Mieter oder Käufer. Sicher ist dagegen, dass die Flüchtlingsunterkunft zum Jahresende aufgegeben wird. - Foto: Röhrs/Archiv

Visselhövede - Ein turbulentes Jahr liegt hinter der Kaserne Lehnsheide. Nachdem sie im Oktober vergangenen Jahres kurzfristig zur Notunterkunft für Flüchtlinge erkoren wurde, kamen mehrere tausend Menschen verschiedener Länder nach Visselhövede. Zum Jahreswechsel folgte dann der Eigentümerwechsel, die Firma JBS aus Scheeßel begann von da an, dort parallel ihren neuen Standort aufzubauen. Ende diesen Jahres ist die Notunterkunft Geschichte, und hinter den Kulissen arbeitet man an der Zukunft des Geländes.

Was die Zeit bis zum Jahreswechsel angeht, ist man bei der Rotenburger Landkreisverwaltung noch in der Klärungsphase, wie lange noch Flüchtlinge untergebracht werden sollen und wie der Rückbau vonstatten geht. „Vertraglich sind wir dazu verpflichtet, bis zum 31. Dezember Flüchtlinge aufzunehmen“, so Landkreissprecherin Christine Huchzermeier auf Nachfrage. Ob das wirklich so passiere, könne noch nicht gesagt werden.

Weiter ist man dagegen bei der Firma JBS, die aus der ehemaligen Kaserne einen Gewerbepark mit landwirtschaftlichem Schwerpunkt entwickeln möchte – den „Gewerbe Campus“. Bislang sind laut Geschäftsführer Joachim Behrens etwa 50 Prozent der Fläche belegt. Er will „Leben“ auf das Gelände bringen, schließlich ist die gesamte ehemalige Kaserne dann auch für seinen Betrieb günstiger zu betreiben. Dieser ist mittlerweile vollständig von seinem ehemaligen Standort in Scheeßel an die Vissel umgezogen.

So hat sich bereits eine Landmaschinenwerkstatt angesiedelt, ebenfalls haben sich ein Exporteur von Landmaschinen, die Kreisarchäologie und ein Sicherheitsdienst für einen Standort auf dem Gelände entschieden. „Zudem gibt es einige lose Gespräche, aus denen wir auf weitere Ansätze hoffen“, sagt Behrens. Saisonbedingt habe man sich über die Sommermonate nicht ganz auf die Vermietung konzentrieren können, „jetzt werden wir aber aktiver“.

Viele Interessenten wollen lieber kaufen

Von einigen Plänen ist man allerdings schon wieder abgerückt. Ursprünglich war angedacht, die insgesamt fast 10 000 Quadratmeter großen Büro- und Lagerflächen lediglich zu vermieten. „Aufgrund der niedrigen Zinsen sehen viele Firmen eine Miete als Verlust an.“ Einige Interessenten hätten deshalb bereits „abgewunken“, daher sei man bei einem Verkauf gesprächsbereit. Auch Wohnen soll jetzt möglich sein.

Behrens legt Wert auf die Homogenität seiner Mieter beziehungsweise seiner Käufer. „Es muss alles zweckdienlich sein, besonders schön fänden wir daher landwirtschaftliche Gewerbe.“ Doch Behrens ist auch Realist: „Das ist uns teils gelungen, aber wir wissen, dass es nicht unbegrenzt möglich ist.“ Er hat einige Ideen in petto, eine Gastronomie solle auf dem Gelände Einzug halten, es gebe „besondere Konditionen“ für Existenzgründer. Auch kleinere Lagerflächen könnten gemietet werden – Self-Storage, das gerade in Großstädten Anklang findet.

Von Matthias Röhrs

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