Hemsbünder Ratsfrau befürchtet Verunreinigungen der Bäche durch Gasbohrstellen

Muschter: Einleitung von Regenwasser ohne Erlaubnis

Carolin Muschter glaubt, dass es ein Jahr lang keine Erlaubnis für die Einleitung von Regenwasser vom Bohrplatz „Worth 01“ in den benachbarten Graben gab. - Foto: Wieters

Worth - Auch über den Bohstellen der Erdgaskonzerne in der Region regnet es mal. Das Niederschlagswasser wird von den durch Beton oder Steinpflasterung versiegelten Betriebsstätten in Gräben geleitet. „Dafür hatten die Unternehmen eine ganze Zeit lang keine Erlaubnis“, sagt Carolin Muschter (WWH), Ratsfrau der Gemeinde Hemsbünde und Mitglied des Botheler Samtgemeinderats. Sie hat Anzeige erstattet.

Während eines Spaziergangs rund um ihren Heimatort Worth sei ihr aufgefallen, dass am Bohrplatz „Worth Z01“ des Konzerns ExxonMobil Wasser aus Kunststoffrohre in einen Graben fließt, der schließlich in die Rodau mündet. „Dürfen die das eigentlich, habe ich mich gefragt“, so die stellvertretende Hemsbünder Bürgermeisterin. Das Regenwasser dieser Bohrstellen könne jederzeit bei Reinigungsarbeiten mit Lagerstättenwasser verunreinigt werden. Dieses Wasser laufe dann einfach so in die Bäche – wie wohl von vielen anderen Bohrstellen auch.

Also habe sie sich auf den Weg zum Landkreis gemacht, um das sogenannte Wasserbuch einzusehen. „Dort habe ich dann in einem Auszug nachlesen können, dass die Erlaubnis im November 2012 erteilt, aber auf den August 2014 befristet wurde. Die Erteilung erfolgte durch den Landkreis Rotenburg“, informiert Muschter.

Nach ihrer Intervention bei der Behörde der Kreisstadt, habe ihr das Amt für Wasserwirtschaft in einem Brief (liegt unserer Zeitung vor, die Red.) mitgeteilt, dass „für den Sondenplatz Worth 01 am 3. September 2015 durch das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie die Erlaubnis erteilt“ worden sei, das Niederschlagwasser einzuleiten. „Es fehlt also ein ganzes Jahr, in dem ohne Genehmigung Regenwasser zumindest von dieser Anlage in den Graben geleitet wurde“, so Muschter, die ihre Anzeige auf alle Bohrstellen im Landkreis erweitert hat.

Gert Engelhardt, Chef des Amts für Wasserwirtschaft im Rotenburger Kreishaus, hält sich bei dieser Thematik mehr als bedeckt: „Ich bestätige lediglich, dass eine Anzeige vorliegt. Es handelt sich aber um ein laufendes Verfahren, so dass keine weiteren Auskünfte möglich sind.“

Die federführende und letztlich auch die Erlaubnis erteilende Behörde sei aber das Landesamt für Bergbau und nicht der Landkreis, da bei diesen Bohrungen immer das Bergrecht greife, stellt der Dezernent klar. Seine Behörde werde jetzt aber alles tun, um den Sachverhalt aufzuklären und danach die Öffentlichkeit zu informieren.

„Nur komisch, dass neben dem Bohrplatz ein nagelneues Regenrückhaltebecken mit Revisionsschächten gebaut wurde“, wundert sich Carolin Muschter. Das lasse viel Raum für Interpretationen, was davor alles ohne Abscheider in den Graben geleitet worden sein könnte.

Dazu nochmal Gert Engelhardt: „Es ist Frau Muschters gutes Recht, ihre Schlüsse daraus zu ziehen, aber man sollte positiven Veränderungen nicht nur negativ gegenüberstehen. Früher waren die Insassen in ihren Autos auch relativ gut geschützt, mit Einführung der Sicherheitsgurte noch besser.“

Mehr zum Thema:

Klein-Kanada im Karwendel: Mautstraßen im Tölzer Land

Klein-Kanada im Karwendel: Mautstraßen im Tölzer Land

Mercedes-AMG GT Roadster: Sturmwarnung aus Stuttgart

Mercedes-AMG GT Roadster: Sturmwarnung aus Stuttgart

Geheimdienst-Kontrolleure: Umgang mit Gefährdern neu ordnen

Geheimdienst-Kontrolleure: Umgang mit Gefährdern neu ordnen

Tim Wiese gibt Autogrammstunde in Apotheke

Tim Wiese gibt Autogrammstunde in Apotheke

Meistgelesene Artikel

Chef vom „Lucky Dog Hostel“ ist baff

Chef vom „Lucky Dog Hostel“ ist baff

Zahl der Juleicas im Landkreis nimmt ab

Zahl der Juleicas im Landkreis nimmt ab

Dachbrand in Waffensen schnell gelöscht

Dachbrand in Waffensen schnell gelöscht

Selbstverteidigung im Viervierteltakt

Selbstverteidigung im Viervierteltakt

Kommentare