Berge von Verpackungsresten im Bürgerpark Visselhövede

Sommer, Sonne, Müllproblem

Drei große Tüten voller Müll in nur einer Stunde: Die Drachengruppe nach getaner Arbeit.
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Drei große Tüten voller Müll in nur einer Stunde: Die Drachengruppe nach getaner Arbeit.

Visselhövede – „Du, wir haben ganz viel Müll gesammelt, Flaschen und Dosen und so.“ Der kleine Leon aus dem Visselhöveder Kindergarten Fabula ist immer noch ganz aus dem Häuschen. Allerdings hat die gute Tat seiner Drachengruppe vom Dienstag einen nicht so schönen Hintergrund, denn der Bereich rund um das Großspielgerät im Bürgerpark Visselseen ist offenbar regelmäßig Treffpunkt von einer Altersgruppe, die eigentlich dem Kletter- und Schaukelalter entwachsen sein müsste.

Wahrscheinlich ist auch diese Gruppe, die in schöner Regelmäßigkeit Berge von Döner-Papier und Pizzaschachteln, Dosen und Flaschen, Chipstüten und Schokoriegelverpackungen dort hinterlässt. Denn eines musste der kleine Leon auch feststellen: „Heute war schon wieder viel Müll hier, wir konnten gar nicht richtig spielen.“

Nicht nur die Fabula-Kinder sind sauer auf ihre Mitmenschen, auch den Erzieherinnen stinkt das Verhalten gewaltig. „Es ist echt ätzend, wenn man sieht wie gerade dieser Spielbereich für die jüngsten Visselhöveder immer wieder komplett vermüllt“, sagt Bettina Buxel, die zurzeit mit Kolleginnen und Kindern häufiger im Bürgerpark anzutreffen ist, weil das Fabula-Außengelände wegen des Baus des Primar Campus voller Baumaschinen steht.

„Natürlich kann ich verstehen, dass die Jugendlichen den Bürgerpark gerade bei gutem Wetter wie in den vergangenen Tagen zum Chillen nutzen. Dafür ist er ja auch gedacht. Aber man kann doch seinen Müll entweder wieder mitnehmen oder in die Mülleimer werfen. Aber offenbar sind 30 Meter für einige Leute nicht zu schaffen“, so Buxel sarkastisch.

Ohne Müll im Blick lässt es sich auch viel besser spielen, so die Kinder.

Im Visselhöveder Ordnungsamt kennt man das Problem. „Wir erleben immer wieder, dass in der Bushaltestelle am Rathaus Dönerverpackungen liegen, obwohl der Papierkorb direkt daneben steht“, bedauert Mathias Haase. Allerdings sei das Phänomen nicht neu, sondern jede Kommune habe mit diesen Problemen zu kämpfen. „Im Großen und Ganzen haben wir hier in Visselhövede nur ein paar Bereiche, die besonders betroffen sind, aber das auch schon schlimm genug“, so der Bereichsleiter.

Obwohl er von dem Erfolg der Maßnahme nicht so ganz überzeugt ist, will Haase jetzt dennoch den Bauhof mit ins Boot holen und einen weiteren Mülleimer auf der Spielfläche aufstellen. „Wahrscheinlich in unmittelbarer Nähe des großen Spielgeräts, der wohl besonders vom Müllproblem betroffen ist. Vielleicht setzt dann ja doch ein Umdenken bei den Verursachern ein.“

Das hofft auch Bettina Buxel: „Denn der Bürgerpark ist so schön geworden, und wir haben solch einen Bereich mitten in der Stadt. Das gibt es woanders kaum. Es wäre mehr als schade, wenn der weiter so verschandelt wird.“ Wissen die beiden neuen Sozialarbeiter, die jetzt eine aufsuchende Jugendarbeit anbieten, vielleicht eine Lösung?

„Schwierig“, sagt Iris Weis, „wir beginnen gerade mit unserer neuen Form der Jugendarbeit und dann gleich Müllpolizei spielen, wäre wohl nicht zielführend. Vielleicht später mal.“ Das sieht auch Buxel so: „Mit Sanktionen erreicht man keine Jugendlichen. Sie müssen selbst zur Einsicht gelangen, etwas falsch gemacht zu haben.“

Der kleine Leon will sich seine älteren Mitbürger jedenfalls nicht zum Vorbild nehmen: „Ich schmeiße nie Müll in den Wald!“

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