Razzien in der Region Hannover bringen Erfolg

Mord in Visselhövede: Zwei Männer festgenommen

Am Vormittag des 9. Januar war ein 46-jähriger Albaner vor der Visselhöveder Grundschule mit mehreren Schüssen niedergestreckt worden. Er erlag später seinen Verletzungen. Die Polizei hat am Dienstag einen 22-jährigen Tatverdächtigen festgenommen. - Foto: Menker

Visselhövede/Verden - Von Jens Wieters. Beamte der Rotenburger Polizei haben in Zusammenarbeit mit Hannoveraner Einsatzkräften am Dienstag in Seelze einen ersten Tatverdächtigen für den Blutrachemord an einem albanischen Flüchtling in Visselhövede festgenommen.

Der 22-jährige Mann aus Seelze hat gegenüber der Polizei seine Beteiligung an der Tat eingeräumt. Ihm wurde noch am Dienstag der Haftbefehl verkündet. Er befindet sich wegen des Verdachts des gemeinschaftlich begangenen Mordes in Untersuchungshaft.

Laut Mitteilung der federführenden Staatsanwaltschaft Verden hätten die Ermittlungen der Rotenburger Mordkommission „Motorrad“ schnell den Verdacht ergeben, dass die gezielte Tötung des 46-jährigen Albaners am 9. Januar durch die in Albanien trotz eines gesetzlichen Verbots noch praktizierte Blutrache motiviert war.

In einer gemeinsamen Aktion deutscher, niederländischer und albanischer Polizeibeamter wurden demnach am Dienstag zeitgleich insgesamt 24 Objekte in der Region Hannover sowie in den Niederlanden und Albanien durchsucht.

105 Polizisten im Einsatz

Auf Seiten der deutschen Polizei waren 105 Beamte, darunter auch Spezialeinsatzkräfte eingesetzt. „Ein zweiter Tatverdächtiger, der in Amsterdam festgenommen wurde, musste heute wieder entlassen werden. Ein dringender Tatverdacht konnte nicht begründet werden“, so Staatsanwalt Lutz Gaebel.
Auf Nachfrage bestätigte Gaebel, dass es Mittwochmittag eine weitere Verhaftung in Amsterdam gegeben hat. „Der 24-jährige Albaner wurde im Zuge der Ermittlungen festgenommen und noch am gleichen Tag dem Haftrichter vorgeführt.“ Nähere Angaben seien noch nicht möglich. Ein weiterer Albaner, der am Dienstag in Amsterdam festgenommen wurde, musste wieder entlassen werden. Ein dringender Tatverdacht konnte nicht begründet werden. Bei den Razzien in den Flüchtlingsunterkünften wurden auch Drogen und Bargeld beschlagnahmt.

Bei den Durchsuchungen in den Wohnungen, in denen laut übereinstimmenden Medienberichten vorwiegend albanische Flüchtlinge untergebracht sein sollen, wurde umfangreiches Beweismaterial sichergestellt.

Die Polizeikräfte fanden darüber hinaus größere Mengen an Betäubungsmitteln, über ein Kilogramm Marihuana und rund 30 Gramm Kokain. Bei einem sichergestellten fünfstelligen Bargeldbetrag besteht der Verdacht, dass es sich um Drogengeld handelt. Die Ermittler nahmen unmittelbar nach den Durchsuchungen die ersten Vernehmungen auf. Die Ermittlungen auch gegen weitere Tatverdächtige dauern an.

Schütze saß auf Motorrad

Am Vormittag des 9. Januar hatten zwei Täter von einem Motorrad aus den 46-jährigen Familienvater, der als Asylbewerber nach Visselhövede gekommen war, mit mehreren Schüssen niedergestreckt. Der 46-Jährige erlag kurz danach im Rotenburger Krankenhaus seinen schweren Kopfverletzungen. Die beiden Täter flüchteten auf der Kawasaki in Richtung Bad Fallingbostel. Dort wurde das Motorrad in der Nähe der Autobahn gefunden.

Das ist das Fluchtmotorrad.

Nach Informationen unserer Zeitung hatte der 46-Jährige in seiner Heimat neben seinem Job als Polizist auch als Türsteher einer Diskothek gearbeitet. Dabei soll es zum Streit mit Jugendlichen gekommen sein, bei dem ein junger Mann offenbar getötet wurde. Vor seiner Flucht nach Deutschland soll der 46-Jährige wegen der Vorfälle eine Haftstrafe in Albanien abgesessen haben.

Schießerei vor Grundschule in Visselhövede

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