Ausschuss lehnt Hiddinger Idee einer kürzeren Version ab

Moordamm ohne Endausbau

Im Sommer war Hiddingens Ortsvorsteher Holger Eimer noch frohen Mutes, dass es zumindest mit dem 650-Meter-Ausbau klappt.
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Im Sommer war Hiddingens Ortsvorsteher Holger Eimer noch frohen Mutes, dass es zumindest mit dem 650-Meter-Ausbau klappt.

Hiddingen – Es wird nichts mit dem restlichen Ausbau des Hiddinger Moordamms in der Feldmark in Richtung Rosebruch. Der Visselhöveder Ausschuss für Landwirtschaft, Grünanlagen, Umwelt und Energie hat mehrheitlich gegen eine Sanierung gestimmt. Damit ist auch die Idee des Hiddinger Ortsrats vom Tisch, der im Vorfeld auf 350 Meter einer Sanierung verzichtet hatte, und nur noch 650 Meter des letzten genau einen Kilometer langen Teilstücks ausgebaut haben wollte, weil es keine Fördergelder aus dem Topf „Ländlicher Wegebau“ mehr gibt. „So würde die Stadt dann auch nur den Teil zahlen müssen, der beim Ausbau der 1 000 Meter fällig geworden wäre“, hatte Ortsbürgermeister Holger Eimer im Vorfeld appelliert. „Vor allem, weil die 650 Meter von Landwirten regelmäßig genutzt werden, um an ihre Flächen zu kommen.“ Zwar sei der Zustand des Wegs aktuell „einigermaßen“, weil er vor zwei Jahren mit Splitt saniert worden war, „aber nach zwei erfolgreichen Bauabschnitten sollte der Weg auch zu Ende gebaut werden“.

Den Anliegeranteil des Ausbaus in Höhe von 30 Prozent hätte die Jagdgenossenschaft Hiddingen aufgebracht, so Eimer in seinem letztlich vergeblich gestellten Antrag.

„Es gibt viele Wege im Visselhöveder Stadtgebiet, die weitaus schlechter sind als der Moordamm“, so Heiner Gerken (Grüne). Er finde es zwar gut, dass die Jagdgenossenschaft Geld für den Wegebau zur Verfügung stelle, und das „sollte auch weiter so laufen, aber eben nicht am Moordamm“.

Knackpunkt im Ausschuss waren die immer noch rund 96 000 Euro, die die Stadt auf den Tisch legen müsste. Michael Beyer (SPD): „Es ist jetzt nicht die Zeit, Geld in einen Weg zu investieren, der nicht prioritär ist.“ Auch Hermann Bergmann sieht keinen Grund, Bagger anrollen zu lassen: „Zumal es ja kaum etwas bringen würde, weil es keine gute Verbindung ins Nachbardorf bedeuten würde, da die Straße auf Rosebrucher Seite mit Schlaglöchern übersät ist. Aber von dort wird keine Sanierung gewünscht, damit die Straße nicht als stark frequentierte Abkürzung von zum Beispiel Paketdiensten genutzt wird.“

Volker Carstens (CDU) will mit dem Ausbau des Moordamms „keinen Präzedenzfall“ schaffen: „Der Weg ist noch nicht so sehr kaputt. Ein Ausbau würde nur Begehrlichkeiten in anderen Ortschaften wecken. Die Frage ist dennoch, ob man eine Förderung nicht früher hätte beantragen können.“

Im September 2019 hatten die Gremien nämlich einstimmig beschlossen, das bisher noch nicht ausgebesserte Teilstück des Moordamms zu sanieren. „Allerdings war der Beschluss verbunden mit der Voraussetzung, dass die Möglichkeit von Fördergeldern gegeben ist“, erläuterte Michael Drews von der Verwaltung. Allerdings habe das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz mitgeteilt, dass rückwirkend ab dem 31. Januar 2020 keine Anträge mehr zugelassen würden.

„Auch wenn nur die 650 statt die geplanten 1 000 Meter saniert würden, käme es aufgrund der aktuellen Preissteigerungen im Tiefbau zu einer Summe von 137 000 Euro“, so Drews. „Und wenn man die gut 40 000 abzieht, die die Jagdgenossenschaft begleichen würde, lägen die städtischen Kosten immer noch 95 900 Euro“, so der Verwaltungsmann. Zu viel, wie der Ausschuss bei nur einer Enthaltung befand.

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