Stickoxid-Gehalt an der Goethestraße im grünen Bereich

Das Messergebnis ist da

Willi Reichert hat dafür gesorgt, dass der Stickoxid-Gehalt auch in Visselhövede gemessen wurde. Foto: Wieters

Visselhövede - VON JORIS UJEN. Es ist amtlich: Die Luftqualität an der viel befahrenen Visselhöveder Goethestraße ist im grünen Bereich - ebenso wie an allen anderen Messstandorten im Altkreis. Das hat die Auswertung der Aktion „Was atmest du?“ vom Norddeutschen Rundfunk ergeben. 18 Mikrogramm Stickstoffdioxid pro Kubikmeter wurden in Visselhövede gemessen. Zum Vergleich: Der Spitzenwert der Luftmessaktion liegt an den Hamburger Landungsbrücken. Dort wurden 149 Mikrogramm pro Kubikmeter gemessen - dem fast Vierfachen über dem Grenzwert für Stickstoffdioxid. Der Luftkurort Tönning (Schleswig-Holstein) weist den niedrigsten Wert mit nur zwei Mikrogramm auf.

Dass jetzt überhaupt auch ein aktueller Wert in der Visselstadt gemessen wurde, ist Willi Reichert zu verdanken. Er hatte im vergangenen Herbst an der Aktion teilgenommen. Nachdem ein erstes Messröhrchen, das der Schwitscher in rund zwei Metern Höhe direkt an ein Verkehrsschild auf Höhe der Fußgängerampel an der Goethestraße platziert hatte, verschwunden war, bestellte er beim NDR ein neues Messinstrument. Das brachte er an eine hölzerne Infotafel am Eingang des Zernitz-Parks an der Goethestraße an. „Jetzt haben wir eine konkrete Zahl vorliegen“, freut sich Reichert. „Wir gehören nun zu den Orten, die zu dem Gesamtbild beitragen konnten. Wenn eine Stadtverwaltung das will, kann sie so relativ preisgünstig einen Messwert im Rahmen eines Bürgerservices anbieten.“ Gemeinden in Süddeutschland bieten laut Reichert diese Dienstleistung bereits an. Bürgermeister Ralf Goebel könne sich vorstellen, „dass nach dieser Aktion die Sensibilität auch auf dem Land erhöht wurde. Praktisch wäre, wenn es einen Standard gäbe, dem sich die Kommunen anschließen könnten, oder die Straßenbauverwaltung ein solches Monitoring in ihrem Aufgabenbereich hätte.“

Mehr als 5 000 Norddeutsche haben in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Bremen kleine Messröhrchen in ihren Ortschaften aufgehängt. Diese sogenannten Passivsammler haben an Hauptstraßen, aber auch an Flüssen, im Wald oder an Feldern den Stickoxid-Gehalt in der Luft gemessen. Die Röhrchen wurden dann in einem Fachlabor in der Schweiz untersucht. Auch in anderen Teilen des Altkreises platzierten Bürger die Messstäbchen an prägnanten Stellen: In Rotenburg (Fuhrenstraße), Hassendorf (Dorfstraße), Bartelsdorf (Lange Straße) und Lauenbrück (Bahnhofstraße) fallen die Ergebnisse zwischen zwölf und 18 Mikrogramm ähnlich wie in Visselhövede aus.

Die Messergebnisse

Die Ergebnisse der Luftmessaktion aus ganz Norddeutschland sind seit Montagmorgen auf der Internetseite www.ndr.de veröffentlicht. Eine interaktive Karte zeigt, wo die Atemluft schwer belastet und wo alles in Ordnung ist. Nicht nur sämtliche während der Aktion erhobenen Werte, sondern auch die der offiziellen Messstationen sind dort einsehbar. Per Postleitzahlsuche kann jeder herausfinden, wie die Werte in seiner näheren Umgebung ausgefallen sind.

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