Mehr als 100 Besucher beim Freundschaftsspiel Flüchtlinge gegen VfL-Auswahl

Am Ende war jeder irgendwie ein Gewinner

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Freundschaftliches Miteinander im dichten Nebel: VfL-Kicker und Mitglieder des Flüchtlingsteams vor dem Anpfiff.

Visselhövede - Von Vincent Wuttke. Die Sichtverhältnisse waren am Dienstagabend wegen des Nebels nicht die besten, das Ergebnis war nur zweitrangig und der Schiedsrichter überflüssig: Was wirklich zählte, war das sportliche Miteinander während des Fußballfreundschaftsspiels zwischen einem Flüchtlingsteam aus der Kaserne und Spielern der ersten und zweiten Herren des VfL Visselhövede.

Das Flutlicht schaffte es zumindest in der ersten Halbzeit kaum, den zähen Nebel zu durchdringen, so dass technische Kabinettstückchen und kluge Pässe nicht zu erwarten und vor allem nicht richtig zu sehen waren.

Aber das war ebenso unwichtig wie der Ausgang des Spiels, wie Mitorganisator Mario Buxel vom VfL-Vorstand verdeutlichte: „Wir wollen mit der Veranstaltung zeigen, dass wir helfen. So hat das sportliche Ergebnis heute Abend keinen Wert, vielmehr zählt das schöne Miteinander.“

Schon vor dem Spiel wurde deutlich, dass auch die Fußballer so dachten. Die 15 aus Syrien und dem Irak stammenden Flüchtlinge um den irakischen Jugendnationaltorwart Ahmad Alseid und die Kicker des VfL Visselhövede begrüßten sich alle freundschaftlich per Handschlag. Und bei der harmonischen Atmosphäre blieb es natürlich auch während der Partie, so dass der Schiedsrichter der Begegnung überflüssig war. Bei den seltenen Fouls unterbrachen die Spieler selber die Partie und halfen dem Gegenspieler wieder auf die Beine.

Jubel brandete schon nach wenigen Sekunden auf, denn die Flüchtlinge hatten direkt nach dem Anstoß getroffen. Auf das frühe Erfolgserlebnis folgten noch zwei weitere Treffer, die allesamt von den mehr als hundert Zuschauern lautstark beklatscht wurden. Die motiviertesten Akteure an diesem Abend waren die Betreuer des Flüchtlingsteams, die um Trainer Mohammad Hiwa immer wieder lautstarke Anweisungen gaben.

Auch mit der sportlichen Ausrüstung wurde es nicht so genau genommen. So wechselte die Mannschaft der Flüchtlinge einen Spieler ein, der mit einer Basecap auflief und die er auch nicht mehr abnehmen wollte. Und auch ein Eigentor auf Seiten der Flüchtlinge wurde wie ein „richtiger“ Treffer bejubelt.

Übrigens ging das Spiel 9:3 für den VfL Visselhövede aus, doch die Treffer zählte außer dem Schiedsrichter kaum jemand mit und es war an diesem Abend sowieso jeder der Beteiligten ein Gewinner.

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