Gruppe „TeatrOn“ braucht Unterstützung / Erfolgsreihe geht ins 22. Jahr

Märchenfest: Zukunft ist unsicher

Ragnar Garski (v.l.), Eckhard Allermann, Sabine Bente, Heike Link, Bianca Schmidt und Christian Stöckmann spielen das Stück die „Goldene Kugel“. Fotos: Zindler

Visselhövede - Von Jens Wieters. Märchen haben auch zu Zeiten des Internets mit seinen vielen Streamingangeboten noch nichts von ihrer Faszination verloren. Besonders Kinder verlieren sich in einer Fantasiewelt, wenn ihnen die berühmten Geschichten der Gebrüder Grimm und Co. vorgelesen oder auch im Theater vorgespielt werden. Das war früher so und das ist heute immer noch so. Zumindest in Visselhövede, wo am Samstag das mittlerweile 21. Märchenfest des Kultur- und Heimatvereins stattgefunden hat.

Und damit es keine Unterbrechung in dieser Reihe gibt, hoffen die Macher hinter den Kulissen des Festes auf tatkräftige Unterstützung. „Denn es geht nicht nur darum, ein Stück einzustudieren und dann vorzuführen, sondern auch drumherum ist es eine Menge Arbeit“, sagt Wolfram Zindler, der sich mit seiner Frau Hanne Meier-Zindler und der Theatergruppe „TeatrOn“ seit einigen Jahren um die Realisierung der Veranstaltung kümmert. „Aber wir werden alle älter und müssen von Jahr zu Jahr gucken, wie und ob wir weitermachen“, so der 81-Jährige, der mit seinen Schauspielern und Helfern jetzt entsprechende Gespräche führen wird. „Es wäre natürlich schön, wenn sich ein paar Leute finden würden, die uns bei der Organisation helfen“, so Zindler, der auf Anrufe unter der Telefonnummer 04262 / 4500 hofft. Dabei gehe es gar nicht um das reine Schauspielern, sondern um die Arbeit hinter und neben dem Vorhang.

Am Samstag war die allerdings ein Stück weit einfacher als üblich, da das Märchenfest wegen der Bauarbeiten rund um die Grundschule in die Aula der Oberschule an der Lönsstraße verlegt worden war. „Und diese Bühne ist natürlich größer und damit für uns auch viel einfacher zu bespielen als in der Aula der Kastanienschule, wo wir ab und zu sogar eine zweite Ebene neben der Bühne aufbauen müssen, um das Stück darzustellen“, hofft Zindler, dass das Gastspiel in der Oberschule keine Eintagsfliege bleiben wird. „Dort ist es nämlich für alle ideal.“

So durften die 63 jungen Zuschauer zwischen vier und zwölf Jahren nicht nur die Geschichte von der „Goldenen Kugel“ auf der Bühne erleben, sondern es standen noch einige Erzählrunden für verschiedene Altersgruppen, Bastelangebote und ein spannendes Märchenquiz auf dem Programm.

Die „goldene Kugel“ wurde von der „Goldenen Gans“ der Gebrüder Grimm abgeleitet. Regisseur Zindler dazu: „Ein Märchen, wie es erzählt wird, kann man nicht ohne Weiteres auf die Bühne übertragen. Eine Interpretation ist notwendig. Heute können die Kinder zum Beispiel mit Aschekuchen nichts anfangen und Sauerbier, wie im Märchen genannt, werden sie wohl auch kaum kennen.“ Weil also einige Begriffe des Märchens den Kindern unbekannt seien, wurde aus der Gans halt eine Kugel.

Den Dümmling Bruno aus dem Märchen spielte Ragnar Garski, der einem verzauberten Waldgeist beim Türschleppen half und dafür eine goldene Kugel als Dank bekam. Seine beiden Schwestern (Bianca Schmidt und Heike Link) hatten sich zuvor geweigert, dem Waldgeist zu helfen und als Strafe schwere Beine bekommen, sodass sie nicht mehr gehen konnten.

Wie im Original sammelte Bruno mit seinen Schwestern mehrere Menschen auf, die alle durch die Kraft der Kugel aneinandergefesselt wurden. Zum Beispiel Sabine Bente als neugierige Nachbarin und Eckhardt Allermann als Arzt, der die Diagnose stellte „Ihr habt Klebtomanie“, sowie schließlich der Waldarbeiter (Christian Stöckmann), der die Kugel mit seiner Axt durchschlagen sollte, aber dabei an der Kugel haften blieb. So kamen sie vor die traurige Königin (Sandra Alm), die beim Anblick der seltsamen Gruppe lauthals zu lachen begann und damit von ihrer Traurigkeit erlöst war. Das Lachen befreite auch ihren verbannten Mann (Manfred Seitz) als König.

Hanne Meier-Zindler führte erneut als Erzählerin durch die Aufführung. Sie war es auch, die das Märchenfest vor 21 Jahren mit ins Leben gerufen hatte, nachdem die ehemalige Leiterin des evangelischen Kindergartens Visselhövede ein Seminar für Märchenerzählerinnen absolviert hatte. Viele aus ihrer Gruppe waren bei der Premiere dabei, bevor auch die Erzieherinnen der Kita auf die Bühne kletterten. In den Anfängen der Spielreihe gab es einen Märchentag in der Kita und einen öffentlichen in der Grundschule. Einige Jahre lang durften nicht nur die Kinder ihrer Fantasie freien Lauf lassen, sondern es wurden auch Märchenabende für Erwachsene veranstaltet. „Dann haben sich der Erzieherinnen so langsam zurückgezogen und wir von der Theatergruppe ,TeatrOn‘ haben übernommen“, erinnert sich Zindler.

Der hofft natürlich auf eine Fortführung der jedes Jahr immer wieder erfolgreichen Reihe, „und auf ein bisschen Unterstützung“.

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