Stadtplaner Ekkehard Tamm im Ruhestand

Ein Macher geht von Bord

Ekkehard Tamm bekommt ein dickes Dankeschön-Paket von Bürgermeister Ralf Goebel (r.) - Foto: Wieters

Visselhövede - Von Jens Wieters. Nein, als Visionär möchte er sich nicht unbedingt bezeichnen, denn „da halte ich es eher mit einem verstorbenen Bundeskanzler, der gesagt hat: Wer Visionen hat, sollte sich in ärztliche Behandlung begeben“. Aber dennoch kommt er nicht drumrum, von vielen Visselhövedern als ein Mann mit Weitblick auf vielen verschiedenen Ebenen bezeichnet zu werden.

Das wird auch so bleiben, aber das „Machen und Kümmern“ – oft ehrenamtlich zum Wohle der Stadt – wird ab heute nicht mehr täglich geschehen. Denn Diplom-Ingenieur und Architekt Ekkehard Tamm zieht sich aus dem operativen Geschäft seiner Firma AGS zurück. Aber so ganz brauchen die Visselhöveder Firmen, Vereine, Privatleute und auch die Stadtverwaltung nicht auf die Hilfe des Tausendsassas verzichten, wenn es um bestimmte Projekten oder um die Entwicklung von Bauland oder ähnlichen Dingen geht.

„Natürlich werde ich einige Dinge auch noch weiter mit meinen Ratschlägen und vielen Kontakten begleiten, damit sich die Stadt auf allenen Ebenen weiterentwickelt“, so der 68-jährige ehemalige VfL-Handballer, dem die kleine Stadt an der Vissel seit seinem 14. Lebensjahr, als er mit seinen Eltern von Wittorf dorthin zog, so ans Herz gewachsen ist, dass er ihr „im Gegensatz zu vielen anderen auch nach dem Studium“ die Stange gehalten hat.

Sei es die aufsehenerregende Studie „Vissel 2000“, die unter anderem dem Einzelhandel neue Wege aufzeigte und die Zukunftschancen der Stadt in allen Facetten einschätzte, oder seien es die vielen weisen Ratschläge und vor allem die Kontaktpflege bei den vielschichtigen Themen im Bereich der Stadtentwicklung: Immer war Tamm zur Stelle, um unentgeltlich ehrenamtlich zu helfen.

„Wir stehen mit vielen vergleichbar großen Städten im Wettbewerb. Alle wollen Fördergelder, da muss man sich Gedanken machen, wie man bei den Entscheidungsträgern punkten kann. Und da hilft es, die richtigen Leute zu kennen“, beschreibt Tamm seine Netzwerkarbeit.

„Solche Voraussetzungen sind natürlich für eine Stadt wie die unsere ein Traum“, so Bürgermeister Ralf Goebel, der Tamm ein dickes Dankeschön-Paket mit internationalen Präsenten überreichte.

Goebel erinnerte daran, dass es die Entwicklung der drei Hotels an der Worthstraße und auf dem Sonnentaugelände „ohne Ekkehard Tamm“ nicht gegeben hätte. „Auch die Ansiedlung des Combi-Markts, überhaupt die Lebensader Goethestraße haben wir zu großen Teilen ihm zu verdanken“, so Goebel, der jetzt dabei ist, sein eigenes Netzwerk aufzubauen. „Aber bisher war es in einem Ministerium in Hannover immer so, dass ich dort zu hören bekam, dass Herr Tamm auch schon mit einer Idee vorstellig geworden sei.“ Das zeige, wie umfassend Tamm im Hintergrund die Weichen für eine positive Entwicklung der Stadt stelle. „Jüngstes Beispiel“, so Goebel, sei die Ansiedlung der Firma Behrens aus Scheeßel, deren Aufbau am neuen Standort Tamm begleite. „Seine aktuelle Ausarbeitung mit dem Titel Vissel 2020 hat uns auch einige sinnvolle Hausaufgaben aufgegeben, die wir jetzt Stück für Stück umsetzen wollen“, versprach der Bürgermeister in kleiner Runde.

Und so ganz wird Stadtplaner Tamm den Weg seiner Stadt sicher nicht aus den Augen verlieren, auch „wenn jetzt einige Reisen mit der Familie anstehen“, wie er betont. Denn nach 42-jähriger Selbstständigkeit mit mehreren Partnern und sportlichem Hintergrund kann er eines immer noch nicht: „Verlieren!“

Und darum habe er sich noch das Ziel gesetzt, den Visselhöveder Marktplatz aufzupeppen. „Dort ist noch eine Menge zu tun und ich habe auch schon Ideen“, sagt Tamm – und dann kommt er dann doch wieder durch, der Visionär.

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