Thema im Schulausschuss 

Schule und Kita: Lösung heißt wohl „Prima(r) Campus“

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So sieht der Plan mit dem Kita-Anbau an der Kastanienschule und der Busstrecke aus.

Visselhövede - Von Jens Wieters. „Prima(r) Campus“ heißt das neue Zauberwort, das in Visselhövede die Zukunft der Kastaniengrundschule am jetzigen Standort sichern und dennoch den Neubau einer Kindertagesstätte direkt angrenzend ermöglichen soll.

Diese Idee ist zwar nur eine von insgesamt sechs Varianten, um mehr Platz für Krippen- und Kindergartenkinder zu schaffen, sie hat am Dienstagabend aber bereits das Wohlwollen der Mitglieder des Schulausschusses gefunden. Der „Prima(r) Campus“ sieht einen Anbau direkt an die Grundschule vor, der in den kommenden Jahren den Bedarf an fünf zusätzlichen Kindergartengruppen mit Räumen im Erdgeschoss abdecken kann und laut aktuellen Geburtenzahlen und Krippenanmeldungen auch wohl muss.

Im Obergeschoss bleibt sogar noch Platz für weitere Klassenräume, die von der Grundschule genutzt werden können. Außerdem werden in dem Anbau laut Plan die kompletten Sanitäranlagen der Schule integriert Der vor rund 40 Jahren erstellte Anbau der Schule wird abgerissen, weil er nicht mehr dem neuesten Stand der Bautechnik in Sachen Energiedämmung entspricht.

Kosten von rund zwei Millionen Euro

Der Anbau ist rund 800 Quadratmeter groß und soll rund zwei Millionen Euro kosten. Hinzu kommen die Umgestaltung des Schulhofs und des Parkplatzes (200.000) und Umbauarbeiten an dem jetzigen Gebäude der Oberschule an der Lönsstraße. Denn dort könnte künftig eine Mehrfachnutzung entstehen.

„Neben den Klassenräumen der Oberschule wäre dort auch noch Platz für die Stadtbücherei, den Kinderhort, eine Art Familienzentrum für den Verein Simbav und ähnliche Dinge“, betont Bürgermeister Ralf Goebel, der gemeinsam mit einem Architekten tagelang an der Variante getüftelt hat. „Das ist auch ganz klar mein Favorit“, unterstreicht Goebel, der schon jetzt die CDU/FDP-Gruppe auf seiner Seite weiß. Die wollte im Ausschuss schon gleich für die Vorlage stimmen. Am Ende einigten sich die Politiker aber darauf, zunächst noch mal alles zu überdenken.

Die SPD zum Beispiel macht am Dienstag, 28. November, ab 20 Uhr im Café „NebenAn“ eine öffentliche Infoveranstaltung zum Thema. „Grundsätzlich möchte ich aber recht zeitnah eine Entscheidung, um die Abriss- und den ersten Teil der Planungskosten für den Neubau noch in den Haushalt 2018 einzubauen“, so Goebel.

Überlegung für Schulbus-Regelung

Die Variante habe auch eine Synergie zum bestehenden Kindergarten Fabula, sei einfach zu realisieren und habe eine gehörige Portion Flexibilität. „Die Kita-Räume werden so geplant, dass sie auch als Klassenzimmer genutzt werden können.“

Auch für die Schulbus-Regelung gibt es eine Überlegung. So wird die Gerhart-Hauptmann-Straße am Ende in Richtung Große Straße dichtgemacht, die Busse fahren zwischen Turnhalle und Kita Fabula durch, wo die Treppe zur Sporthalle und Fahrradständer weggerissen werden. Von dort können sie von Auf der Loge in den neuen Kreisel einbiegen, der im Rahmen der Sanierung der Landesstraße 171 zwischen Zollikofer-, Berg- und Soltauer Straße gebaut werden soll.

Während der Stadtelternrat noch Bedenken bei der Goebel-Idee wegen des Baulärms während des Unterrichts in der Kastanienschule hat, sieht Conny Lutz, Sprecherin des Elternrats der Schule, nur Vorteile in der Variante: „Die Schule behält ihren Standort, das Ganze wird ein nachhaltiges Schul- und Kindergartenzentrum und die Knackpunkte Schulbushaltestelle und marode Schultoiletten sind vom Tisch. Wir und die Lehrer können mit dieser Idee gut leben.“

Die anderen Kita-Varianten wie ein Neubau eines Kindergartengebäudes auf dem Festplatz am Majorsbruch, der Einzug der jüngsten Visselhöveder Einwohner in die Kastanienschule, in das Gebäude der Oberschule an der Lönsstraße oder in die Ex-Kaserne sowie Erweiterungen der Kindertagesstätten in Wittorf oder an der Visselhöveder Gartenstraße dürften laut Lutz aus Entfernungs- oder Kostengründen wohl nicht realisiert werden.

Dem stimmt auch Ralf Goebel zu: „Denn dann hätten wir immer noch viele Baustellen in den einzelnen Gebäuden und so schaffen wir viel auf einen Schlag.“

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