Anlieger der Soltauer Straße fordern Fällung

Linden machen Ärger: Ausschuss bereitet Kompromiss vor

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Anlieger und Grünanlagen-Ausschuss machten sich ein Bild von den Linden an der Soltauer Straße.

Visselhövede - Von Jens Wieters. „Wir haben nichts gegen Bäume, wollen aber keine Linden und schon gar nicht direkt an unseren Grundstücken. „Die Aussage der Anlieger der Soltauer Straße in Visselhövede überraschte in der Deutlichkeit die Politiker des Ausschusses für Grünanlagen bei einem Termin vor Ort. Mit dem Antrag auf Entfernung der Bäume haben die Anwohner aber nur zum Teil Erfolg.

Direkt an der Straße trafen sich die Ausschussmitglieder mit Anliegern, um sich über die Pflege der Rabatten zu unterhalten. Aber dazu kam es erst gar nicht, weil die Anwohner vehement die Fällung der Linden forderten. „Der gepflasterte Bürgersteig wird zur Stolperfalle durch die Wurzeln der Bäume, die auch unsere Grundstückseinfahrten und Fundamente beschädigen“, so Gabi Adler.

Die Linden würden auch Sekrete absondern, die nicht nur auf den Zäunen und parkenden Autos unschöne Verunreinigungen hinterließen, sondern auch für starke Ablagerungen auf den Dächern der angrenzenden Häuser verantwortlich seien, so der Tenor der Anlieger.

„Aber einen kompletten Kahlschlag wird es sicher nicht geben,“, dämpfte Ausschussvorsitzender Charly Carstens (CDU) die hochgesteckten Erwartungen. Er habe zwar Verständnis für die Sorgen der Anlieger, aber zu einer Stadt gehörten eben auch Grünanlagen.

Empfehlung, sechs Bäume zu fällen

Vor der Sitzung, die anschließend im Rathaus fortgesetzt wurde, hatte Gaby Behrens vom Bau- und Umweltamt festgestellt, dass drei Bäume entgegen der Richtlinie für die Anlage von Straßenbäumen weniger als drei Meter von den Häusern entfernt stünden. Außerdem hätten drei weitere Linden mit ihren Wurzeln den Gehweg so deutlich angehoben, dass sich echte Stolperfallen gebildet hätten. Behrens empfahl dem Ausschuss, die sechs Bäume zu fällen.

Auch Landschaftswart Herbert Meyer sieht diese Notwendigkeit: „Hier kann ich die Anwohner verstehen. Die sechs Bäume können weg, und die anderen sollten beschnitten werden.“ Eine Idee, der der Ausschuss folgte. Meyer empfahl, bei Straßenbäumen grundsätzlich solche zu pflanzen, die eine schlanke Krone bekämen, weil dann auch die Wurzeln nicht in die Breite gehen würden.

Eine andere Variante brachte Gerd Eimer (CDU) ins Spiel: „Vielleicht sollten wir uns bei vielen Bäumen auf eine Standzeit einigen und sie danach auswechseln. Denn es gibt immer wieder Probleme mit alten Bäumen an Straßen und Wegen.“ Bauamtsleiter Gerd Köhnken findet diese Altersgrenzen-Idee „durchaus interessant und diskussionsfähig“.

Anlieger wie Gabi Adler können mit dem Kompromiss leben: „Wichtig ist, dass die Bäume ordentlich beschnitten werden und die sechs entfernt werden. Außerdem möchten wir natürlich über weitere Maßnahmen informiert werden.“ Dann sei es auch selbstverständlich, dass sich die Anlieger um die Rabatten unter den Bäumen kümmern würden.

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