FDP diskutiert mit Gästen über Meister Isegrim

Liberale für Jagdrecht auf Wölfe

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Das Podium mit Carsten Hipp (v.r.), Jan-Christoph Oetjen, Marco Soltau und Manfred Radtke.

Hiddingen - Das Thema Wolf beschäftigt nicht nur in Visselhövede die Gemüter. Deswegen war es keine Überraschung, dass der Saal im Hiddinger Hotel Röhrs voll war, als die Freien Demokraten samt ihres Spitzenkandidaten Stefan Birkner zur Diskussion über das Raubtier eingeladen hatten.

Nach Stellungnahmen der Podiumsteilnehmer moderierte der FDP-Landtagskandidat Jan-Christoph Oetjen die zum Teil hitzige Diskussion von Befürwortern und Gegnern des Wolfes.

„Wir müssen zu klaren Regelungen finden, wie mit dem Wolf umzugehen ist. Die Grautöne bei diesem Thema müssen von der Politik definiert werden, damit feste Strukturen und nicht nur Einzelfälle vorliegen. Deswegen fordern wir als FDP die Aufnahme des Wolfes in das Jagdrecht“, sagte der ehemalige Umweltminister Stefan Birkner, der in seiner Amtszeit bereits für den Wolf zuständig war. Marco Soltau wies als Vertreter der Kreisjägerschaft darauf hin, dass bei Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht unbedingt geregelt werden müsse, wie und überhaupt, ob die Hege und Pflege des Wolfes durch die Jäger erfolgen solle. „Bei normalem Wild haben wir das Wildbret als Erlös, aber beim Wolf hätten die Jäger nur Kosten. Dann müssen wir unbedingt eine Aufwandsentschädigung bekommen, wenn wir in Sachen Wolf tätig werden“, stellte Soltau klar.

Nicht nur gerissene Weidetiere sollten gezählt werden

Der Vertreter des BUND Manfred Radtke bemängelte, dass zur Diskussion kein Wolfsberater als Experte eingeladen wurde. Außerdem bestehe zu 96 Prozent die Nahrung des Wolfes aus Wild und nicht aus Weidetieren. Diese Stellungnahme zog eine starke Reaktion der Gegner nach sich, weil derartige Statistiken aus Proben von Truppenübungsplätzen stammen sollen, wo es gar keine Weidetiere gäbe. Radtke sprach sich sogar für eine Bejagung aus, wenn in Deutschland ein Wolfsbestand von 1. 000 Tieren erreicht sei. In der Folge stritt man über diese Schwellenzahl, ob sie vom Europäischen Gerichtshof so festgelegt sei oder ob sie für 1. 000 adulte Tiere gelte.

„Nicht nur gerissene Weidetiere sollten gezählt werden, sondern auch die Tiere, die vom Wolf verängstigt werden und aus ihren Weiden fliehen“, forderte Carsten Hipp vom Landvolk. Auch der emotionale Verlust bei qualvoll verendeten Weidetieren solle berücksichtigt werden und nicht nur der materielle Schaden, so Hipp weiter.

Höhe des Bestandes in der Diskussion

Auch einige anwesende Weidetierhalter kamen zu Wort und teilten größtenteils ihre Befürchtungen durch die fehlende Vergrämung einiger Wölfe mit. So rechnete man die Gesamtkosten für Weideschutzzäune mit einer Endsumme von 600 Millionen Euro für ganz Niedersachsen vor. Die Befürworter empfahlen daher die Anschaffung von Herdenschutzhunden, worauf der Berufsschäfer Heiner Gerken aus Wittorf entgegnete, dass die Kosten der fünf bis sechs nötigen Hunde für seine Herde seine komplette wirtschaftliche Existenz in Frage stellen würde. Für diese vierbeinigen Mitarbeiter müssten ebenfalls viele Vorschriften, wie beheizte Hundehütten erfüllt werden. 

Etwas drastischer pointierte der Ratsherr Gerken: „Wenn das politisch gewollt ist, dass ich Wolfsfutter produzieren soll, muss das auch bezahlt werden.“ Die im Laufe des Abends genannten 275 Wölfe in Schweden als Obergrenze hätten dort eben auch viel weniger Nahrungsangebot als in Deutschland, klärte Gerken auf.

„Die Höhe des Bestandes der Wölfe muss diskutiert werden und dann wie in Sachsen reguliert werden. Außerdem muss klar definiert werden, was auffällige Wölfe sind und wie mit ihnen verfahren wird“, stellte Birkner abschließend fest. Egal in welcher farblichen Konstellation müsse die Bundesebene zusammen mit den Ländern dieses Problem lösen, merkte der frischgewählte FDP-Bundestagsabgeordnete Gero Hocker an. lee

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