Programm für den Kultursommer steht

Leuchtfeuer brennt zum fünften Mal

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Joseph Collard eröffnet den Kultursommer.

Visselhövede - Seit Freitag steht das Telefon im Theater Metronom (04262 / 1399) kaum noch still. Viele Anrufer wollen sich die Karten für den fünften Visselhöveder Kultursommer sichern, der vom 17. bis 21. August im Zirkuszelt zwischen Hallenbad und Heimathaus unter dem Oberthema Film sicher viele tausend Menschen an die Vissel lockt. Unsere Zeitung stellt ab heute in loser Reihenfolge die einzelnen Programmpunkte vor.

Flankiert wird das Spektakel im Zelt von einer Ausstellung unter dem Titel „Koffermenschen“. Der Mulsumer Künstler Gerd Rehpenning hat aus Bongossi-Holz 30 Koffermenschen erschaffen. Für jeden Artikel der Menschenrechts-Charta der Vereinten Nationen einen. Rehpenning greift das Thema Flüchtlinge auf, die Erinnerungen an das Leben, das sie bislang eingebettet in ein soziales und wirtschaftliches Umfeld geführt haben, an Familie, an Heim und Heimat, die sie hinter sich lassen mussten. Ausgestattet mit einem Koffer und den letzten Habseligkeiten begeben sie sich in fremdes Land, dessen Sprache sie nicht beherrschen, dessen kulturelle und gesellschaftliche Gepflogenheiten unbekannt sind.

Bereits seit einigen Wochen läuft der Wettbewerb „Visseltube“, bei dem die Veranstalter auf kreative Videos hoffen, die die Stadt aus der ganz persönlichen Sichtweise des Regisseurs zeigen. „Wir sammeln bis zu fünf Minuten lange Clips, die persönliche Bezüge zur Stadt darstellen. Es geht nicht um das tollste Equipment und die perfekte Ausleuchtung der Szenen. Allein die Idee zählt. Auch Handyvideos sind ausdrücklich zugelassen und erwünscht“, erzählt Tomke Heeren vom Theater Metronom. Die Videos können bis zum 31. Juli auf die Kultursommer-Homepage hochgeladen und bis zur Preisträger-Präsentation am 21. August angesehen werden.

Vor dem eigentlichen Start des Kultursommers Leuchtfeuer am Mittwoch, 17. August, geht es bereits am Dienstagabend ab 20 Uhr zum „Kinoabend auf der Baustelle“ in den Dschungel Südamerikas. Die Macher des Kultursommers, die Vereine „EigenArt“, der Kultur- und Heimatverein sowie das Theater Metronom, haben sich nämlich den Streifen „Fitzcarraldo“ von Werner Herzog mit Klaus Kinski in seiner Paraderolle ausgeliehen.

Der Film spielt in dem verkommenen Städtchen Iquitos zur Jahrhundertwende: ein Haufen verrotteter Bretterbuden auf schlammigem Boden, bevölkert von nackten Kindern und Schweinen. Der irische Abenteurer Brian Sweeny Fitzgerald, genannt Fitzcarraldo, träumt von der großen Oper. Er ist besessen von der Vorstellung, Enrico Caruso inmitten des Amazonas-Urwaldes einmal Verdi zelebrieren zu lassen. Er erwirbt ein Dampfschiff und fährt den Amazonas hinauf. Doch zwischen Fluss und Ziel liegen unpassierbare Stromschnellen und ein Berg.

Mit Hilfe eines Indianerstammes vollbringt er das scheinbar Unmögliche: Das Schiff wird über den Berg gezogen. Dort machen die Indianer es heimlich los und es jagt durch das Inferno der Stromschnellen. Zerschunden kehrt Fitzcarraldo nach Iquitos zurück – doch sein Traum erfüllt sich.

Die Kultursommer-Organisatoren haben nach eigener Aussage diesen Film ausgewählt, weil sie in seiner Story viel von ihrer eigenen Arbeit wiedererkennen: Eine Vision wird umgesetzt, unmöglich Erscheinendes wird realisiert, Risiken werden eingegangen, Mühen werden keinesfalls gescheut – im Film wie bei der Arbeit für den Kultursommer. Der Eintritt kostet sieben Euro, ermäßigt fünf.

Ein echtes pantomimisches Highlight gibt es gleich zu Beginn des Kultursommers am 17. August ab 20 Uhr zu erleben: Joseph Collard mit seinem Programm „Zic-Zag“ – ein Theaterstück ohne Worte. Der Pantomime spielt und erzählt dabei mit Humor, wie er Pantomime geworden ist: Er schlüpft in die Rollen der verschiedenen Charaktere, die seine Ausbildung geprägt haben. Auf diese Weise verwandelt er sich in seinen Großvater, der ihm die Lust vermittelt hat, Pantomime zu werden, danach in seine Lehrer, einen mürrischen Russen und einen Engländer „Body control – Control of the Body!“

Er spielt noch einmal seinen ersten Auftritt vor einem begeisterten und überwältigten Publikum. Die Zuschauer werden zu seinem Partner und zusammen beschreiten sie einen Zick-Zack-Kurs auf den Wellen des Lachens und der Gefühle, denn mit Hilfe der Pantomime kann man alles machen, alles erschaffen, sich alles vorstellen, so die Organisatoren. „,Zic-Zag‘: ein internationales Programm, das die Zuschauer in die Welt der Phantasie entführt, in der sich Lachen, ja Lachkrämpfe, mit Tränen des Glücks und der Emotion vermischen“, heißt es in der Ankündigung. Der Eintritt beträgt 17 Euro (ermäßigt zwölf). - jw

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