60 MINUTEN Den Visselhöveder Hamsterkäufern im „Combi“ auf der Spur

Leere im Nudelregal

Diese beiden Nudelpackungen liegen sicher auch nicht mehr lange im Regal. FotoS: WUTTKE

Visselhövede – Die Hinweise zur Zurückhaltung sind nicht zu übersehen. „Pro Haushalt maximal zwei Pakete Toilettenpapier“, steht mehrfach auf ausgehängten Zetteln. Der Erfolg dieser Blätter hält sich an diesem Mittwoch im „Combi“-Markt in Visselhövede jedoch in Grenzen. Die Hamsterkäufer sind wieder unterwegs gewesen.

Bereits am späten Mittag ist das gesamte Regal Toilettenpapier leer geräumt. Dabei hat das Team von Marktleiter Jan Meinke erst am Morgen vor der Öffnung des einzigen Vollsortimenters in Visselhövede alles bis obenhin vollgeräumt. Eine letzte Packung liegt noch bereit zum Zugriff. Und dieses Paket schnappt sich ziemlich schnell eine junge Dame. Beim Anblick der Leere schüttelt eine Mitarbeiterin verständnislos den Kopf. „Unglaublich!“ Sie spult wie ihre Kolleginnen ein immenses Pensum ab und legt eine große Wegstrecke zurück. Es vergehen keine zehn Sekunden, ohne dass jemand aus dem Team an einem vorbeiläuft. Im Gepäck haben sie meist große Wagen mit leeren Verpackungen. Dabei strahlen vor allem die Angestellten eine Ruhe und Lockerheit aus. Von schlechter Laune keine Spur.

Es werden mehr Waren denn je verkauft – dabei ist die Existenzsorge unbegründet. „Combi“ ist auf den Ansturm vorbereitet. „Die grundlegende Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs ist gesichert. Wir stellen momentan eine deutlich erhöhte Nachfrage nach Hygieneartikeln und lang haltbaren Grundnahrungsmitteln wie Pasta, Mehl und Konserven fest. Wir passen die Bestellmengen für Lager und Märkte kontinuierlich der Nachfrage an und bauen darüber hinaus unsere Kapazitäten aus“, teilt Esther Ritthoff vom Presseteam von Bünting auf Nachfrage mit. In der Tat: Es ist bis auf die wenigen „Problemfälle“ alles zu erhalten in dem Supermarkt. Der eigene Einkauf ist am Ende vollständig. Sollte es aber wie bei dem Toilettenpapier zu Engpässen oder leeren Regalen kommen, so würden diese so schnell wie möglich wieder aufgefüllt werden. Bünting teilt mit, dass in den Filialen die Arbeitszeiten und der Personaleinsatz den Bedingungen angepasst wurden – auch in Visselhövede.

Viel mehr als sonst ist an diesem Mittwoch gar nicht los. Dennoch sind die Folgen vieler großer Einkäufe an manchen Stellen zu erkennen. Die Nudelabteilung bietet kaum noch eine Auswahl. Ein paar Meter weiter sind die Eier nahezu vergriffen und die Aufbackwaren sind weg. Immer wieder ist zu sehen, wie Kunden vor den leeren Regalen stehen. Wenn sie aber nichts finden, gehen sie ohne großes Meckern weiter. Die Stimmung ist nicht angespannt. „Bleib gesund“, hört man stattdessen immer wieder durch die Gänge.

Und wie werden die Mitarbeiter vor dem Coronavirus geschützt? Um diese Frage anzugehen, gibt es bei Bünting mittlerweile einen Arbeitskreis „Coronavirus“. Er informiert die Mitarbeiter, hat genaue Entwicklungen im Blick und gibt Maßnahmen durch. „Die wichtigste Maßnahme für unsere Mitarbeiter ist, dass die bereits bekannten und üblichen Hygiene-Standards eingehalten und befolgt werden. Dadurch schützen unsere Mitarbeiter sich selbst und unsere Kunden“, so Ritthof. Aktuell bereitet Bünting für sämtliche Filialen Aufsteller für den Kassenbereich vor. Darauf sollen die Kunden zum bargeldlosen Bezahlen hingewiesen werden. Über die Scheine werden immerhin viele Viren übertragen und die Mitarbeiter an den Kassen somit in Gefahr gebracht.

Hamsterkäufe: Appell an die Kunden

Angesichts der zum Teil leeren Regale trotz größter Mühen der Mitarbeiter und Lieferanten, richtet die Bünting-Gruppe einen Appell an die Kunden. „Combi“ in Visselhövede ist Teil der Vereinigung. „Wir möchten alle aufrufen, beim Einkauf daran zu denken, dass auch ihre Mitmenschen Dinge des täglichen Bedarfs benötigen. Zu ,Hamsterkäufen’ besteht angesichts der stabilen Versorgungslage kein Anlass. Wir vertrauen darauf, dass unsere Kunden dieser Empfehlung folgen und verzichten auf Mengenbeschränkungen beim Einkauf. Natürlich geben wir weiterhin Waren nur in haushaltsüblichen Mengen ab“, teilt Esther Ritthoff vom Presseteam von Bünting mit.

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