Uwe Maas kommt mit einem neuen Verkaufswagen / Öffentlich gefördert

Lebensmittel und mehr für die Dörfer

Uwe Maas (3.v.r.) erhält ein symbolisches Nummernschild von Bürgermeister Carlos Brunkhorst (r) und einen Schlüsselbund der Lüneburger Heide.

Westerwalsede - Von Henning Leeske. Die Nahversorgung im ländlichen Raum ist auch im Landkreis Rotenburg eine große Herausforderung. Da kommt der rollende Tante-Emma-Laden von Uwe Maas gerade recht. Menschen wie er bieten Einkaufsmöglichkeiten in den kleinen Ortschaften.

Um seinen Service zu verbessern, hat sich Maas einen zweiten Verkaufswagen angeschafft. Er wurde kürzlich vorgestellt. Zuschüsse für den Wagen hatte es aus dem EU-Leader Programm Hohe Heide und der Naturparkregion Lüneburger Heide gegeben. Auf diesem Weg wurden 60 Prozent der Anschaffungskosten in Höhe von 67 000 Euro gefördert. Die 14 Gemeinden, die Maas auf seinen Touren ansteuert, hatten mit insgesamt rund 8 500 Euro für die notwendige Kofinanzierung gesorgt. Dies entspricht einem Anteil von 15 Prozent.

„Die Beteiligung der Gemeinden verdeutlicht die Verankerung in der Region und die Notwendigkeit für dieses Projekt“, sagte der Chef der Hohen Heide und Neuenkirchener Bürgermeister, Carlos Brunkhorst (CDU). Mit der Neuanschaffung des Verkaufswagens solle die Zukunftsfähigkeit der mobilen Nahversorgung durch Familie Maas, die es bereits seit 20 Jahren gibt, gesichert werden. Der alte Wagen sei aufgrund seines Alters von 40 Jahren nicht mehr zuverlässig. So manche Tour endete in der Werkstatt statt beim Kunden. Mit der kleinen Erweiterung des Fuhrparks sei die Tourenplanung flexibler und erweiterbar sowie die Beladung mit Ware wesentlich besser zu bewerkstelligen.

Vom zusätzlichen Verkaufswagen wird zuerst die Gemeinde Westerwalsede profitieren. Ab 6. Mai von 13 bis 14 Uhr steht der Hauptort der Gemeinde auf dem Tourenplan. Als besonderen Service biete Uwe Maas sogar die Lieferung bis zur Haustür an. Er fahre die Dörfer sowieso ab, mache sich durchs Hupen bemerkbar, erklärte Maas: „Manchmal trage ich die schweren Einkäufe der Kunden sogar bis ins Haus.“

„Es gab in Westerwalsede schon einmal einen rollenden Tante-Emma-Laden, als Herr Inselmann aus Jeddingen zu uns kam. Jetzt gibt es viel positive Resonanz darauf, dass Herr Maas Westerwalsede in seine Tour mit aufnimmt“, sagte Bürgermeister Jochen Hestermann (CDU).

Schon kam der erfahrene Einzelhändler Maas auf seinen Idealismus zu sprechen: „Die Menschen kommen zu mir nicht nur zum Einkaufen. Das ist immer auch ein Dorftreffpunkt, wo die Leute viel zum Schnacken kommen und mir oft das Herz ausschütten.“. In diesem Zusammenhang wies Brunkhorst auf die Zwickmühle des ländlichen Raums hin: „Einerseits gibt es eine immer stärkere Zentralisierung im Einzelhandel, andererseits Probleme bei der Mobilität auf dem Land.“

„Wenn man 20 Jahre lang den gleichen Törn fährt, fällt einem die Umstellung doch schwer“, verriet Maas. Denn seine Ehefrau fahre derzeit mit dem alten Bus eine kleinere Runde. Der neue Wagen sei Flaggschiff mit den meisten Kilometern. Denn pro Tag kämen locker 80 Kilometer reine Verkaufsfahrt zusammen. Plus die Einkäufe im Hamburger Großhandel für Obst und Gemüse sowie die anderen Waren.

In den vergangenen 20 Jahren war Maas nicht ein einziges Mal krank. Wenn er verspätet oder nur auf Bestellung liefern konnte, war dies auf technische Probleme zurückzuführen. „Wir haben unsere Kunden nie im Stich gelassen. Wenn ich mal eine viertel Stunde Verspätung in einem Dorf habe, machen die Leute sich schon sorgen.“

Derzeit erfahre der Tante. Emma-Laden geradezu eine Renaissance. In seinem Sortiment hat Maas rund 1000 Artikel. Er setzt unter anderem auf saisonale Produkte aus der Region, wie frischen Spargel aus Unterstedt. Der neue Wagen biete hier auch mehr Sicherheit, weil die Kühlung wesentlich besser sei, aber auch die Heizung im kleinen Verkaufsraum mehr Komfort für die Kundschaft verspreche, freute sich Maas auf die neue Ära.

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