Laura Jungnitz präsentiert eigene Modekollektion / Vissel-Models und Dudelsack

Karierter Schottenrock bringt den Design-Erfolg

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Nach der Präsentation auf dem Laufsteg: die Visselhöveder Models Raphael Kirchfeld (l.) und Steffen Prigge (r.) mit Designerin Laura Jungnitz und dem „Ideengeber“ David Pickering.

Visselhövede/Hannover - Dreieinhalb Jahre lang hat Laura Jungnitz den Beruf der Maßschneiderin und der Modedesignerin an der Akademie für Mode & Design erlernt. Am Sonnabend fand nun vor großem Publikum das Fashion Finale in Hannover statt. Bei der Modenschau mit allem drum und dran waren gleich vier Visselhöveder involviert.

„David Wilson“ heißt die gefeierte Kollektion der gebürtigen Visselhövederin. Namensgeber war ihr Großvater, der Wahl-Visselhöveder David Pickering. Das ist ein waschechter Schotte aus dem Wilson Clan. Das Muster seines Kilts hat Jungnitz für ihre erste eigene Kollektion inspiriert. Auf dem Laufsteg zeigten unter anderem der Jeddinger Steffen Prigge und der Visselhöveder Raphael Kirchfeld die knallbunten Hosen und Jacken. Vorweg lief der Opa mit dem Dudelsack – sehr zur Freude der vielen Zuschauer. „Das schottische Muster aus Opas Herkunft habe ich neu interpretiert. Ich habe die Karos aus Patchwork selbst geschneidert“, informiert Laura Jungnitz, die das schottisch-elegante in einer sportlichen Schiene umsetzte.

Direkt nach dem Abitur 2011 ging sie auf die Modeschule. „Ich habe immer schon gerne gezeichnet und fiel durch meinen modischen Stil auf. Aber beim zweiwöchigen Praktikum an der Akademie wusste ich, dort gehöre ich hin!“ Das sei eine Schule, die sehr viel fordere, aber auch viel biete in Theorie und Praxis.

Bereits im Oktober vergangenen Jahres schloss die 23-Jährige die Ausbildung zur Maßschneiderin ab. Dabei musste sie in nur fünf Tagen ein Kostüm mit Hose oder Rock, Blazer und einem Accessoire erstellen.

„Für mich war es wichtig, die Produktionsschritte zu kennen und umzusetzen, um mich später vor dem Chefdesigner zu behaupten und durchzusetzen“, erklärt Jungnitz.

Ist die Modedesigner-Branche immer noch eine reine Männerwelt? „Generell schon, aber wir Frauen stehen nicht sehr nach. Aber für ein eigenes Label bin ich nicht der Typ. Es gibt viele Familienunternehmen, da ist es schwer, sich mit eigenen Marken durchzusetzen“, so Jungnitz.

Nach dem Erfolg bei der Schau möchte die junge Modedesignerin, die ihre mündliche Prüfung mit 1,0 bestand, in den Bereich der Schnitt-Direktrice oder in den Einkauf. „Vor allem möchte ich ein bisschen die Welt sehen. Es ist interessant, wie sich ein Trend weltweit entwickelt, obwohl sich die Designer nicht absprechen. Mode ist sehr schnelllebig. So wird jetzt schon die Saison 2016 entwickelt.“

Zunächst will Jungnitz aber Geld verdienen, denn die Schule musste aus der eigenen Kasse bezahlt werden. „Hier hat meine Familie sehr gut zusammengehalten und hinter mir gestanden“, dankt Laura Jungnitz ihren Angehörigen, die auch in Hannover nicht fehlen durften.

Vorerst beginnt sie bei C & A in Walsrode, um kaufmännische Erfahrung zu sammeln. Aber auch sprachlich möchte sich die vielseitige Visselhövederin weiterbilden, die neben Englisch und Französisch auch Polnisch spricht und zusätzlich Italienisch lernen möchte. „Das ist wichtig, wenn ich ins Ausland gehe. Aber ich kann mir auch gut vorstellen, einen eigenen Laden mit junger Männermode in Visselhövede zu eröffnen. Das ist eine Marktlücke!“, stellt Jungnitz fest, die ihr praktisches Ergebnis Ende des Monats erwartet.

aki

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