„So langsam werde ich ein bisschen klappriger“

Käthe Voss ist mit 102 Jahren die älteste Visselhövederin

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Käthe Voss ist mit 102 Jahren Visselhövedes älteste Einwohnerin. Aus den Händen von Bürgermeister Ralf Goebel bekam sie Blumen und Urkunden überreicht. 

Visselhövede - Von Jens Wieters. 1915 war das Jahr, in dem sich der Erste Weltkrieg immer weiter ausgebreitet hat, Kaiser Wilhelm II. deutsches Staatsoberhaupt war, die Kolonie Deutsch-Südwestafrika vor den Südafrikanern kapitulierte und im kleinen Ort Schwitschen Käthe Lühning geboren wurde. Das ist 102 Jahre her und Käthe Lühning heißt jetzt Käthe Voss und ist die älteste Einwohnerin Visselhövedes.

Am 19. September hat die immer noch sehr rüstige Rentnerin im kleinen Familienkreis ihren 102. Geburtstag gefeiert, zu dem es natürlich eine ganze Reihe von Blumen und natürlich auch Urkunden gab: Eine vom Niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil, eine vom Rotenburger Landrat Hermann Luttmann und eine vom Visselhöveder Bürgermeister Ralf Goebel. Der war sich am vergangenen Sonntag noch nicht so ganz sicher, ob Käthe Voss tatsächlich die älteste Visselhövederin ist. Aber ein Blick in das Meldeverzeichnis genügte und schon machte sich Goebel mit einem Strauß Blumen nun erneut auf den Weg, um auch zu diesem Rekord zu gratulieren.

Käthe Voss lebt immer noch selbstständig in ihrem Eigenheim im Visselhöveder Westen. „Das haben mein Mann Martin und meine Schwiegereltern in den Jahren 1954/55 gebaut, ein typisches Siedlungshaus“, erzählt das Geburtstagskind, das extra für den Fototermin das hübsche rosafarbene Kleid aus dem Schrank geholt hat.

„Ich komme immer noch sehr gut allein klar. Es dauert zwar alles etwas länger, weil ich nicht mehr so gut zu Fuß bin, aber bisher habe ich noch alles hinbekommen, was ich im Haushalt erledigen wollte“, sagt Voss lächelnd

Mit 102 Jahren darf es etwas bequemer sein

Mittlerweile sind Gefrierschrank und Bügelbrett in der ehemaligen guten Stube des Einfamilienhauses untergebracht, damit die Wege möglichst kurz und ungefährlich sind. „Meine Tochter wollte nicht mehr, dass ich in den Keller gehe. Ist ja vielleicht auch besser. Stürzen möchte ich in meinem Alter nicht mehr“, hat Voss eingesehen, dass man es mit 102 Jahren auch ruhig ein bisschen bequemer haben darf.

Noch im vergangenen Jahr habe sie den Garten „ein wenig gemacht“ und sogar den „Zaun an der Straße weiß gestrichen“. Das sei jetzt nicht mehr so leicht möglich, „ich werde nämlich schon ein bisschen klappriger“.

Bisher war die eifrige Leserin der Visselhöveder Nachrichten auch mit dem Rollator noch bis in die Innenstadt unterwegs. „Zum Supermarkt und zum Bäcker, aber das geht nicht mehr.“ Das Einkaufen übernimmt jetzt der Pflegedienst, der regelmäßig bei Käthe Voss nach dem Rechten schaut. Denn ihre Tochter lebt in Einbeck, kommt aber ebenfalls regelmäßig vorbei.

„Ich bedauere ein wenig, dass es kaum noch jemanden aus unserem damaligen Bekannten- und Freundeskreis gibt, denn wir hatten früher viel Spaß miteinander beim Kartenspielen. Aber jetzt sind alle weg“, sagt die jüngste von vier Geschwistern, die ebenfalls tot sind. Auch ihr Mann Martin sei vor zehn Jahren gestorben, nachdem sie ihn 17 Jahre gepflegt habe. Heute gucken ab und an Freundinnen vorbei, um „zu klönen“. Dann gibt es ein paar Kekse, aber keinen Bohnenkaffee. „Denn den trinke ich ebenso wenig wie Alkohol.“ Vielleicht auch ein Grund, 102 Jahre alt zu werden ohne große körperliche Zipperlein. „Ich habe mich immer gesund ernährt, ruhig und bescheiden gelebt. Und bin vor allem früh aufgestanden. Morgens um sieben ist die Nacht vorbei – immer noch.“

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