Frederike Duwe verbrachte als Au-pair-Mädchen sieben Monate in Neuseeland

Lange Zeit am Ende der Welt

Frederike Duwe - Foto: wz

Visselhövede - Frederike Duwe war als Au-pair-Mädchen sieben Monate in Neuseeland. Jetzt arbeitet die Visselhövederin als Erzieherin im evangelischen Kindergarten. Der RK/VN erzählt sie von ihren Erlebnissen.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, als Au-pair nach Neuseeland zu gehen?

Frederike Duwe: Vor meinem Berufseintritt wollte ich ins Ausland. Die „Aifs Educational travels“ haben mich dann nach Neuseeland vermittelt. Ich wollte auch etwas für meinen Beruf tun und da war mein Einsatz als Au-pair gerade richtig.

Wo haben Sie am Ende der Welt gelebt?

Duwe: Ich war in Opunake, das liegt auf der Nordinsel. Meine Gasteltern waren Farmer mit mehr als 1 000 Milchkühen. Die Eltern waren junge Leute von knapp 30 Jahren und hatten drei Kinder im Alter von drei und einem Jahr sowie ein ganz kleines Baby. Ich wohnte in einem Nebengebäude, hatte da mein Zimmer.

Was waren Ihre Aufgaben?

Duwe: Ich war für die Betreuung der Kinder zuständig und machte etwas Hausarbeit.

Wie sah der übliche Tagesablauf aus?

Duwe: Um sieben Uhr Frühstück mit den Kindern. Dabei waren nicht immer alle Kinder dabei, oft nahmen die Eltern eines von ihnen mit zum Melken. Morgens dann war ich mit den Kindern im Play-Center. Dort können die Kinder spielen, die Eltern oder Betreuer bleiben aber dabei. Diese Play-Center werden vom Staat unterstützt und es gibt Auflagen, was mit den Kindern zu tun ist. Um zwölf Uhr gab es Lunch: Toast mit Marmaite, eine undefinierbare Paste, nicht jedermanns Geschmack. Nach dem Essen gingen die Kinder ins Bett und anschließend spielte ich mit ihnen. Um 18 Uhr gab es das Dinner, von der Gastmutter gekocht: Fleisch, Fisch und Gemüse, dazu Kartoffeln. Für meinen Geschmack meist zu fade gewürzt. Gegen 19 Uhr kamen die Kinder ins Bett. Dann hatte ich frei, unternahm nicht mehr viel, ging früh schlafen. Auch am Wochenende hatte ich frei und konnte mit einem Auto, das ich für mich zu Verfügung hatte, durchs Land fahren.

Gab es Kontakte zu den Menschen dort?

Duwe: Ich erlebte die „Kiwis“ offen, nett, hilfsbereit, interessiert. Auch bei Sprachschwierigkeiten waren sie immer verständnisvoll.

Hatten Sie Heimweh?

Duwe: Ja. Nach fünf Monaten war ich genervt und zwei Tage krank, aber den Aufenthalt abzubrechen, war keine Option für mich.

Das schönste Erlebnis?

Duwe: Zwei Freundinnen aus Deutschland kamen mich besuchen und blieben zwei Wochen. Ich bekam auch zwei Wochen Urlaub und konnte den siebten Monat meines Aufenthalts durchs Land reisen. Da war ich auch auf den Fidschi-Inseln und auf der Südinsel Neuselands.

Gab es ein aufregendes Erlebnis?

Duwe: Alles war aufregend. Ich machte einen Tandemsprung aus einem Flugzeug und kletterte in eine Höhle. Ein Bild von mir hat bei meinen Freunden Aufregung verursacht. Ich bin dabei ganz nahe im Wasser bei einem großen Tier – das war aber nur ein Stein.

Was fanden Sie in dem Land gut und was hat Ihnen gefehlt?

Duwe: Meine Sprache fehlte mir, meine Familie, meine Freunde und unser Essen, auch Strukturen: Die Leute sind so spontan – das fand ich zwar schön, aber etwas mehr Ordnung wie bei uns hat mir gefehlt. Besonders toll ist aber die Landschaft. Sie ändert sich ständig und plötzlich, wenn man durchs Land fährt.

Von Wolfram Zindler

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