Landkreis will Kaserne Lehnsheide in Visselhövede langfristig für Flüchtlinge einrichten

Dauerhafte Erstaufnahme

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Die Aufgabe der Feuerwehrkreisbereitschaft ist es, in den Gebäuden der Kaserne Lehnsheide rund 300 Betten aufzubauen.

Visselhövede - Von Michael Krüger. Noch im Laufe des heutigen Freitags sollen in der Visselhöveder Kaserne Lehnsheide die ersten 100 von insgesamt 300 Flüchtlingen eintreffen, die der Landkreis kurzfristig für das Land aufnehmen muss. Vier Wochen lang sollen die Menschen, die aus der restlos überfüllten Erstaufnahmestelle Friedland auf dem Weg in die Heidestadt sind, in dieser Notunterkunft bleiben. Aber auch danach bleibt die Kaserne eine Option, betonte Landrat Hermann Luttmann (CDU).

„Mein Ziel ist es, die Notunterkunft möglichst schnell in eine Erstaufnahmeunterkunft umzuwandeln“, sagte Luttmann am Mittag. Der Kreisausschuss hat auf politischer Ebene am Nachmittag bereits Zustimmung signalisiert. Auch die Stadt Visselhövede sei informiert. „Wenigstens ein Jahr lang“, so Luttmann, bliebe die Kaserne bei einer entsprechende Zustimmung der Landesregierung dann eine Einrichtung zur Erstaufnahme.

Luttmann betonte, dass die Kommunen schlichtweg gefordert seien, dem Land zu helfen. „Im Laufe des Sommers ist klar geworden, dass das Land der Aufgabe nicht mehr gerecht werden kann, eine gesetzeskonforme Erstaufnahme zu gewährleisten.“ Die Überlegungen, in Visselhövede eine solche Einrichtung zu schaffen, sei auch schon ein paar Tage vor dem aktuellen Hilfegesuch aus Hannover getroffen worden. Die Verhandlungen mit dem Scheeßeler Unternehmer Joachim Behrens, dessen Firma JBS ab Januar Eigentümer der Liegenschaft ist, seien erfolgreich gewesen. Die Kaserne böte ausreichend Platz für Firma und 400 Flüchtlinge. Luttmann: „Behrens hat grundsätzlich Zustimmung signalisiert.“

Mindestens ein Jahr lang würde die Kaserne nach den Richtlinien des Landes dann so umfunktioniert. Dafür sind laut Luttmann nur wenig Umbauten notwendig: „Wenn man etwas für diesen Zweck bauen will, ist nichts so geeignet wie die Kaserne.“ Doch noch fehlen die politischen Beschlüsse. Werden sie im Eilverfahren getroffen, könnte die Kaserne schon im Dezember oder Januar entsprechend genutzt werden.

Bis dahin ist Visselhövede unabhängig von bisherigen Quoten für die Kommunen Notunterkunft. Dafür sind seit Donnerstag hunderte ehren- und hauptamtliche Helfer vor Ort. Allein die Feuerwehrkreisbereitschaft Nord ist mit 120 Kameraden dabei. Auch die beiden Kreisverbände des Roten Kreuzes helfen mit einer Kleiderkammer, Verpflegung und Sanitätsdiensten. Ums Essen für die Flüchtlinge kümmern sich die Rotenburger Werke, das Diakonieklinikum arbeitet mit, die Kreisverwaltung hat vor Ort einen Krisenstab unter Leitung von Gerd Hachmöller, dem Leiter der Stabsstelle Kreisentwicklung, eingerichtet.

Der Landkreis sucht für den Betrieb der Notunterkunft nun weitere freiwillige Helfer zum Beispiel für die Essensausgabe, Lotsenfunktion oder in der Kleiderkammer. Für die Betreuung der Familien und die Kinderbetreuung werden insbesondere Fachkräfte aus der sozialen Arbeit gesucht. Auch Kleider- und Sachspenden (insbesondere Spielzeug, Bekleidung und Kinderbadewannen) sind erwünscht. Die Spenden können ab Sonntag, täglich jeweils von 10 bis 12 Uhr an der Pforte der Kaserne abgegeben werden. Freiwillige Helfer können ab Sonntag täglich zwischen 9 und 13 Uhr beim Sortieren der Kleiderspenden in der Notunterkunft Kaserne Visselhövede helfen. Anmeldungen unter: ehrenamt@lk-row.de oder Telefon 04261/9832859.

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