Labormobil steht auf dem Marktplatz / Nitrate und Pestizide im Visier

Umweltschützer untersuchen Brunnenwasser

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Diplom-Physiker Harald Gülzow nimmt am Donnerstag die Wasserproben entgegen.

Visselhövede - Im Sommer werden Planschbecken gefüllt und Blumen gegossen. Aber auch das Gemüse und der Rasen benötigen regelmäßig Wasser. „Das Wasser aus dem eigenen Brunnen stellt eine gute Alternative zum kostbaren Leitungswasser dar“, so Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende im VSR-Gewässerschutz. Aber ist es auch in Ordnung? Genau das wird im Labormobil der Gewässerschutzorganisation VSR getestet. Und das steht am Donnerstag, 4. Juni, von 9 bis 11 Uhr auf dem Marktplatz.

„Leider verschmutzen Nitrate und Pestizide das Grundwasser der landwirtschaftlich intensiv genutzten Region. Auch können durch verschiedene Einflüsse Krankheitserreger ins Wasser geraten“, schreibt der VSR. Bei der Untersuchung vor einigen Jahren wurden bei vielen Visselhöveder Proben erheblich zu hohe Nitratwerte festgestellt.

Ob das selbst geförderte Wasser für das Befüllen des Planschbeckens, Gießen, zum Tränken des Viehs oder sogar zum Trinken geeignet ist, können Interessierte am Labormobil erfahren. Dann nehmen die Umweltschützer Wasserproben entgegen. „Die Grunduntersuchung auf den Nitrat-, Säure- und Salzgehalt wird gegen eine geringe Kostenbeteiligung von zwölf Euro vor Ort durchgeführt, so dass das Ergebnis sofort abgeholt werden kann“, so der VSR.

Brunnennutzer, die das Wasser auch auf weitere Parameter wie Eisen und Bakterien gegen Kostenbeteiligung untersuchen lassen möchten, bekämen das Ergebnis mit einer Bewertung per Post zugeschickt. Doch keiner werde mit seinen Messwerten allein gelassen. Das Team des VSR-Gewässerschutzes berät, sobald die entsprechenden Messergebnisse vorliegen, wofür das Wasser geeignet ist. Außerdem beantworte Diplom-Physiker Harald Gülzow immer freitags zwischen 9 und 12 Uhr Fragen unter der Rufnummer 02831/976523. Damit die Ergebnisse auch aussagefähig sind, sollten für die Probenahme und Transport Mineralwasserflaschen, die zuvor mehrmals mit dem jeweiligen Brunnenwasser gespült wurden, benutzt werden. „Am besten werden diese Flaschen erst kurz vor der Abgabe am Labormobil befüllt“, so Gülzow.

Neben den allgemeinen Informationen zu Belastungen gibt es auch eine individuelle Beratung für den jeweiligen Brunnenbesitzer, um die Ursache zu besprechen.

Die Umweltschützer möchten beim Thema Wasserqualität besonders die breite Öffentlichkeit einbeziehen. „Bürger, die Brunnenwasser nutzen, haben das gleiche Ziel wie der VSR-Gewässerschutz: Das Grundwasser soll möglichst unbelastet sein,“ so VSR-Vorsitzende Susanne Bareiß-Gülzow. „So tragen wir gemeinsam dazu bei, dass die Wasserqualität des Grundwassers auch außerhalb von den Wasserschutzgebieten verbessert wird. Die Ergebnisse werden regelmäßig in Karten zusammengefasst, um Belastungsschwerpunkte deutlicher erkennen zu können. Diese können auf der Homepage der Gewässerschützer unter VSR-Gewässerschutz.de eingesehen werden“, berichtet Bareiß-Gülzow.

Dem VSR-Gewässerschutz sei es wichtig, dass die Bürger die Belastung des Grundwassers kennen. Die Ergebnisse würden deshalb öffentlich gemacht. „Unsere Messwerte sollen dazu führen, dass Landwirte und Politiker, aber auch interessierte Bürger gemeinsam nach Lösungen suchen.“

jw

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