Kunden halten digital die Treue

Modegeschäfte leiden besonders unter Lockdown-Verlängerung

Modehändlerin Martina Schwarz setzt darauf, dass die harten Maßnahmen Erfolg bringen.
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Modehändlerin Martina Schwarz setzt darauf, dass die harten Maßnahmen Erfolg bringen.

Visselhövede – Mit Spannung haben die Visselhöveder Einzelhändler am Dienstagabend vor dem Fernseher gesessen und zugeguckt, was die Länderchefs mit der Bundeskanzlerin beschlossen haben. Das Ergebnis ist bekannt: Die Ladentüren bleiben bis mindestens Ende Januar geschlossen und damit die Kassen leer.

„Ich habe allerdings damit gerechnet, dass wir eine Verlängerung des Lockdowns bekommen“, sagt Martina Schwarz, Chefin der Boutique mit dem in die Zeit passenden Namen „Virus – Trend, der ansteckt“. Sowohl der Lockdown light im November als auch die Verschärfungen ab Mitte Dezember hätten nicht den gewünschten Erfolg gebracht, was die Senkung der Infektionszahlen angehe. „Darum ist es jetzt auch richtig, die Maßnahmen zu verschärfen“, so Schwarz, die aber auch davon ausgeht, dass sie ihre Ladentür „wohl erst wieder Mitte Februar“ öffnen darf. Denn sie glaubt nicht, dass Deutschland in gut drei Wochen auf eine Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 pro 100 000 Einwohner kommt.

„Aber besser jetzt länger und schärfer, als trotz schlechter Zahlen zu früh zu lockern und sechs Wochen später wieder in den nächsten Lockdown zu rutschen“, betont Schwarz, die mit ihrem kleinen Modegeschäft die Krise wirtschaftlich überstehen will. „Zum Glück kommen mir die Lieferanten entgegen und wir haben Verlängerungen des Zahlungsziels vereinbart.“ Und auch viele Stammkunden halten ihr die Treue. „Sie bestellen Gutscheine oder Ware per Telefon oder Nachrichtendienste.“ So habe eine Kundin vor Weihnachten einen 300-Gutschein gekauft und ihr gesagt, dass sie den erst in ein paar Monaten einlösen würde, nur damit das Geschäft überhaupt ein bisschen Umsatz habe. „Das tut schon gut“, sagt Schwarz, die hofft, nicht zu viele Kunden an den Onlinehandel zu verlieren.

Auf verschiedenen Internetplattformen würden Ladenbesitzer aktuell aufgefordert, ihre Geschäfte trotz der Beschränkungen zu öffnen, um damit gegen die Beschränkungen zu protestieren. „Davon halte ich gar nichts. Wir müssen alle damit durch und uns auch so solidarisch verhalten“, betont Schwarz, die auch im Vorstand des Gewerbevereins sitzt.

In einer ähnlichen Situation, wenn auch in wesentlich größeren Dimensionen, befindet sich Nicole Fedderken-Pries, deren Familie seit mehr als 140 Jahre das Modegeschäft an der Goethestraße führt. „Zwei, drei Kunden am Tag rufen morgens an und bestellen Ware zur Auswahl. Nachmittags liefere ich dann aus“, informiert Fedderken-Pries, die froh ist, zumindest per Telefon, WhatsApp und Co. den Kontakt zu ihren Kunden halten zu können.

Sie hofft, „dass die Verlängerung des Lockdowns auch wirklich Ende Januar endet, denn wir wollen natürlich auch unsere aktuelle Winterware noch verkaufen“. Das sei zwar auch dann nur mit satten Rabatten möglich, aber immerhin.

Auch sie verstehe, dass die Politik nicht anders handeln könne, und hoffe darum, dass sich alle Menschen an die Auflagen hielten, denn „wir wollen alle diese Krise möglichst schnell hinter uns bringen“.

Das sei wirtschaftlich gerade für den stationären Einzelhandel nämlich dringend nötig. „Gerade unseren Modebereich, aber auch die Schuhgeschäfte trifft es besonders hart, weil wir Saisonware verkaufen, die in der Regel schon ein Jahr vorher geordert wird und damit eine lange Vorlaufzeit hat.“ Zum Glück klappe die Zusammenarbeit mit den Lieferanten ganz gut, die eine großzügige Valuta angeboten hätten.  

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