WiV kritisiert Studie der Gesellschaft für Geowissenschaften und Rohstoffe

„Fracking wird verharmlost“

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Eckhard Langanke (l.) und Matthias Grube.

Visselhövede - Die Visselhöveder Stadtratsgruppe „Wir in Visselhövede“ (WiV) kritisiert die gerade veröffentlichte Studie der Gesellschaft für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), wonach das umstrittene Fracking bei der Förderung von Erdgas mit dem Trinkwasserschutz vereinbar sei. „Soll das etwa bedeuten, dass die Erdgasförderung in der Region ab sofort wieder mit Fracking fortgesetzt oder aufgenommen wird?“, fragt sich WiV-Vorsitzender Eckhard Langanke in einer Mitteilung.

Während rund 200 Ärzte aus der Region Rotenburg vor wenigen Tagen vom Land Niedersachsen forderten, der erhöhten Krebsrate in Bothel und Rotenburg auf den Grund zu gehen, veröffentlichte die Bundesgesellschaft für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) als zuständige Behörde des Bundeswirtschaftsministeriums eine Studie, aus der hervorgeht, dass eine der bis dahin diskutierten möglichen Ursachen dafür nicht in Frage kommt: „Das Fracking zur Förderung von Erdöl und Erdgas ist mit dem Trinkwasserschutz vereinbar“, heißt es dort (siehe Infokasten).

„Die Sorgen in der Bevölkerung werden in der Studie heruntergespielt“, beklagt WiV-Ratsherr Matthias Grube, „der Präsident der BGR argumentiert darin sogar, dass die Mehrheit der Geowissenschaftler und staatliche Fachbehörden darauf hinweisen, dass die Risiken der Technologie für Mensch und Umwelt von der Bevölkerung überschätzt würden. Legen wir also die Frage nach den erhöhten Krebsraten zu den Akten?“

Die WiV teilt weiter mit, dass sich die Studie sehr intensiv mit der Bedeutung der Erdöl- und Erdgasvorkommen in der Region auseinander setze und sie betone, dass ein nennenswerter Teil der inländischen Förderung von Primärenergie damit gesichert werde.

„Von einer Bundesgesellschaft hätte ich mir, neben den wirtschaftlichen Betrachtungen, doch zumindest eine stärkere Berücksichtigung vorhandener Gesundheitsgefährdungen erwartet“, so der stellvertretende WiV-Vorsitzende Uwe Joost, „aber das war anscheinend als Grundlage für die Studie gar nicht gewollt.

Er hofft aber, „dass das vielleicht bei der zum Thema Fracking erforderlichen Gesetzgebung im Bundestag ausführlich nachgeholt wird.“

Die BGR kommt in ihrer 237 Seiten starken Studie zu völlig anderen Ergebnissen, als Expertisen von Fracking-Gegnern. So heißt es zum Beispiel (Auszug): „Selbst bei einem konservativ angenommenen Stofftransport sowie vorhandenen natürlichen Ausbreitungspfaden ist kein Aufstieg zu den oberflächennahen Grundwasserleitern festzustellen, der eine nachteilige Veränderung der Wasserbeschaffenheit bewirkt.“ Selbst bei der Langzeitsimulation würden die Fracking-Fluide nicht die Jura-Kreide-Grenze in 1000 Meter Tiefe erreichen. „Somit würde selbst eine bis zur Oberfläche hydraulisch wirksame Störung keinen nennenswerten Pfad in Richtung auf das nutzbare Grundwasser darstellen. Die Stoffausbreitung erreicht in einer Langzeitsimulation über hunderte von Jahren nur wenige Meter.“

Aus geowissenschaftlicher Sicht könne daher grundsätzlich der Einsatz der Fracking-Technologie kontrolliert und umweltverträglich erfolgen.

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