Krimis nicht nur für Kreuzfahrer

Aida-Autor Jörg Böhm stellt den Landfrauen seinen neuen Roman vor

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Landfrauenvorsitzende Susanne Tamke dankt dem Schriftsteller Jörg Böhm für die Lesung und viele Informationen.

Visselhövede - Von Angela Kirchfeld. Über dem Altar der Kathedrale in Palma de Mallorca hängt eine Nonne, die ans Kreuz genagelt wurde. Auf ihrem Habit steht das lateinische Wort Peccavi – „Ich habe gesündigt“.

Nur ein grausamer Ritualmord oder gibt es eine Verbindung zu einem spektakulären Kunstraub, von dem auch das Kloster der Gottesfrau betroffen war? So beginnt der spannende Krimi „Niemandsblut“ von Jörg Böhm, den der Autor jetzt dem Visselhöveder Landfrauenverein vorgestellt hat.

Wenn man die dramatischen Zeilen liest, glaubt man gar nicht, dass dahinter ein humorvoller Schreiber steckt. „Jeder von uns hat eine böse Seite. Ich kann mich hier literarisch austoben“, freute sich Jörg Böhm nach der Lesung. 

Er war bei den Landfrauen im Café „NebenAn“ zu Gast, um aus seinem jüngsten Werk zu lesen, aber auch um über seine Arbeit und seinen Werdegang „vom Tellerwäscher zum Millionär“ zu plaudern. „Ich liebe mein Leben, und ich liebe, was ich tue“, bekräftigte der ehemalige Sparkassen-Pressesprecher, der auch für eine Versicherung tätig war. „Glauben Sie mir, hier bekommt man die besten Inspirationen, um Krimis zu schreiben!“

Seine Erfolgsgeschichte begann vor vier Jahren auf einem Kreuzfahrtschiff der Aida-Flotte, als er gebeten wurde, aus seiner „Emma-Hansen-Reihe“ zu lesen. „Wahrscheinlich kamen die Zuhörer nur wegen der Schwarzwaldtorte, die es gab, da die Geschichte im Schwarzwald spielt. Und Essen geht auf den Schiffen immer“, witzelte Jörg Böhm.

Ein Jahr darauf wurde er bereits als Gastkünstler für die Aida fest gebucht, um seinen eigenen Kreuzfahrt-Krimi vorzustellen. „Das war wie ein Sechser im Lotto.“

Der Titel „Moffenkind“ ist ein niederländisches Schimpfwort, das ein von einem deutschen Wehrmachtssoldaten und einer Holländerin gezeugtes Kind beschreibt. „Das Buch war so erfolgreich, dass ich ein Jahr später für das neue Schiff den Roman Niemandsblut schreiben durfte. Darin geht es um den größten Kunstraub in der DDR.“ Eine Auflage der Kreuzfahrtdirektion gab es allerdings: „Der Mord darf natürlich nicht auf dem Schiff passieren, denn die Leser sollen ja weiterhin Kreuzfahrten buchen. Meine Bücher sind aber auch immer spannende Reiseführer.“

Sein Erfolgsrezept erklärt Böhme so: „Bei mir sind es immer Mordwaffen, die sowohl von Männern als auch von Frauen benutzt werden können und dem Mörder vor die Füße fallen, sodass der Leser lange Zeit im Dunkeln tappt. Man muss einfach weiterlesen. Die Leser sollen den Mord nicht gut heißen, aber Mitgefühl empfinden, warum er ausgeübt wurde.“

Im Oktober 2014 hängte der fast 40-Jährige seinen alten Beruf an den Nagel, um sich ganz der Schreiberei zu widmen. „Ich backe jetzt kleinere Brötchen, aber sie sind handgemacht und schmecken besser!“ Böhm, der den Nachnamen seines Mannes Boris Henn annahm, aber weiter unter Böhm pro Jahr ein Buch schreibt: „Es soll auch Böhm drin sein, wenn Böhm drauf steht.“

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