Jury des Kreiswettbewerbs unterwegs

„Unser Dorf hat Zukunft“: Buchholz hofft auf den Titel

Die Jury macht sich Notizen.
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Die Jury macht sich Notizen.

Buchholz – Der Rasen des Dorfplatzes ist gemäht, die Straßenschilder gesäubert, unzählige Bäume gepflanzt, der Gemeinschaftsgarten inklusive Fühlpfad ist für die Besucher bereit: Der kleine Ort Buchholz mit seinen gut 220 Einwohnern ist bestens vorbereitet auf den großen Tag, der aufgrund der Pandemie um ein Jahr verschoben wurde: Die Abschlussbereisung der Expertenkommission des kreisweiten Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“.

Und um kurz vor 15 Uhr ist es soweit: 14 Fachleute, die sich mit der Thematik auskennen, kleine und größere Dörfer zukunftsfähiger zu machen und die Stadtflucht zu verhindern, rollen per Bus zur Dorfremise. Und sie kommen aus dem Staunen nicht heraus. Denn anders als üblich, können sie nicht per Panoramafenster des Busses auf das schauen, was die Buchholzer mit ihrem Dorf gemacht haben, sondern sie machen es sich unter dem Schleppdach gemütlich und gucken einen Film.

Aber nicht irgendeinen, sondern der Buchholzer Dorfverein hat den rund 70-minütigen Streifen mit Julia Bremer als kecke Reporterin in den vergangenen Wochen mit viel Liebe produziert. „Darin ist im Prinzip unser ganzes Dorfleben abgebildet“, begrüßt Ortsvorsteher Dominik Oldenburg die Gäste und eine Handvoll Mitglieder des Dorfvereins, die wegen der Corona-Regeln zugelassen waren.

Die Experten bekommen zu sehen, wie ein kleines Wäldchen mit viel Totholz in einen blühenden Dorfgarten umgewandelt wurde, und jetzt kleine und große Entdecker einlädt, Abenteuer zu erleben. Sie staunen über die Eigenleistung der Einwohner beim Bau des völlig umgestalteten Feuerwehrhauses. Sie wundern sich, welche Naturschätze und Erholungsbereiche das Dorf in der direkten Umgebung bietet, und sie werden über die Wohnbauentwicklung informiert, die als dörfliche Innenverdichtung vorangetrieben wird, „damit junge Buchholzer, die gerne im Ort bleiben wollen, auch die Chance dazu haben“, hebt Oldenburg hervor.

Die Gruppe von Fachleuten, die sich überwiegend aus Mitgliedern des Kreistags zusammensetzt, bekommen viele Infos darüber, wie ihre eigenen Vorschläge, die sie während der Erstbereisung vor einigen Monaten gemacht haben, umgesetzt worden sind – wie zum Beispiel eine bienenfreundliche neue Bepflanzung des Friedhofs.

„Aber alles war natürlich wegen der langen Corona-Pause plus Lockdown nicht mehr ganz so einfach“, beschreibt Oldenburg die Situation des „Wettbewerbs unter verschärften Bedingungen“.

Denn nach der erfolgreichen Bewerbung hätten sich einige Gruppen gebildet, die voller Elan die ersten Aufgaben angegangen seien. „Es wurden Pläne geschmiedet, Treffen veranstaltet und Arbeitseinsätze vereinbart, „Aber dann kam Corona. Und da viele Ältere in den Gruppen aktiv waren, mussten wir zunächst äußerst vorsichtig planen und agieren, aber schließlich kam die Arbeit ganz zum Erliegen.“

Ein Wald aus toten Bäumen wurde zum Dorfgarten.

Erst vor wenigen Wochen, als klar war, dass der Wettbewerb zwar in einem engen Zeitrahmen, aber „immerhin“ wieder fortgesetzt werden konnte, hätten sich die Buchholzer ins Zeug gelegt, um noch eine Menge bis zur Abschlussbereisung umzusetzen.

„Alles hat natürlich nicht geklappt, weil nicht jeder Haus- oder Grundstückeigentümer bereit ist, seine in den vergangenen Jahren mit Mühe gezogene Ligusterhecke aus dem Boden zu reißen und sie durch eine Buchenhecke zu ersetzen“, berichtet Oldenburg schmunzelnd.

Währen die Kommission, die kurz zuvor das noch kleinere Bellen besucht hatte, den Film schaut, in dem Robert Rabe unter anderem erklärt, warum er gerne nach Buchholz gezogen ist, und Jürgen Klick informiert, was es mit der ehemaligen Kommune und jetzigem Mehrgenerationenhaus Buchholz 7 auf sich hat, geht Julia Bremer mit Michael Meyer von der Stabsstelle Kreisentwicklung des Landkreises durchs Dorf, um ihm einige Besonderheiten zu zeigen.

Ortsvorsteher Dominik Oldenburg stellt das Dorf vor.

Dazu zählen natürlich auch die neuen Schilder für die Ortswege, dessen Netz jetzt gebaut wird. Bremer führt den Fachmann am Bauerngarten vorbei, zeigt ihm den Dorfspielplatz, der mit Engagement einer Eltern-Kind-Gruppe und privaten Spenden ordentlich aufgepeppt wurde, und sie weist auf die alten niedersächsischen Bauernhäuser hin, die in Buchholz zum Ortsbild gehören.

Unter der Remise berichtet derweil Norbert Foth vom Ortsverein der Moderatorin Lena Foth, die humorvoll durch den Nachmittag führt, was der Verein so alles auf die Beine stellt und was den Zusammenhalt in dem kleinen Ort ausmacht.

Visselhövedes Bürgermeister Ralf Goebel wirbt derweil bei der Jury um den Vorsitzenden Hartmut Leefers für ein gutes Votum für das Dorf, denn „die Gemeinschaft ist dessen Herz“. Und selbst wenn es mal Konflikte gebe, würden sie fair gelöst, damit alle anschließend wieder ein Bier zusammen trinken könnten. Das gibt es am Ende der Präsentation zwar nicht, aber Kaffee und Kuchen von den Buchholzer Landfrauen.

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