Kreistags-Mehrheitsgruppe bekommt Infos vom Visseler Präventionsrat

„Ohne Ehrenamtliche keine Integration“

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Die Mehrheitsgruppe am alten Bahnhof.

Visselhövede - „Ohne ehrenamtliche Helfer ist die Integration der Flüchtlinge nicht möglich“, so Gustav Stegmann vom Visselhöveder Präventionsrat. Wie wichtig und umfangreich die Arbeit der Ehrenamtlichen bei der Bewältigung der großen gesellschaftlichen Herausforderung ist, davon überzeugte sich jetzt die SPD/Grüne/WfB-Mehrheitsgruppe im Kreistag vor Ort.

Visselhövede habe zurzeit 180 zugewiesene Flüchtlinge, die Zahl der ehrenamtlichen Helfer belaufe sich dagegen auf etwa 35 sogenannte Paten, wird Stegmann in einer Mitteilung der Politiker zitiert. „Sollten wir dieses Jahr die gleiche Anzahl an Flüchtlingen wie 2015 bekommen, könnte dies von unseren ehrenamtlichen Mitarbeitern nicht mehr bewältigt werden.“

Neben der Betreuung bei Behördengängen, bei der Arbeitssuche, der Sprachvermittlung und bei Arztbesuchen würden auch Nähkurse im alten Bahnhof in deutscher Sprache angeboten.

Nicht immer konfliktfrei verlaufe laut Stegmann die Zusammenarbeit mit der Landkreisverwaltung. So dauerten die Freigaben für eine Facharzt-Überweisung „viel zu lange“. Stegmann bemängelt laut Verlautbarung, dass beim Sozialamt des Landkreises häufig mit Verweis auf die zahlreichen Aufgaben und Einzelfälle eine lange Bearbeitungszeit eingefordert werde, was zum Teil anschließend von anderen Stellen der Behörde falsch ausgelegt würde: „Wenn eine Unterstützung für eine besondere Leistung beantragt wird, diese aber erst nach mehr als acht Wochen zur Auszahlung kommt, unterstellt eine andere Stelle der selben Behörde, dass diese Zahlung auch aus eigenen Mitteln hätte geleistet werden können. Dass die betreffenden Personen in ihrer Not aber das Geld bei Dritten geliehen haben, ist dort kein stichhaltiges Argument.“

Insgesamt erscheine die Personaldecke der Kreisverwaltung für die Flüchtlingsarbeit als zu dünn. „Wenn Teilzeitkräfte keine Vertretung haben und sich die Bearbeitung dort türmt, ist das nicht zumutbar – nicht für die Mitarbeiter und schon gar nicht für die Antragsteller“, so der Vorsitzende des Präventionsrates.

Auch eine bessere gesellschaftliche Anerkennung der ehrenamtlichen Arbeit wünscht sich der Vertreter des Präventionsrats. „Für die Ehrenamtlichen wäre es eine Motivation, wenn sie für ihre geleisteten Stunden eine Spendenbescheinigung bekämen, um damit ihre Steuerlast zu reduzieren. Wenn man pro Stunde 8,50 Euro oder eine monatliche Obergrenze von maximal 100 Euro festsetzen würde, wäre das eine wertvolle Würdigung ihrer ehrenamtlichen Mitarbeit, ohne die die Kommunen die anfallende Aufgaben ohnehin nicht erledigen könnten.“

Bernd Wölbern, Sprecher der Mehrheitsgruppe, sagte Stegmann zu, dass die Anregungen aufgenommen würden: „Wir wollen damit in eine Diskussion eintreten, wie wir als Kreispolitiker die Arbeit der ehrenamtlichen Flüchtlingsbetreuer unterstützen oder gar erleichtern können.“

jw

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