Goebel hofft auf Ideen

Kreiselgestaltung in Visselhövede wird zu einer schweren Geburt

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So sieht das Modell aus, das Schülerinnen der Scheeßeler Eichenschule geschaffen haben. 

Visselhövede - Von Jens Wieters. Der eine will, aber darf nicht so ohne Weiteres. Andere sprechen von Ideen, kommen aber bisher damit nicht rüber. Und auch ein öffentlicher Aufruf blieb bis heute fast gänzlich ohne Resonanz. Die Gestaltung des Innenraums des Verkehrskreisels an der Rotenburger Straße in Visselhövede ist mehr als schwierig.

Aber eins ist schon mal klar: Der Weihnachtsbaum, der auch nicht die ungeteilte Bewunderung bei den Einwohnern erfahren hatte, steht nur noch wenige Tage dort. Im Frühjahr werden auch die Blumen wieder blühen, die Bauhof-Gärtner Jürgen Karußeit angepflanzt hat. Aber die Stadt möchte etwas Bleibendes, etwas Einzigartiges, das dafür sorgt, dass sich Durchreisende positiv an Visselhövede erinnern und den eigenen Bürgern ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Selbst die Landesbehörde für Straßenbau hat grünes Licht gegeben, wenn bestimmte Vorgaben wie Abstände und Beleuchtung eingehalten werden.

Bürgermeister Ralf Goebel ist bei dem Thema ein wenig enttäuscht: „Wir haben unsere Schulen angeschrieben und um Vorschläge für die Gestaltung des Kreisels gebeten. Es gab aber null Resonanz.“ Einzig aus Scheeßel kam ein Vorschlag. „Schülerinnen der Eichenschule waren in der Stadt und haben sich die Begebenheiten angeschaut. Anschließend wurde im Kunstunterricht ein Modell entworfen“, informiert Goebel.

Hoyer-Quader für Visselhövede?

Das beinhaltet drei abgerundete fast zwei Meter hohe Tafeln, die gegenüber der drei auf den Kreisel zuführenden Straßen aufgestellt werden. Auf den Außenseiten sind das Rathaus, das Visselhöveder Wappen sowie der Glockenturm mit St.-Johannis-Kirche zu sehen. In der Mitte des Modells haben die angehenden Künstler eine silberne Metallblume drapiert, die von einer Biene umschwärmt wird. Das wiederum soll das Tor zur Heide symbolisieren und gleichermaßen an Visselhövede als die Stadt erinnern, in der ehemals Honig und Bonbons hergestellt wurden.

Goebel will das Modell in den kommenden Monaten der Politik zur Diskussion stellen, hofft aber bis dahin auf weitere Ideen. „Es wäre schön, wenn sich auch Visselhöveder beteiligen würden.“

Der Kreisel in Verden.

Denn trotz einer großen Künstlerkolonie an der Vissel, hat sich offenbar noch kein Feingeist mit der Gestaltung der Kreiselfläche befasst. Während einer Ausschusssitzung vor gut einem Jahr hatte Bildhauer Heiner Kemna aus Hiddingen einen Ideenwettbewerb zwischen Künstlern angeregt – geschehen ist seitdem aber nichts.

Damals wurde von dem Gremium auch ein Vorschlag der örtlichen Unternehmensgruppe Hoyer wegen einer möglichen Verquickung von Werbung für ein Unternehmen und Kunst im öffentlichen Raum abgeschmettert. Daraufhin hatte Firmenchef Wilhelm Hoyer in unserer Zeitung betont, dass er damit raus sei aus der Nummer..

Vögel in Walsrode.

Doch der Bürgermeister ist optimistisch, dass der Hoyer-Quader doch noch mit im Rennen bleibt. Die meterhohe Granitsäule ist an den Seiten ebenfalls mit Symbolen aus dem Visselhöveder Stadtbild versehen. Unten sind Lichtelemente angebracht, die ebenfalls auf das Leben in der Stadt hinweisen. Auch eine Kanne Öl und eine stilisierte Zapfsäule ist darauf zu sehen. Daran findet Goebel aber auch nichts verwerflich: „Schließlich wird Visselhövede bundesweit durch die Firma Hoyer als Energiestandort in Verbindung gebracht. Und auch der Kreisel in Walsrode weist auf den Weltvogelpark hin. In Verden stehen Pferde und Rinder für Auktionen in der Niedersachsenhalle. Das sind auf ihre Art auch Wirtschaftsunternehmen.“

Im Rathaus wartet man jedenfalls ab sofort auf weitere Kreiselvorschläge.

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