Komödiantische Diskussion im Ausschuss / Sparkurs beim „Leuchtfeuer“

Rotstift auch im Kultur-Etat

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Die Helfer des Kultursommers (hier 2013) müssen im kommenden Jahr einen Sparkurs steuern.

Visselhövede - Von Jens Wieters. Das Hütthofer Theater Metronom könnte ohne Probleme seine Bühne ins Rathaus verlegen, denn die vergangene Sitzung des Kulturausschusses hatte das Zeug für eine amüsante Komödie. „Fast wie im Kindergarten“, wie CDU-Mann Henning Vollmer feststellte, als sich die Diskussion um Kürzungen im Kultur-Etat drehte. Die fielen am Ende aber doch eher moderat aus.

„Wir dürfen uns angesichts des Schuldenabbaubeschlusses nicht scheuen, auch unpopuläre Maßnahmen durchzusetzen und bei den freiwilligen Leistungen zu kürzen“, hatte Vollmer vorher die Debatte in Gang gebracht. Er spielte darauf an, beim Theater Metronom, das einen Zuschuss von 9000 Euro beantragt hatte, 15 Prozent zu kürzen.

„Auch wenn es schmerzlich ist, müssen wir mit dem Rotstift weitermachen, um unsere Schulden abzubauen. Wir müssen uns die Frage stellen, ob die Stadt diese freiwilligen Leistungen noch zahlen kann“, so der Jeddinger, der aber seinen Metronom-KürzungsAntrag im Laufe der Diskussion zurückzog, weil sich der Ausschuss im Gegenzug darauf verständigte, nicht den beantragten Zuschuss für den Kultursommer „Leuchtfeuer“ zu zahlen.

Ursprünglich hatten die Macher, der Kulturverein EigenArt, das Theater Metronom und der Kultur- und Heimatverein auf 12500 Euro gehofft. Die Verwaltung hatte 8000 vorgeschlagen, der Ausschuss beschloss schließlich mit 4:2 Stimmen eine 10000-Euro-Finanzspritze für die Veranstaltung im nächsten August.

Andreas Goehrt, einer der Organisatoren des Kultursommers 2016, betonte in einer Sitzungsunterbrechung, dass die Veranstaltung ein Volumen von etwa 50000 Euro habe. „Bei Kürzungen müssen wir neu rechnen, wobei wir aber noch nicht sagen können, ob Sponsoren den Fehlbetrag ausgleichen werden.“

Dagmar Kühnast (SPD) stellte zunächst den Antrag, die 12500 Euro zur Verfügung zu stellen, „weil das Veranstaltungen sind, die das Leben in der Stadt auch lebenswert machen. Was nützt es, nur in Wirtschaftswege und Straßen zu investieren, wenn es irgendwann niemanden mehr gibt, der sie nutzt“. Allerdings stimmte sie später ebenfalls den 10000 Euro zu, weil das Metronom den beantragten Zuschuss erhält.

Den findet auch Bürgermeister Ralf Goebel wichtig, dass „das Theater ein Werbeträger für Visselhövede und die Region ist. Würden wir dort kürzen, tun wir uns keinen Gefallen, weil sich diese Reduzierung wohl verdoppeln würde“. Bekanntlich orientiert sich der Landkreis mit seinem Zuschuss an der Summe, die die Stadt zahlt.

Hedi Schmidt (Grüne) unterstrich Goebels Meinung: „Die Lage der Theater ist heute schwierig und wir sollten froh sein, solch eine Institution hier zu haben. Außerdem zahlt das Metronom auch Gewerbesteuer.“

Dem Haushaltsbereich Heimat-, Kulturpflege und Kunst stimmten am Ende bis auf Henning Vollmer alle Ausschussmitglieder zu.

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