Nach 14 Jahren mit Reinhard Grindel: Die CDU stellt sich neu auf

Kommunalwahl in Arbeit und die Bundestagswahl im Blick

Hans-Heinrich Ehlen (l.) und Gerd Engelkonzentrieren sich jetzt auf die Kommunalwahl. - Foto: Menker

Hiddingen - Von Guido Menker. Die Ära Reinhard Grindel (CDU) im deutschen Bundestag endet heute – nach 14 Jahren. Jetzt kann er sich voll und ganz auf seinen neuen Job als Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) konzentrieren. Für ihn rückt die 45-jährige Kathrin Rösel aus dem Landkreis Gifhorn nach.

Sie hatte jetzt einen Termin bei der Landeswahlleiterin Ulrike Sachs, um dort die Annahme ihres Mandats zu unterschreiben. Von Samstag an grüßt sie als CDU-Bundestagsabgeordnete. Für Hans-Heinrich Ehlen, Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Rotenburg, und seinen Kollegen Gerd Engel aus dem Heidekreis Grund genug, die Presse zu einem Gespräch in der „Mitte“ des gemeinsamen Wahlkreises einzuladen – im Hotel Röhrs in Hiddingen. Die beiden Protagonisten Grindel und Rösel ließen sich nicht blicken.

Zumindest Kathrin Rösel war erwartet worden – aber der Termin in Hannover hatte Vorrang. Es gehe schließlich um einen nahtlosen Übergang, so Ehlen. Die beiden CDU-Kreisvorsitzenden legen Wert darauf, dass die Bezirksvorsitzende der Frauen-Union Nachrückerin, aber eben nicht Nachfolgerin von Grindel sei. Was die Nominierung für die nächste Bundestagswahl im kommenden Jahr angehe, sei eben noch nichts entschieden. Die Antwort auf die Frage, wer für die CDU im Wahlkreis Rotenburg / Heidekreis ins Rennen geht, soll sich am 16. November bei einer Mitgliederversammlung in Visselhövede entscheiden. Vorgeschaltet werden drei Regionalkonferenzen, bei denen sich die Kandidaten vorstellen können. Zurzeit sind es drei. Neben Kathrin Rösel mit Ulrike Jungemann aus Rotenburg sowie Andrea Kaiser aus Sottrum zwei weitere Frauen.

Zwar hat die CDU auch die Bundestagswahl im Blick, die Konzentration gelte jetzt aber erst einmal den Kommunalwahlen am 11. September. „Die Kommunalwahlen haben absoluten Vorrang“, haben Engel und Ehlen daher auch in einem Brief an die Mitglieder beider Kreisverbände geschrieben, der am 25. Mai verschickt worden sei. Darin haben sie den Ablauf hinsichtlich Grindel und Rösel geschildert und darauf hingewiesen, dass die Mitglieder am Ende entscheiden, wer nominiert wird.

„Wir wollen uns jetzt nicht verzetteln“

Die Bundestagswahl soll aber erst Thema werden, wenn die Kommunalwahl geschafft ist. Ehlen: „Wir wollen gewinnen und uns deshalb jetzt nicht mit anderen Dingen verzetteln.“ Fakt ist: Rösel geht persönlich ein hohes Risiko ein. Ihren Job als Erste Gemeinderätin in Wesendorf gibt sie auf, obwohl ihre Amtszeit noch sieben Jahre dauern würde. Sie wechselt in den Bundestag – ohne zu wissen, ob sie nach gut einem Jahr erneut den Sprung ins Parlament schafft. Ehlen: „Ein Versprechen können wir ihr nicht geben.“

Kathrin Rösel ist geschieden und Mutter eines 19-jährigen Sohnes. „Sie wird sich hier eine Wohnung suchen“, sagt Gerd Engel. „Und sie wird auch das Personal sowie die Büros von Reinhard Grindel übernehmen.“ Das seien eingespielte Teams, die für die 45-Jährige von großem Wert seien. Kein Wort von Engel und Ehlen zu der Frage, wie groß für Rösel die Fußstapfen sind, die Grindel hinterlässt. „Wir werden ihr helfen“, sagen sie. Dabei gehe es ums Türenöffnen, Koordinieren sowie Terminvorschläge. „Wir wollen ja auch was von ihr – sie soll uns schließlich im Bundestag vertreten“, unterstreicht Engel, vor zehn Jahren selbst bei der Nominierung an Reinhard Grindel gescheitert. Ob auch im kommenden Jahr noch weitere Kandidaten aus dem Heidekreis hinzukommen, könne er nicht sagen.

Bislang ist da aber keiner in Sicht, versichert der CDU-Chef im Heidekreis. Ein solches sollte es eigentlich schon am 21. April geben – knapp eine Woche nach der Wahl Reinhard Grindels zum DFB-Präsidenten. Das war allerdings kurzfristig wieder abgesagt worden. Nicht wenige Beobachter meinten, es sei bis dahin ohnehin schon alles Wichtige gesagt. Denn nur einem Tag nach seiner Wahl gab Grindel bekannt, wann er denn nun sein Mandat niederlegen werde. „Die Absage des Pressegespräches am 21. April hat uns auch überrascht“, sagt Ehlen. Er und Engel wollten die Abläufe insgesamt aber nicht weiter kommentieren. „Er hat seine Arbeit für die Region fachlich gut gemacht, er hat für unseren Wahlkreis viel Gutes erreicht, und die persönliche Freundschaft bleibt bestehen“, meint Ehlen. Auch Engel spricht von einem guten Verhältnis. „Er kam, er war vor Ort, er nahm Termine wahr.“ Auch in dem Brief an die Mitglieder danken sie dem langjährigen Bundestagsabgeordneten „für seinen stets aktiven Einsatz“.

Kathrin Rösel tritt nun das Erbe an und wird viele der 1.811 CDU-Mitglieder am 14. Juni beim Sommerfest der Heidekreis-Christdemokraten in Hünzingen kennenlernen. Zuvor werde sie sich auch mit der Presse an einen Tisch setzen.

Mehr zum Thema:

Bruxismus: Darum knirschen wir mit den Zähnen

Bruxismus: Darum knirschen wir mit den Zähnen

Rauchentwicklung im ICE - Zug in Rotenburg gestoppt

Rauchentwicklung im ICE - Zug in Rotenburg gestoppt

Neues aus der regionalen Spitzenküche

Neues aus der regionalen Spitzenküche

Opel Ampera-E: Das Ende der elektrischen Exotik

Opel Ampera-E: Das Ende der elektrischen Exotik

Meistgelesene Artikel

Rauchentwicklung im ICE - Zug mit 70 Fahrgästen in Rotenburg gestoppt

Rauchentwicklung im ICE - Zug mit 70 Fahrgästen in Rotenburg gestoppt

CDU schickt Eike Holsten ins Rennen

CDU schickt Eike Holsten ins Rennen

Zwei Sanitäter vom Vorwurf der unterlassenen Hilfeleistung freigesprochen

Zwei Sanitäter vom Vorwurf der unterlassenen Hilfeleistung freigesprochen

Pinocchio-Unfall hätte vermieden werden können

Pinocchio-Unfall hätte vermieden werden können

Kommentare