Kommissarin Eva Voß hospitiert bei französischen Kollegen im Euro-Disney

Polizeidienst bei Micky und Goofy in der Stadt der Liebe

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An die französische Lebensart muss sich Eva Voß nicht lange gewöhnen, das Baguette schmeckt ihr schon jetzt.

Visselhövede - Von Jens Wieters. „Ich freue mich riesig, Land und Leute kennen zu lernen und dazu noch die Sprache zu sprechen“, kann Eva Voß den 4. Juli kaum noch erwarten. Denn dann schiebt die Polizistin einen Monat lang Dienst in dem französischen Ort Chessy bei Paris, statt an der Vissel am Rande der Lüneburger Heide.

Und die 33-Jährige begrüßt dort nicht nur ihre neuen Kollegen mit einem fröhlichen „Bonjour Mesdames et Messieurs“, sondern trifft auch täglich die weltberühmten Comic-Figuren Micky Maus und Goofy, denn die Visselhöveder Polizeikommissarin ist bis zum 2. August im Euro-Disney-Park stationiert.

„Das ist möglich durch eine enge Zusammenarbeit der Polizeibehörden in Europa, wobei die Franzosen sich sehr intensiv daran beteiligen“, so die Kommissarin, die die französische Sprache sehr gut beherrscht.

Voß wird jeden Tag acht Stunden in einer der Dienststellen der französischen Kollegen im Park verbringen oder auf Fußstreife auf dem rund 56 Hektar großen Gelände unterwegs sein. „Unter den rund elf Millionen Besuchern jährlich sind auch viele Deutsche, für die ich dann Ansprechpartnerin bin. Sei es bei kriminellen Delikten oder auch bei normalen Auskünften“, freut sich die Hobby-Anglerin auf den Dienst im meistbesuchten Themenpark Europas. „Ich habe immer mal wieder Lust auf etwas Neues und solch eine Hospitation erweitert den eigenen Horizont.“

Ihre aktuelle Polizeiuniform bleibt aber nicht im heimischen Kleiderschrank, sondern Eva Voß wird auch im Disney-Park als bundesdeutsche Polizistin zu erkennen sein. „Das sieht der Aufenthalt so vor. Ich bin von Kopf bis Fuß so gekleidet wie in Visselhövede. Das gilt auch für Waffe, Handschellen und Pfefferspray“, braucht sich die Beamtin nicht groß umgewöhnen.

Nach Feierabend muss Voß in ein kleines Dorf etwa sechs Kilometer vom Park entfernt fahren. „Dort habe ich eine Unterkunft, die mit allem eingerichtet ist, was man so in den vier Wochen benötigt. Ich brauche auch nicht zu kochen, denn für die Verpflegung steht mir die Kantine der französischen Kollegen rund um die Uhr zur Verfügung.“

In ihrer Freizeit will Voß sich „natürlich die Hauptstadt Paris ausführlich“ angucken und das Leben in der Weltmetropole an der Seine genießen. Dabei hätte sie allzu gerne die Stadt der Liebe gegen die Mittelmeerinsel Korsika getauscht, „aber dafür habe ich leider eine Absage bekommen, weil der Platz schon vergeben war“. Das Prozedere für einen Auslandseinsatz sei bei der Niedersächsischen Polizei relativ simpel: „Man muss einfach seine Daten dem Innenministerium durchgeben, den Wunschort äußern und in rund einem Monat bekommt man in der Regel eine Zu- oder Absage“, erläutert die Kommissarin. Im Fall Disney-Park musste sie sich nach der Korsika-Enttäuschung aber innerhalb einer halben Stunde entscheiden. „Da habe ich natürlich zugegriffen“, so Voß, die in den vergangenen Jahren eine der wenigen Beamten der Polizeiinspektion Rotenburg ist, die diese Möglichkeit nutzt. „Der Zeitraum passt auch ideal in den Visselhöveder Polizeialltag, da im Juli eine vierwöchige Ausquartierung der Wache ins Haus der Bildung geplant ist und dort nur zwei Polizisten ihren Dienst verrichten können“, so Voß, die ihren Kollegen dennoch dankt, dass sie ihr keine Steine in den Weg nach Paris gelegt haben.

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