Auch Karin Gester hat mit der Hitze in ihrem Garten zu kämpfen

Ihr kleines Paradies in Wittorf

Karin Gester (l.) plaudert mit den Gästen gerne über die Flora und Fauna ihres kleinen Paradieses in Wittorf. J Foto: Kirchfeld

Wittorf - Des einen Freud ist des anderen Leid. Die lang anhaltende Trockenperiode macht den Landwirten, Gärtnereien und auch Gartenbesitzern schwer zu schaffen. Davon kann auch Karin Gester ein Lied singen: „Das Obst wuchs sehr schnell im Frühjahr, nun fällt es so runter.“ Auf einer Fläche von rund 5 000 Quadratmetern entstand 1994 ein kleines Paradies auf Erden, beziehungsweise in Wittorf, Orthof 18.

Damals noch mit ihrem mittlerweile verstorbenen Mann Christoph legte die Seniorin verschiedene Themenbereiche wie den Findlingsgarten mit Heidecharakter, den Waldgarten mit Schattenpflanzen, umrankte Lauben und Pergolen, Staudenrabatten, Nutzgarten und vieles mehr an. „Es gibt hier immer viel zu bewundern und man entdeckt Neues“, wissen die Besucher, die sich gerne auf den diversen Sitzmöglichkeiten zum Verweilen niederlassen.

Viel Zeit und Mühe wurden investiert und mit viel Liebe zur Natur die Beete gestaltet, die durch Pflanzen, Hecken, Büsche oder Zäune aus Metall, Stein und Holz von einander getrennt sind. Kleine Wasserspiele, Teiche und Brunnen lockern ebenfalls das Gelände auf.

„Es war damals alles zugewuchert. Hier waren viele Bäume – Eichen, Eschen und Birken – und alles voll Brennsesseln. Wir haben nur den See und die Hühner behalten“, erinnert sich die Rentnerin an die Anfangsjahre.

Zu schaffen machte ihr auch das Buchsbaumsterben im vergangenen Jahr. So musste der Vorgarten ganz neu angelegt und gestaltet werden. „Die Ideen, was man wo pflanzen kann, kommen mir mit einmal in den Kopf. Man kann es nicht erzwingen. Ich gucke mir eine Ecke an und irgendwann macht es ,Klick‘.“

Tipps und Inspirationen holt sie sich aus Garten-Fachzeitschriften, Gartensendungen und durch ihre Reisen nach England. Pflanzen und Material bezieht die Gartenexpertin schon mal aus dem Internet und von anderen Händlern. Ihre enge Bindung zur Natur sieht man immer wieder der besonderen Gestaltung der Beete, Pflanzen, Hecken und Büsche an. „Nur dieses Jahr kommt selbst der leidenschaftlichste Gärtner an seine Grenzen“, gesteht Karin Gester und fügt hinzu, „ich habe zum Glück viel Schatten und einen Teich, aus dem ich Wasser pumpen kann.“ Aber selbst sie gießt längst nicht mehr alles. Zur Unterstützung, Pflege und Trimmen der Hecken, Büsche und Bäume auf dem großen Areal nimmt sie mittlerweile die Hilfe eines Gärtners in Anspruch.

Als Mitglied in der Staudengesellschaft und bei „Private Gärten – entdecken und erleben“, plädiert die Gartenfreundin immer für neue Mitstreiter und hofft, dass noch mehr Leute ihre Tore zum Grünen öffnen. „Auch kleine Grünflächen sind vorzeigbar. Denn viele haben eben heutzutage nur kleine Gärten. Wer will sich schon so einen großen Garten anlegen?“

Gesters Garten ist jeden Mittwoch, von Mai bis September, zur Besichtigung ab 15 Uhr freigegeben. Auf Wunsch bietet Karin Gester auch Führungen an. Gruppen sollten sich auf jeden Fall anmelden unter der Telefonnummer 04260 / 620. J aki

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