Besondere Lesestunde zum Tag des Buches

„Klein Ernas Abenteuer“ und Philosophisches im Bürgerbus

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Lesestunde auf Tour 884: Büchereimitarbeiterin Sigrid Indorf und Bürgermeister Ralf Goebel trugen den Fahrgästen des Bürgerbusses einige Kurzgeschichten vor.

Visselhövede - Von Jens Wieters. Da haben sich am Mittwoch einige Fahrgäste des Visselhöveder Bürgerbusses verwundert die Augen gerieben, beziehungsweise die Ohren aufgestellt, denn sie bekamen während der Fahrt der Tour 884 beste Unterhaltung in Form einer kleinen Lesestunde präsentiert.

Denn neben dem Fahrer Heinz Kirchfeld, der das Kommando am Lenkrad hatte, saßen auch Sigrid Indorf vom Team der Stadtbücherei sowie Bürgermeister Ralf Goebel im Neunsitzer. Und zwar nicht, um von Visselhövede nach Bleckwedel zu fahren, sondern um den Passagieren aus kleinen Taschenbüchern vorzulesen. Denn am Samstag steigt der Welttag des Buches und das Büchereiteam und die Lesepaten waren auf die Idee gekommen, nicht nur am Samstag auf gedruckte Unterhaltung aufmerksam zu machen (siehe Infokasten), sondern auch im Vorfeld bei möglichst vielen Menschen den Appetit auf Bücher anzuregen,

„So entstand der Plan einer Lesestunde im Bürgerbus und wir freuen uns, dass der Bürgermeister spontan mitmacht“, so Indorf. Um exakt 11.18 Uhr stiegen die beiden in den Bus und ohne große Vorankündigung bekamen die ersten Fahrgäste von Indorf eine kleine Geschichte über „Klein Erna“ vorgelesen, der frechen Hamburger Göre, die das Herz aber auf dem rechten Fleck hat.

Auf dem Weg nach Jeddingen über Schafwinkel, Egenbostel, Bleckwedel und Stellichte wechselten sich Indorf und Goebel mit dem Vorlesen ab. „Ich habe gleich mehrere Bücher im Gepäck – je nach Alter der Fahrgäste“, ließ der Bürgermeister durchblicken. Am Ende wurde es dann aber doch nicht der etwas deftigere Humor der Autorin Ina Müller, bekannt durch die TV-Sendung „Inas Welt“, sondern eher philosophisch mit dem Titel „Manchmal muss man einfach nur ans Meer fahren“ von Rosalie Tavernier.

„Das war einem Ehepaar geschuldet, das in Stellichte zugestiegen ist, aus Berlin stammt und jetzt in unserer Region wohnen will, weil es die Nase voll hat vom Großstadtleben. Da passte das ganz gut“, so Goebel.

Vor dem Start der mobilen Lesestunde unkte ein Bürger, dass der Bürgermeister „hoffentlich nicht aus dem Visselhöveder Haushalt vorliest“, denn Gruselromane seien nicht jedermanns Sache.

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