Stadt Visselhövede richtet ein Corona-Hilfsnetzwerk ein / 4 800 Flyer verteilt

Ein klares Signal

Der Sicherheitsabstand gilt auch beim Foto: Bürgermeister Ralf Goebel (l.) und Christian Oddoy. Foto: WUTTKE

Visselhövede - Von Vincent Wuttke. Ralf Goebel war bereits selbst unmittelbar vom Coronavirus betroffen. Er musste einige Tage zum Schutz in Quarantäne verbringen. Deshalb ist es dem Visselhöveder Bürgermeister umso wichtiger, in dieser Krise mit anzupacken. Er freut sich sehr, dass die Stadt Visselhövede ab sofort ein Hilfsnetzwerk aufbaut. Gemeinwesenarbeiter Christian Oddoy wird es koordinieren.

Für Goebel ist es ein konsequenter Schritt. „Es ist ein Signal in zwei Richtungen. Zum einen bieten wir konkrete Hilfe an. Zum anderen zeigen wir, dass wir die Situation nicht einfach untätig hinnehmen und einen Hilfsschirm bieten. Das kann mit den Menschen etwas machen in dieser Krise. Wir möchten den Sozialkontakt zu den Leuten auch in dieser Phase der Distanz halten.“ Es ist der Stadt ernst. Das zeigt die Tatsache, dass die am Samstag mit der Kreiszeitung und der Rundschau insgesamt 4 800 Flyer mit allen Informationen an die Haushalte verteilen lässt.

Die Visselhöveder Bürger, die Hilfe in Anspruch nehmen möchten, können sich von Montag bis Freitag per Telefon unter 04262 /  9198933 oder per E-Mail an corona-hilfe@visselhoevede.de melden. „Ich weiß, dass manche ihren Stolz überwinden müssen, damit sie um Hilfe bitten. Aber ich kann nur sagen, dass man keine falsche Scheu zeigen soll“, betont Oddoy. Dabei geht es bei dem Hilfsnetzwerk nicht nur darum, dass man kostenlos um Hilfe bittet. Unter den genannten Adressen sollen sich auch ehrenamtliche Wohltäter melden, die dann anpacken. Oddoy hat bereits mehr als zehn solcher Helfer in seiner Liste – obwohl die Aktion ja noch nicht öffentlich gemacht wurde. „Es ist bunt gemischt. Von Anfang 20 geht es los“, so Oddoy.

Bei der Aktion geht es um kleine Hilfen. Einkaufen, weil der Bürgerbus nicht mehr fährt und der Weg zum nächsten Markt zu Fuß zu weit weg ist. Postgänge, weil man als Zugehöriger der Risikogruppe nicht mehr gerne in Schlangen stehen möchte. Oder ein Alleinstehender braucht einfach ein offenes Ohr. Das sind die klassischen Dinge, die in Frage kommen. „Aber auch bei anderen Sachen, die individuell auftreten, überlegen wir uns Lösungen“, betont der Verwaltungschef. Er fügt an: „Es geht aber nicht um Beratung für die Menschen sondern um die Hilfe.“

Das Netzwerk hat sich bereits gestarteten Aktionen in den umliegenden Dörfern zum Vorbild genommen. In Wittorf und Hiddingen sind zum Beispiel bereits vor allem die Dorfjugenden sehr aktiv. „In kleinen Ortschaften fällt das organisierte Helfen leichter. In der Stadt herrscht noch eine andere Anonymität vor“, hat Goebel erkannt. Das neue Netzwerk soll kein Konkurrenzangebot zu den bereits vorhandenen Strukturen sein. „Wenn sich jemand aus den Orten meldet, in denen es schon Angebote gibt, so reichen wir ihn dann weiter wenn das passt“, so Goebel. Die Vernetzung sei für dieses Projekt ohenhin wichtig, sagt er. Immerhin hoffen der Bürgermeister und Oddoy auf ein Lauffeuer der Hilfe, das entfacht wird. „Es sollen auch die Leute, die aus der Nachbarschaft von hilfsbedürftigen Menschen wissen, auf diese zugehen und ihnen diese Möglichkeit aufzeigen“, betont Oddoy. Es soll alles dafür getan werden, damit Hilfe in allen Fällen geleistet werden kann.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

„Wer ist diese Mannschaft, die da gegen Gladbach spielt?“ Netzreaktionen zu #SVWBMG

„Wer ist diese Mannschaft, die da gegen Gladbach spielt?“ Netzreaktionen zu #SVWBMG

Ohne eigenes Auto mobil auf dem Land

Ohne eigenes Auto mobil auf dem Land

Italiens Topattraktionen öffnen wieder

Italiens Topattraktionen öffnen wieder

Leipzig schwächelt im Titelkampf - Nächster Schalke-Dämpfer

Leipzig schwächelt im Titelkampf - Nächster Schalke-Dämpfer

Meistgelesene Artikel

Interview am Wochenende: Schulleiterin Susanne Enders geht in den Ruhestand

Interview am Wochenende: Schulleiterin Susanne Enders geht in den Ruhestand

Neuer Lebensraum für Wildbienen

Neuer Lebensraum für Wildbienen

Intensiver Gedankenaustausch bei Simbav

Intensiver Gedankenaustausch bei Simbav

Von Stemmen nach Scheeßel

Von Stemmen nach Scheeßel

Kommentare