Klare Positionen

Elternvertreter organisieren Informationsabend zu Kita- und Schulplänen

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Gustav Stegmann (v.l.) moderierte den Abend, an dem Rektorin Catrin Puschmann, Elternvertreterinnen Stefanie Zorn (Grundschule), Annika Plagemann (Kita Fabula) sowie Irmtraud Pape (Leiterin Fabula) und Bürgermeister Ralf Goebel die Vorzüge des Primar Campus erläuterten.

Visselhövede - Von Angela Kirchfeld. „Es ist unser Zukunftsprojekt für Visselhövede und es ist zu schade, um es negativ abzustempeln“, betonte Bürgermeister Ralf Goebel, der beim Info- und Diskussionsabend von Eltern für Eltern am Mittwoch zum geplanten Primar Campus klare Worte fand.

Die Variante, die eine bauliche Verbindung zwischen dem Kindergarten Fabula, der Kastaniengrundschule und einer neuen Kindertagesstätte vorsieht, wird aber von den Fraktionen der CDU und der WiV aufgrund der hohen Kosten infrage gestellt.

Sie favorisieren die ihrer Meinung nach kostengünstigere Möglichkeit, nämlich den Neubau einer Kita auf dem Festplatz am Majorsbruch, sowie einen Erweiterungsbau auf dem nicht genutzten Innenhof der Schule.

Moderiert wurde der Abend von Gustav Stegmann, der CDU-Ratsmitglied Dieter Carstens und Bürgermeister Ralf Goebel je eine Viertelstunde Zeit einräumte, um den knapp 90 Eltern, Elternvertretern und anwesenden Politikern jeweils ihre Variante schmackhaft zu machen.

Neben den hohen Kosten sieht Carstens weitere Nachteile des Campus: „Der Campus bringt ein großes verkehrstechnisches Problem mit sich. Der Verkehr wird sich durch die Sperrung der Gerhart-Hauptmann-Straße voll und ganz auf die Loge konzentrieren. Da fehlen dann Parkplätze. 35 müssten neu ausgewiesen werden. Außerdem bringt der Campus nur geringe Raumvorteile.“

Dieter Carstens (l. Bauexperte der CDU-Stadtratsfraktion) stellte den knapp 90 Zuhörern seine Pläne vor, die einen Neubau mit Klassenzimmern auf dem Innenhof der Kastanienschule und eine neue Kita am Majorsbruch vorsehen.

Goebel gab zu, dass sich der Rat die Entscheidung nicht leicht gemacht habe. Es seien sechs Varianten geprüft worden, auch die Majorsbruch-Idee. „Es geht um Grundsatzfragen, Nebeneffekte und Optimierung der Gebäude und Liegenschaften. Sicherlich, die Gerhart-Hauptmann-Straße wird als Durchfahrtstraße aufgegeben, doch die Vorteile und Synergien des Primar-Campus überwiegen.“ 

Ein Vorteil sei eine zentrale Heizungsanlage für Kita, Schule und Turnhalle. Kindergarten und Schule könnten die Räume zudem flexibel nutzen und es würde eine ausbaufähige Reserve geschaffen. Goebel sieht im Campus auch eine Verbesserung der Arbeitsplätze. Für den Campus gebe es 1,75 Millionen Euro Förderung bei zu erwartenden Kosten von 5,62 Millionen. Die Stadt müsse somit 3,87 Millionen Euro zahlen. Goebel rechnet mit einer Bauzeit von eineinhalb Jahren. Dem Majorsbruch hingegen fehle die nötige Baureife.

„Unterricht ist nicht mehr so wie früher, wir benötigen Differenzierungsräume. Die sind gegeben, wenn man unter einem Dach lebt“, verdeutlichte Grundschulleiterin Catrin Puschmann.

Im Rat sei die Situation mittlerweile festgefahren und es sei schwer, einen Kompromiss zu finden, gab Goebel zu. Die Meinungen gingen zu sehr auseinander. Nun werde wohl ein Sachverständiger die genauen Kosten beider Varianten ermitteln.

Einig waren sich aber alle, dass eine schnelle Lösung her muss. Vor allem was die Sanierung der sanitären Anlagen der Grundschule betrifft, denn die „sehen so aus wie vor 33 Jahren“, wie eine Mutter bekundete. Jörg Hüner schlug vor, auf die Pädagogen zu hören.

Bei einer Abstimmung, um den anwesenden Politikern ein Meinungsbild mit auf den Weg zu geben, sprachen sich sechs Personen für die Variante Majorsbruch aus, der Rest für den Campus.

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