Standortfrage entscheidet sich im Herbst 

Kita-Roulette dreht sich noch

Seit den Sommerferien mehren sich aufgrund der Diskussion auch die Protestschilder. - Foto: Wieters

Visselhövede - Von Jens Wieters. „Im Herbst wird entschieden, wo wir künftig die Grundschüler der Stadt unterbringen und wo kleinere Kinder in Tagesstätten und Krippen betreut werden“, so Visselhövedes Bürgermeister Ralf Goebel. „Aktuell gibt es eine ganze Reihe von Optionen, die in den kommenden Wochen ausführlich beraten werden.“

Denn in Visselhövede werden dringend Räumlichkeiten für Kindergärten und Kinderkrippen gesucht. „Auch wenn wir einige Geburten mehr haben als zuvor prognostiziert, können wir aber nicht von einem Babyboom sprechen“, stellt der Bürgermeister klar. „Es ist aber heutzutage so, dass Eltern aus den verschiedensten Gründen ihre Kinder statt wie früher im Durchschnitt 2,5 nun fast fünf Jahre in den Krippen und Kindergärten betreuen lassen. Und dafür brauchen wir Platz.“

Eine der von Goebel angesprochenen Optionen ist das Schulgebäude an der Lönsstraße. Die aktuell dort unterrichteten Oberschüler finden Platz im Haupthaus Auf der Loge. Somit könnten die Grundschüler an die Lönsstraße ziehen, zumal dort eine fast neuwertige Mensa eingerichtet ist, die die Mittagsverpflegung ohne Spazierweg vereinfacht. In der frei werdenden Kastanienschule könnten Krippen und Kindergartengruppen unterkommen.

Diese Überlegungen hatten kurz vor den Sommerferien für mächtig Wirbel innerhalb der Elternschaft gesorgt. Besonders in den sozialen Medien bekam Goebel nicht nur warme Worte zu lesen.

Dass im Visselhöveder Rathaus aber auch genau entgegengesetzt gedacht wird, ging fast unter: Krippen, Hort und Kita kommen an die Lönsstraße und die Kastanienschüler bleiben, wo sie sind. „Auch das ist nach wie vor eine genauso ernsthafte Überlegung wie ein Neubau für Krippen und Kita-Gruppen“, so Goebel auf Nachfrage unserer Zeitung.

Der Verwaltungschef und Vertreter der im Stadtrat sitzenden Fraktionen hatten jetzt Besuch von der Landesschulbehörde, einer Fachfrau des Landkreises und von einem Vertreter der Unfallkasse, die sich die Gebäude angeschaut haben. „Bei allen Optionen müssen wir bauliche Veränderungen im Sanitärbereich und bei den Fenstern und Türen vornehmen. Denn in einem neuen Kindergarten müssen die Fenster bis zum Boden reichen, damit die Kinder nicht nur in den Himmel gucken können“, nennt Goebel ein Beispiel. Aber auch im Sanitärbereich müssten die Handwerker sowohl an der Lönsstraße als auch in der Kastanienschule anrücken. Hinzu kommt eine Vielzahl von Sicherheitsvorkehrungen für die Kindergartenkinder sowie Ruheräume für die Kleinsten.

„Wir warten jetzt auf die Vorschläge der Fachleute von der Landesschulbehörde und vom Landkreis und werden dann in den verschiedenen Gremien weiterdiskutieren“, gibt der Bürgermeister den Fahrplan vor. Ihm gehe es dabei nicht nur um die Kosten bei den verschiedenen Varianten, „sondern wir müssen nachhaltig und zukunftsorientiert denken und entscheiden.“

Ebenso verhalte es sich bei dem Thema externer Anbieter für neue Kindergarten- und Krippengruppen: „Auch da sind wir zum Beispiel mit der Lebenshilfe und dem DRK weiter im Gespräch“, betont Goebel.

Ein wenig ins Hintertreffen sei allerdings der Gedanke geraten, eine Kita in der ehemaligen Kaserne einzurichten: „Bei den infrage kommenden Gebäuden müssten wir fleißig bauen und auch der Standort außerhalb des Stadtzentrums ist nicht gerade ideal“, sagt der Bürgermeister.

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