Ab Februar zahlen Eltern für 10 oder 20 Stunden Betreuung

Kinderhort: Stundenweise Abrechnungen sind passé

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Für die Unterbringung ihrer Kinder (hier mit der neuen Erzieherin Neele Cordes) im Visselhöveder Hort müssen Eltern nun jeweils die vollen Gebühren für eine halbe oder ganze Betreuungszeit zahlen.

Visselhövede - Von Jens Wieters. Die Betreuung im Visselhöveder Hort im Haus der Bildung läuft bestens. Rund 30 Kinder werden dort montags bis freitags von Pädagogen und Erzieherinnen betreut. Aber jetzt droht ein wenig Sand ins Getriebe zu kommen, weil sich einige Eltern über die neue Satzung beschweren, die die Gebühren regelt.

Denn jetzt ist es vorbei mit der individuellen Berechnung. Das bedeutet, dass Eltern nun 20 Stunden Kinderbetreuung, beziehungsweise zehn bei einer halben Betreuungszeit pro Woche, buchen müssen, obwohl sie teilweise erheblich weniger brauchen.

Bisher wurde nämlich stundengenau abgerechnet. So beklagt eine Mutter gegenüber unserer Zeitung, dass sie zwei Mal pro Woche bis 17 Uhr und einmal bis 14 Uhr den Service aufgrund ihrer Arbeitsstelle in Anspruch nehmen muss. Das seien nur elf Stunden, aber sie müsse für 20 zahlen.

Enormen Verwaltungsaufwand schlanker gemacht

„Es war ein enormer Verwaltungsaufwand, die Betreuungsgebühren individuell zu berechnen“, begründet Hauptamtsleiter Mathias Haase die Neugestaltung der Satzung der Kindertagesstätten, an der sich auch die Hortbetreuung orientiert. Diese Arbeit sei aber nicht der alleinige Grund für die Änderungen, noch schwerwiegender seien nämlich die Mitarbeiterkosten. 

„Denn es spielt keine Rolle, ob wir 17 oder 22 Kinder zu betreuen haben. Wir sind verpflichtet, das entsprechende Personal vorzuhalten“, erläutert Haase. Und das sei bei einem Deckungsgrad der Kosten durch Elternbeiträge von nur rund 20 Prozent aus dem Stadtsäckel nicht zu leisten. „Im Idealfall zahlen die Eltern ein Drittel der Betreuungskosten in den Kindertagesstätten.“

Eltern können sich zusammenschließen

Haase kann zwar die Aufregung einiger Eltern verstehen, aber vielleicht helfe ein wenig Kommunikation untereinander. „So könnten sich Familien zusammentun und die Betreuungszeiten für ihre Kinder so gestalten, dass sie zum Beispiel auf die 20 Stunden pro Woche kommen. Wir würden dann nur einmal die monatliche Gebühr, die maximal 176 Euro beträgt, berechnen und die Eltern müssten das Finanzielle dann untereinander ausgleichen.“

Hortleiterin Ute Bolz weiß um die Problematik, dass solche Absprachen mehr als schwierig sind und das frühere Abrechnungssystem ein Stück weit fairer war: „Aber letztlich hat der Stadtrat die Satzung auf den Weg gebracht und wir müssen uns dran halten.“ Ganz bitter sei es für eine Mutter, die darauf angewiesen sei, dass ihr Kind genau 10,5 Stunden pro Woche im Hort betreut werde. 

„Auch die muss künftig für 20 Stunden zahlen“, informiert Bolz, die aber auch der Verwaltung dankt, dass den Eltern seit dem 1. August 2017 noch eine Karrenzzeit bis zum 1. Februar eingeräumt worden sei, um sich eventuell anderweitig zu orientieren. „Die hätten sonst dafür keine Zeit mehr gehabt.“

Mittagessen kann auch gebucht werden

Mal eben so zwischendurch die Kinder abholen, ist künftig im Hort auch nicht so einfach möglich, auch wenn man die volle Betreuungszeit nicht benötigt: „Wir haben feste Abholzeiten um 14.30 und um 17 Uhr. Daran müssen sich die Eltern halten, sonst könnten wir verschiedene Projekte gar nicht machen“, sagt Bolz.

Der Visselhöveder Hort bietet die Betreuung übrigens von Montag bis Donnerstag von 12.30 bis 17 Uhr und am Freitag von 12.30 bis 14.30 Uhr an. Wer mag, auch mit einem Mittagessen in der Mensa der Oberschule.

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