Welpenschule in Drögenbostel verbindet Sozialisierung und Erziehung

Kindergarten für die Vierbeiner

Hundetrainerin Janina Cammann (r.) erläutert den Teilnehmern mit ihren Vierbeinern an der Leine die Aufgabe. 
Foto: aki
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Hundetrainerin Janina Cammann (r.) erläutert den Teilnehmern mit ihren Vierbeinern an der Leine die Aufgabe. Foto: aki

Drögenbostel – Früh übt sich, wer ein Meister werden will. Der Spruch gilt auch für junge Vierbeiner, die gehorsame Hunde werden wollen. Was auf dem Hundeplatz des Sportvereins für Gebrauchshunde Visselhövede in Drögenbostel für Außenstehende wie Raufereien und Zank zwischen dem Münsterländer-Mischling Levi und der Boxerhündin Frieda aussieht, ist in Wahrheit Sozialisierung.

„Hier auf dem Platz ist es wichtig, dass die jungen Welpen in erster Linie miteinander spielen und sich so mit ihren Artgenossen sozialisieren“, erklärt Hundetrainerin Janina Cammann und lässt die beiden Raufbolde gewähren. „Sie kennen von zu Hause nur ihr eigenes Spiegelbild. Hier lernen sie viele Rassen kennen, die vom Ohr, über die Haare bis zur Schwanzspitze ganz anders aussehen. Sie dürfen auch mal dominant sein, müssen aber auch lernen nachzugeben. Wenn nicht, schreiten wir als Trainer ein und weisen den Wüterich zurecht. Dazu schicken wir ihn auch mal in ,Einzelhaft‘“, berichtet die 38-Jährige schmunzelnd, die selbst Besitzerin dreier Hunde ist.

Auf dem Hundeplatz in Drögenbostel werden die Vierbeiner ihrem Alter entsprechend geschult. „Leinenführung ist das A und O. Da darf nicht gezogen und gezerrt werden. Aber großen Wert legen wir auch auf Bindungsübungen. Denn ohne Bindung zum Menschen funktioniert der Hund nicht!“ Des Weiteren wird Freilauf, das Verhalten beim Tierarzt und im Straßenverkehr sowie Geräusch-Desensibilisierung geübt. Können die Tiere so auch an Silvesterböller gewöhnt werden? „Ja, auch das trainieren wir. Natürlich ist der Böller weit entfernt, aber wenn es knallt, sind die Hunde durch ihre Artgenossen abgelenkt und verbinden das Geräusch mit etwas Positivem“.

Mathis Audehm ist zur Schnupperstunde mit Hund Levin angereist. „Er ist ein Familienhund und ich bin für die Erziehung zuständig“, gesteht der 17-Jährige und lacht. Einiges über die Ausbildung mit Hunden hat sich der Schwalinger schon angelesen, doch nun sucht er für seinen 17 Wochen alten Münsterländer einen altersgerechten Spielpartner. Den hat er scheinbar gleich beim ersten Mal in der Boxerhündin Frieda gefunden. Sie ist 20 Wochen jung und will beschäftigt werden, wie Frauchen Stephanie Busse weiß. „Der Kontakt zu anderen Hunden, die Sozialisierung, ist wichtig. Ein großer Hund muss einfach gehorchen“, betont die Benefelderin. „Hier werden die Hunde beschäftigt und geistig gefordert.“ Das sei besser als stupides spazieren gehen. „Außerdem lernt man selbst etwas über den Umgang mit dem Tier“, findet Busse.

Eigentlich beginnt die Erziehung der Welpen bereits ab der achten Woche. Doch bedingt durch Corona öffnete der Hundeplatz erst jetzt wieder seine Pforten. Einmal in der Woche kommen die jungen Hunde, immer sonntags von 10 bis 11 Uhr, zusammen. Bis zum Ende des siebten Lebensmonats dürfen die Welpen hier teilnehmen. Dann geht es in der „Junghunde-Gruppe“ weiter, die sich zwei Mal wöchentlich trifft. „Voraussetzung ist, dass die Hunde geimpft und versichert sind“, betont Cammann. Im Vordergrund stehe das Spielen, aber auch Verhaltensregeln werden vermittelt. So gib es in der ersten Stunde eine „Bindungsübung“ im großen eingezäuntem Gelände. Hier stellen sich Herrchen und Frauchen mit ihren Lieblingen im Spalier auf. Der Hund kommt zur Hundetrainerin Carina Reshöft. Der Hundebesitzer stellt sich in einiger Entfernung gegenüber. Aufgabe des Hundes ist nun, zum rufenden Frauchen oder Herrchen zu flitzen ohne sich ablenken zu lassen. Das gelingt nicht allen Vierbeinern beim ersten Mal. Mit ein wenig Übung klappt aber sicher auch das, schließlich sind alle Vierbeiner der Runde noch jung und haben Welpenschutz.

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