Keine Zuweisungen von Flüchtlingen in den vergangenen drei Monaten

Visselhövede profitiert vom Campus

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Die Stadt Visselhövede profitiert laut Ralf Goebel von der Flüchtlingsunterkunft.

Visselhövede - Von Matthias Röhrs. Die lokale Flüchtlingssituation stand im Fokus der vergangenen Sitzung des städtischen Ausschusses für Soziales, Jugend Sport und Feuerwehr am Donnerstagabend. Sowohl Bürgermeister Ralf Goebel als auch Präventionsrats-Chef Gustav Stegmann gaben Auskunft über die Aktivitäten zu den Neuankömmlingen in der Unterkunft in der Kaserne Lehnsheide und die Visselhövede per Quote zugewiesenen Flüchtlinge. Von viel Lichtblicken wussten beide zu berichten, aber auch von Schatten.

„Die Flüchtlingssituation ist dominant“, sagte Stegmann beim Sachstandsbericht des Präventionsrat. Gleichzeitig mahnte er, andere Problemfelder deshalb nicht zu vernachlässigen. In den vergangenen Wochen habe es in Visselhövede keine Neuzuweisungen von Flüchtlingen gegeben. „Es ist jetzt sehr viel ruhiger. Eine gute Gelegenheit, um mal durchzuatmen“, so Stegmann. Jetzt müsse man sich einen Kopf darüber machen, wie die Integration der Neuankömmlinge gelinge.

Goebel bestätigte, dass es in den letzten drei Monaten keine Zuweisungen von Flüchtlingen gegeben habe, die in Wohnungen untergebracht werden müssen. Die Stadt profitiere dabei vom Campus in der Kaserne. Er hofft, dass dies auch in Zukunft der Fall ist, entsprechende Gespräche führe er zurzeit mit der Landkreis-Verwaltung.

Ende März könnten laut Bürgermeister wieder 90 bis 100 Menschen der Stadt zugewiesen werden. Doch: „Dann geht uns langsam die Luft aus“, sagte er. Es werde eng. Bis jetzt sei die Situation noch zu bewerkstelligen, denn das Rathaus genieße eine große Akzeptanz bei Vermietern. Vorbehalte gegenüber Flüchtlingen gebe es bei der Wohnungssuche kaum.

Zudem profitiere die Stadt von einem großen Leerstand an Wohnungen. Goebel sprach aber von einem „erheblichen Verwaltungsaufwand für eine kleine Kommune wie Visselhövede“.

Er kündigte an, dass die Unterkunft in der Kaserne Lehnsheide in Zukunft „wieder mehr frequentiert“ werde. Der Grund liegt darin, dass die Jugendherberge in Rotenburg, die bislang noch als Außenstelle für die Visselhöveder Unterkunft dient, ab dem 1. März wieder ihren normalen Betrieb aufnimmt und nicht mehr für andere Zwecke zu Verfügung steht.

Goebel lobte bei der Gelegenheit auch die Arbeit des Präventionsrates und der ehrenamtlichen Helfer, die der Stadt einen „erheblichen Vorsprung gegenüber anderen Kommunen gegeben hat“. Allerdings habe er auch Ermüdungserscheinungen festgestellt. Ganz viele Helfer seien von Anfang an dabei und hätten viele Stunden investiert, erklärte er nach der Sitzung. Er habe Verständnis dafür, dass die Kondition nachlasse. Zwei Prozent aller Visselhöveder Bürger würden sich laut Goebel für Flüchtlinge engagieren.

Er ging auch auf das Klima unter den Helfern in der Kaserne ein, wo es auch mal zu Auseinandersetzungen zwischen den Ehrenamtlichen und den Angestellten des DRK komme. „Professionalität trifft auf Engagement – das verträgt sich nicht immer“, so der Bürgermeister. Auf Nachfrage der Kreiszeitung erklärte er: „Da gibt es manchmal erheblichen Klärungsbedarf, wer was macht.“ Die freiwilligen Helfer seien demnach manchmal pragmatischer, was die Abläufe angeht. Da gebe es verschiedene Sichtweisen zwischen den Akteuren.

Ein Angestellter habe allerdings andere Prozesse bei der Arbeit oder andere Formen der Dokumentation, als ein Ehrenamtlicher. „Das wirkt für Aussenstehende manchmal umständlich“, so Goebel. Aber der Angestellte wisse dann am nächsten Arbeitstag , wo er steht.

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