Zu viel Müll und zu viel Lärm 

Kein Zutritt auf den Vissel-Hof

Plakate auf dem schicken Vissel-Hof verbieten einen Aufenthalt außerhalb von Veranstaltungszeiten. - Foto: Wieters

Visselhövede - Von Jens Wieters. Ausgedrückte Zigarettenkippen im Fachwerk, leere Getränkedosen auf dem Boden und auch sonst jede Menge Müll: Das Gebäudeensemble Vissel-Hof hinter dem Heimathaus ähnelte in den vergangenen Wochen nicht unbedingt Visselhövedes guter Stube. Jetzt hat die Stadt dem Treiben einen Riegel vorgeschoben.

Zwar gibt es keinen Zaun um das Gelände, das das Heimathaus, die beiden historischen Speicher und die mit viel Liebe im Auftrage des Kultur- und Heimatvereins aufgebaute Fachwerk-Remise umfasst, aber große Plakate weisen darauf hin, dass der Aufenthalt dort außerhalb von Veranstaltungen ab sofort verboten ist. „Wir hatten keine andere Möglichkeit mehr, als diesen Schritt zu unternehmen“, sagt Mathias Haase vom Ordnungsamt. Immer wieder sei es im Bereich der Remise zu Verschmutzungen gekommen. Auch die Nachbarn hätten sich durch nächtlichen Lärm gestört gefühlt. „Regelmäßig wurde eine Ecke an dem Unterstand leider auch zum Urinieren genutzt“, berichtet Haase. 

Neben dem Müllproblem verzeichnete die Stadt auch Sachbeschädigungen. So wurden die Steine des Kopfsteinpflasters herausgepult und selbst die Lampen am Heimathaus verbogen. Bürgermeister Ralf Goebel habe die sich dort aufhaltenden Jugendlichen angesprochen und betont, dass so ein Verhalten nicht zu akzeptieren sei. „Auch ich war vor Ort und habe ihnen mehrfach quasi die gelbe Karte gezeigt. Zunächst gelobten sie Besserung, aber auch durch wechselnde Personengruppen hielt das nicht lange an“, so Haase. 

Schließlich habe Goebel die Verbotsschilder drucken lassen und persönlich dort angebracht. Jetzt ist der Aufenthalt für jederman außerhalb von Veranstaltungen auf dem Vissel-Hof komplett verboten. Eine Maßnahme, die aber offenbar von Erfolg gekrönt ist: „In den vergangenen Tagen haben wir keine Meldungen erhalten, dass es auf dem Visselhof wieder schlimm aussieht“, informiert Haase, der natürlich bedauert, dass die Stadt solche Entscheidungen treffen müsse. „Eigentlich eine tolle Ecke, die von allen Generationen genutzt werden sollte. Aber es gelten gewisse Spielregeln. Wenn die nicht eingehalten werden, müssen alle drunter leiden.“

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