Aktionstag in Jeedingen weist auf die wichtige Rolle der Insekten hin

Kein Leben ohne Bienen

Die kleine Isabella erklärt Dagmar Süselbeck (l.), warum die Blumen wichtig für Bienen sind. Fotos: kirchfeld

Jeddingen - Von Angela Kirchfeld. Kein Leben ohne Bienen. Das ist eine Tatsache. Doch dass die Insekten durch Milben, Umweltbelastungen und Futtermangel in Gefahr sind, ist ebenfalls eine. Um auf die Situation der gestreiften Flieger aufmerksam zu machen, hatte Dagmar Süselbeck am Montag zum Weltbienentag eingeladen. „Ich habe 1982 die Imkerei im Bieneninstitut in Celle gelernt. Seither bin ich mit der Natur und den Tieren eng verbunden“, berichtet die Jeddingerin, die neben ihrem Beruf bei der Bundespolizei mit ihrem Mann Rolf eine kleine Hobby-Imkerei betreibt. Zu dieser zählen zwölf Völker, die fleißig für Honig sorgen.

2018 haben die Vereinten Nationen den Weltbienentag ins Leben gerufen. Der Tag ist dem Slowenen Anton Janscha gewidmet, Hofimker-Meister der Fürstin Maria Theresia in Wien, der am 20. Mai 1734 zur Welt kam. Er erfand die besondere Betriebsweise der Imkerei, schrieb viele Bücher über die Bienenzucht und war Rektor der ersten weltweiten modernen Imkerei-Schule.

Zum Weltbienentag bei Dagmar Süselbeck kamen nicht nur Nachbarn, Kollegen und Freunde vorbei, sondern auch eine Jeddinger Kindergartengruppe mit ihren Erzieherinnen. Ihnen vermittelte die Imkerin viel Wissenswertes rund um das Insekt. „Bienen bestäuben 80 Prozent unserer Nutz- und Wildpflanzen und sorgen für unsere Nahrung und Gesundheit“, erklärte sie.

Doch die Nistmöglichkeiten der Wildbienen werden immer weniger, da Flächen versiegelt und Totholz entfernt werde. Es gibt mehr als 500 Wildbienenarten, von denen 300 Arten auf der roten Liste stehen. „Auch die Monokulturen in der Landwirtschaft sorgen in den vergangenen Jahren für immer schlechtere Angebote. Pflanzenschutzmittel sollen auf Schädlinge wirken, sind aber auch für unsere Bienen tödlich“, verdeutlichte Süselbeck. Gleichzeitig zählte die Imkerin auf, wie man dem entgegenwirken kann. „Das Sähen und Pflanzen bienenfreundlicher Pflanzen und Obstbäume im Garten bietet Bienen, Hummeln und auch Schmetterlingen ein vielfältiges Angebot. Außerdem mögen Wildbienen Nistmöglichkeiten wie Insektenhotels.“

Süselbeck ging in ihren Erläuterungen auch auf Nachhaltigkeit und Regionalität ein. „Honig aus Nicht-EU-Ländern kann durch Pflanzenschutzmittel, das über die Pollen in den Honig gelangt oder durch lange Transportwege geschädigt sein und somit Bienenkrankheiten einschleppen.“ Gärtner sollten auf Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmittel verzichten. Außerdem könnten Bienenkrankheiten gestoppt werden, indem Honiggläser ausgespült in den Containern landen oder gleich ein Mehrwegglas des Imkers verwendet wird.

Vor Ort konnten die Besucher Bienen in Aktion und im Schaukasten bewundern sowie die Imkerküche inspizieren – den Ort, wo der Honig geschleudert und verarbeitet wird.

Zum Schluss überreichte der Verdener Imkerverein jedem Gast eine Tüte Samen mit einer Blühmischung, eine Grußkarte und ein kleines Glas mit Frühtracht-Honig. „Das hat sich gelohnt“, waren sich die Anwesenden am Ende einig und freuen sich auf eine Wiederholung am 20. Mai 2020.

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