Visselhöveder Schäfer mit 225 Tieren unterwegs

Kaufmanns Schnucken machen die Region Hannover hübsch

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Schäfermeister Michael Kaufmann und Hütehund Ronja schauen auf der Helstorfer Reiterheide nach dem Rechten.

Visselhövede/Helstorf - Seit Anfang August zeigt sich die Helstorfer Reiterheide von ihrer schönsten Seite: 225 Heidschnucken des Visselhöveder Schäfers Michael Kaufmann, darunter rund 100 Lämmer, die durch ihre dunkle Farbe aus der Herde hervorstechen, und 25 Ziegen weiden derzeit auf der Heide und bieten einen idyllischen Anblick.

Der 34-jährige Schäfermeister ist in Begleitung des fünfjährigen Altdeutschen Hütehunds Ronja mit seinen Tieren im Nordosten des Neustädter Landes unterwegs. Nach einem Einsatz am Blanken Flat bei Vesbeck zog der Berufsschäfer mit der Herde zunächst für einen Tag weiter zur Wacholderheide, um danach die Reiterheide nördlich von Abbensen zu beweiden. „Wir sind mit unseren Tieren im Auftrag der Region Hannover für zirka drei Wochen hier im Raum unterwegs“, erklärte er.

Landschaftspflege mittels der Tiere

Heidschnucken und Ziegen verbeißen auf den Heideflächen junge Kiefern und Birken und halten damit die Heide frei. „Wir betreiben mit unseren Tieren Landschaftspflege“, so Kaufmann. Er ist der Schäferei seit seiner Jugend verbunden. „Meine Mutter hatte die Schäferei ihres Vaters übernommen und war 1983 von Süddeutschland nach Visselhövede gezogen.“

2006 legte er die Gesellenprüfung zum Tierwirt/Schäferei ab und machte sich Anfang 2017 selbstständig. Seitdem arbeitet er mit Wanderschäfer Thomas Rebre aus Amelinghausen eng zusammen. Schäfermeister Michael Kaufmann besitzt eine Herde von 400 Heidschnucken-Muttertieren, zirka 400 Lämmern und Ziegen. „Ich liebe die Unabhängigkeit meines Berufs – bei aller Gebundenheit durch die Tiere“, freute er sich mit Hinweis auf seine Berufswahl.

Trotz der Wölfe: Tiere bleiben auch in der Nacht draußen

„Die Geräusche und der Geruch der Schafe und der Natur sind mir von Jugend an vertraut. Ich leiste eine Arbeit mit Naturschutzaufgaben und natürlicher Landschaftspflege.“ Seine Tiere sind das ganze Jahr über im Freien, ausgenommen zur Lammzeit in den Monaten März und April.

Zum Schutz seiner Herde auf der Reiterheide hat Michael Kaufmann einen 106 Zentimeter hohen Elektrozaun installiert. „Diese Netze gelten als wolfssicher“, bekräftigte der Schäfer. Jeden Tag zäunt er eine neue Heidefläche zur Beweidung ab.

Beweidung bedeutet, dass die Schafe und Ziegen ohne Schäfer und Hütehund auch nachts im Freien auf der Heide bleiben. „Das Thema Wolf nehme ich durchaus ernst. Daher versuche ich, durch entsprechend guten Zaunbau die Herde zu schützen.“ Das bedeutet für den Schäfer eine tägliche Mehrarbeit von etwa eineinhalb Stunden. Bisher hatte Michael Kaufmann noch keinen Übergriff durch Wölfe oder andere Tiere auf seine Herde zu beklagen. Anfang kommender Woche beginnt der Rücktransport der Heidschnucken und Ziegen in ihren Heimatstandort – per Anhänger.

bst

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