Kastanienschule: Verwaltungsausschuss kippt Empfehlung der Bauexperten

Nun doch kein Schallschutz

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In einigen Klassenzimmern der Kastanien-Grundschule bleibt es laut.

Visselhövede - Von Jens Wieters. Rolle rückwärts bei der Ausstattung von zwei Klassenräumen der Visselhöveder Kastaniengrundschule mit schalldämmenden Elementen: Denn der nicht öffentlich tagende Verwaltungsausschuss (VA) hat am Dienstagabend die Empfehlung des Bauausschusses gekippt und den Einbau von Akustikdecken gestrichen.

Das sei mit knapper Mehrheit geschehen, wie Klaus Twiefel, allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, aus der Sitzung berichtet. Mehr war von ihm nicht zu erfahren, da nur das Ergebnis des Tagesordnungspunkts des VA für die Öffentlichkeit bestimmt sei und nicht der Inhalt.

Dass die CDU-Fraktion gegen die Investition gestimmt hat, ist kein großes Geheimnis, denn bereits im vorangegangenen Bauausschuss waren die drei Unionspolitiker gegen die Realisierung der Maßnahme.

Fraktionschef Dieter Carstens berichtet natürlich auch nicht über das Abstimmungsverhalten während der VA-Sitzung, stellt aber klar, dass „wir uns innerhalb der Fraktion ausführlich mit dem Thema auseinander gesetzt haben und zu der Erkenntnis gekommen sind, dass diese Maßnahmen in der Kastanienschule nicht mehr realisiert werden sollten.“

Hintergrund dieser Entscheidung ist demnach die gerade auf den Weg gebrachte Änderung der Schulstruktur in Visselhövede, mit der in einigen Jahren anstehenden Schließung der Grundschulen in der aktuellen Reihenfolge Wittorf, Jeddingen und Visselhövede.

„Es besteht zurzeit auch kein akuter Bedarf, schalldämmende Maßnahmen an der Kastanienschule zu machen. Wenn eine Dachpfanne kaputt geht, ist das schon etwas anderes“, so Carstens. Im Übrigen habe sich die CDU-Fraktion vor einigen Jahren gewundert, dass die Schule sich eher für eine Sanierung des Schulhofs ausgesprochen habe, statt für weitere Lärmschutzmaßnahmen in Klassenräumen.

„Aber die sind dringend nötig, auch darum haben wir jedes Jahr den Antrag gestellt“, reagiert Bärbel Lattemann, Rektorin der Kastanienschule, auf die Entscheidung des VA, von der sie gestern Morgen durch unsere Zeitung erfahren hatte. „Ich bin riesig enttäuscht und sprachlos.“ Der Geräuschpegel sei in manchen Klassenräumen derart hoch, dass kein konzentrierter Unterricht möglich sei. „Das ist eine Belastung für die Schüler und auch für die Lehrer. Schon ein kleines Kippen mit dem Stuhl kann die Schulstunde massiv stören“, berichtet Lattemann über den lauten Schulalltag. „Ich kann diese Entscheidung nicht nachvollziehen. Es geht schließlich auch um die Gesundheit der Kinder.“

Bürgermeister Ralf Goebel verspricht, nach „anderen Lösungen zu suchen“, um dem Lärmproblem in den Klassenräumen zu begegnen. „Denn wir wollen die Kinder und Lehrer dort nicht abhängen.“

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