Kartoffelfest des Plattdeutschen Vereins / Informationen und Unterhaltung

Knollige Party in Nindorf

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Ein gutes Team: „Visselmuskant“Bernd Meyer (l.) und Chefkoch Bernd Carstens.

Nindorf - Von Angela Kirchfeld. Woher kommt die Kartoffel? Wie hat sie sich in Deutschland etabliert? Wie wird sie angebaut und geerntet? Wie wichtig ist Pflanzenschutz und Düngung? Die Antworten auf die Fragen rund um die Kartoffel erhielten die 160 Gäste am Sonnabend beim Kartoffelfest im Möhmes Hof in Nindorf.

Bereits zum siebten Mal hatte der Plattdeutsche Verein unter Vorsitz von Gerd Brunkhorst das Fest rund um die Knolle organisiert. Vortragsredner war in diesem Jahr Albrecht Nitsch, ehemaliger Mitarbeiter des Pflanzenschutzamtes und der Saatbauinspektion Bremervörde. So erfuhren die Zuhörer unter anderem, dass der „Alte Fritz“ die Erdfrucht aus Amerika einführte und dass die Kartoffel heute wesentlich resistenter ist als damals und so weniger Schaden nimmt. Das Nachtschattengewächs stammt ursprünglich aus dem Inkareich. Bei den Inkas lernten die Spanier die Kartoffel in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts kennen und brachten sie mit ihren Schiffen nach Europa. Die englische Bezeichnung Potato leitet sich vom spanischen Patata ab.

In Preußen hatte Friedrich II. große Mühe, den Anbau von Kartoffeln durchzusetzen. Im März 1756 erließ er an seine Beamten eine Circular-Ordre und damit den ersten sogenannten Kartoffelbefehl. Es wird erzählt, dass Friedrich II. seine Bauern regelrecht ins „Kartoffelglück“ prügeln ließ. Ein weiterer Schwerpunkt der Rede war der Vergleich des Arbeitseinsatzes der Kartoffelverarbeitung in den 50iger Jahren zu heute.

Hauptattraktion des Abends war aber wieder das üppige Büfett von Küchenchef Bernd Carstens, das keine Wünsche offen ließ. Die Auswahl reichte von der Nindorfer Kartoffelsuppe über Kartoffelgratin, Bratkartoffeln, Bamberger Hörnchen sowie Schnitzel, Krustenbraten und Matjes mit Remoulade. Auch die blaue Kartoffelsorte „Blauer Schwede“ war vertreten und wurde von vielen zum ersten Mal probiert.

Nach dem üppigen Essen hatte die Theatergruppe aus Groß Häuslingen mit Sketchen und Dönkes ihren großen Auftritt und sorgte für Lachsalven.

„Wie viele Drillingskartoffeln stecken in dem sechs Kilo Sack?“, lautete diesmal die Schätzfrage, für die jeder Tipps abgeben konnte, und so mancher nahm einen tollen Preis oder Gutschein mit nach Hause.

Doch was wäre das zünftige Kartoffelfest ohne die gute Unterhaltung der „Visselmuskanten“ des Plattdeutschen Vereins, unter Leitung von Bernd Meyer? Immer wieder griffen die Musiker zwischendurch zu den Instrumenten und Meyer animierte die Gäste zum Mitsingen und Mitschunkeln. Wie immer hatten die „Muskanten“ ein buntes Unterhaltungsprogramm im Repertoire, mit Volksweisen, Schlagern und Shantys. Das Fest endete mit einem gemeinsam gesungenen Lied. Jeder Gast wurde zusätzlich noch mit einem Kartoffelsäckchen vom Landwirt Johann Lüdemann beschenkt.

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